Berlin mal anders – vom Wasser aus und an Land


Wahrscheinlich waren die meisten von uns schon mal in Berlin und kennen die Hauptstadt – auf Klassenfahrt oder einfach mal für einen Wochenendtrip hatte es mich schon öfter her verschlagen. Heute will ich euch aber von einer Reise erzählen, bei der ich Berlin von einer ganz anderen Seite erleben konnte – nämlich vom Wasser aus!

Bei einer Fahrt mit der MS Pelikan starteten wir von der Oberhavel aus und waren dann den Tag über auf dem Schiff, während wir zunächst entlang der Spree auf die Hauptstadt zu schipperten und dann mitten durch Berlin fuhren.

Immer wieder werden von der Spree und Havel Schifffahrt Sonder- und Eventfahrten wie diese angeboten. Bei der „Rund um Berlin“ Fahrt ging es um 9 Uhr los und planmäßig sollten wir bis um 18 Uhr auf dem Schiff bleiben. Mit einem köstlichen Frühstücksbuffet an Bord starteten wir in den Tag. Alles schmeckte super und es gab total viel Auswahl, mit Lachs, Käse, Mettbrötchen, Ei und Schinken – ich war begeistert!

Nachdem wir durch Spandau gefahren waren, kamen wir am Wannsee, „der Badewanne Berlins“, an. Da es Ende August war und das Thermometer über 30°C anzeigte, war hier unglaublich viel los. Es fand gerade eine Segelregatta statt und wir konnten den Booten zuschauen – es war ein total buntes Treiben! Generell bietet der Wannsee zahlreiche Möglichkeiten, warme Sommertage erlebnisreich zu gestalten. Wenn ihr euch einen Strandkorb mietet oder euch unter einen Sonnenschirm legt, fühlt ihr euch wie am Meer und wer schwimmen, segeln oder Boot fahren will, kommt hier auch auf seine Kosten. Gleichzeitig habt ihr die Skyline Berlins im Hintergrund – wirklich wundervoll!

Nach einer Weile fuhren wir durch Potsdam und sahen hier vom Boot aus die traumhaften Villen der High Society, die hier direkt am Wasser in großem Luxus leben. Einige Häuser haben mehrere Pools und, was ich besonders lustig fand, Garagen am Wasser für ihre Boote! Was für ein Anblick.

Als wir schließlich in Berlin ankamen, wurde es richtig toll! Begrüßt wurden wir von der „Molecule Man“ Skulptur. Das Kunstwerk vom amerikanischen Bildhauer Jonathan Borofsky zeigt drei 30 Meter hohe Männerfiguren und ist an der Stelle erbaut, an der die Ortsteile Friedrichshain, Treptow und Kreuzberg aufeinander treffen und liegt somit genau an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen DDR und BRD. Wenn ihr in Berlin seid, solltet ihr die Männer unbedingt besuchen – sie sind ein grandioses Fotomotiv.

Berlin vom Wasser aus zu erleben ist, vor allem im Sommer, ein einmaligen Erlebnis. Überall auf der Spree ist etwas los! Es gibt zahlreiche Anbieter, die Flöße verleihen, mit denen ihr euch nicht nur umhertreiben und auf dem Wasser entspannen könnt, sondern auch die Möglichkeit habt auf dem Fluss zu grillen – total cool! Ebenfalls super beliebt ist Stand Up Paddling. Bei diesem Trendsport leiht ihr euch ein SUP-Board und ein Paddel aus und versucht das Gleichgewicht zu halten, während ihr aufrecht auf dem Board steht und euch mit dem Stechpaddel fortbewegt. Von unserem Schiff aus hatten wir also sehr viel zu beobachten und es wurde nie langweilig.

In der Hauptstadt wird ständig gebaut. Während einige die Baustellen als nervig empfinden, finde ich es toll. Irgendwie macht es den Charme Berlins aus, dass ständig etwas Neues entsteht. Auch im Stadtbild schlägt sich dies nieder – das Panorama, das sich uns vom Schiff aus bot, ist geprägt durch den Kontrast von Alt und Neu. Die alten Kranhäuser und kleinen Restaurants in charmanten Altbauten stehen direkt neben modernen Nobelapartments, während sich vor euch die rote Oberbaumbrücke aus dem 19. Jahrhundert über die Spree erstreckt. Berlin strotzt vor Vielfalt!

Wenn ihr in Berlin seid, solltet ihr euch auf jeden Fall auch mit der Geschichte der Stadt befassen. Es gibt so viele spannende Museen, die über die Zeit vorm Mauerfall berichten und einen Einblick in das geteilte Deutschland bieten. Vom Schiff aus konnten wir das Wall Museum sehen, welches direkt an der Berliner Mauer im ehemaligen Todesstreifen steht und von der Teilung Berlins sowie der Wiedervereinigung auf eindrucksvolle Weise berichtet. In 13 Räumen könnt ihr hier die Geschichte der Stadt hautnah erfahren – durch multimediale Präsentationen werden Erzählungen vom Kalten Krieg und dem Leben in der DDR erlebbar gemacht. Egal ob Alt oder Jung, ob Schüler- oder Seniorengruppe, das Wall Museum ist für alle ein spannendes Erlebnis!

Der Fernsehturm ist eines von Berlins bekanntesten Wahrzeichen und prägt die Skyline der Stadt wie kein anderes Bauwerk. Ich kann euch nur empfehlen, auch einmal hinaufzugehen und von oben auf Berlin hinunter zu schauen – der Ausblick aus 200 Metern Höhe ist einmalig! Bei eurem Besuch könnt ihr außerdem viel über den Bau des Turms in den 60er Jahren lernen und wie er von einem Zeichen sozialistischen Wohlstandes in der DDR zu einem Wahrzeichen des wiedervereinigten Deutschlands wurde.
Wenn ihr einen Drink in der höchsten Bar Berlins genießen wollt, seid ihr in der Bar 203 genau richtig. In 203 Metern Höhe könnt ihr euch bei atemberaubender Aussicht köstliche Cocktails und kleine Snacks gönnen.

Als wir an einem großen Haus mit gläserner Fassade vorbei fuhren, erfuhr ich, dass es sich hierbei um das ehemalige Ausreisegebäude der DDR handelt, den Tränenpalast. Hier verabschiedete man sich (oft tränenreich) von einander, wenn die westdeutschen Familienmitglieder nach einem Besuch in der DDR wieder nach Hause fuhren – es war nie klar, wann man sich wieder sehen würde. Bei einem Besuch im Tränenpalast könnt ihr den Ablauf der Grenzabfertigung nachvollziehen und eine originale Passkontrollkabine betreten. Die persönlichen Geschichten und Schicksale von Familien und Menschen, die die deutsche Teilung am eigenen Leib erlebt haben, stehen hier im Mittelpunkt. Die Interviews und Briefe von Zeitzeugen sind wirklich berührend.

Wer einen Einblick in die Welt von Film und Fernsehen bekommen will, sollte den Adlershof besuchen. In den TV Studios werden erfolgreiche Fernsehshows wie ‚Quiz Champion‘, ‚Klein gegen Groß‘ oder ‚The Voice of Germany‘ gedreht. Für kleines Geld könnt ihr hier großes Entertainment live erleben (ein Ticket für The Voice Kids kostet beispielsweise nur 10-15€)! Auch eine Führung durch die Studios kann ich euch ans Herz legen. Es ist eine einmalige Gelegenheit um in 60 bis 90 Minuten Geschichten und Tricks rund um Film und Fernsehen zu erfahren und einen Einblick ins Geschehen hinter der Kamera zu erhalten. Schaut euch Deutschlands größte Fernsehstudios an, inklusive der Nebenräume, Maske und den VIP- und Technik- Bereichen, werft einen Blick in die Bild- und Tonregie und erfahrt bei einem Rundgang übers Studiogelände, wie Außendrehs stattfinden – alles für 15€! (Stand 11/19)

Eine weitere tolle Abendgestaltung ist der Besuch eines Musicals. Aktuell läuft in Berlin „Ich war noch niemals in New York“, „Blue Man Group“ und (noch bis April 2020) „Mamma Mia“. Ein Musicalbesuch ist immer ein wundervolles Erlebnis und besonders die Blue Man Group hat mich total begeistert. Zu eindrucksvollen Trommelrhythmen bietet sich euch eine Show, die Musik, Comedy, Kunst und Wissenschaft vereint – da kommt ihr aus dem Staunen nicht mehr raus! Die Farben spritzen während der Show, weshalb die ersten Reihen mit Regencapes ausgestattet werden! Doch auch weiter hinten, solltet ihr Kleidung tragen, die etwas Farbe abbekommen kann. Als ich in der 19. Reihe ganz außen saß, wurde meine Hose blau, da die Darsteller ins Publikum kommen und sich einer der blau bemalten Männer auf mich lehnte 😀

Es gibt noch so vieles, was ich euch von Berlin erzählen und empfehlen könnte – am besten erkundet ihr die Stadt einfach selbst! Egal ob vom Wasser aus oder an Land, ihr werdet unglaublich viel sehen und erleben. Wenn ihr Lust bekommen habt, mit eurer Gruppe in die Hauptstadt zu reisen, schaut bei unseren Reiseideen vorbei!

Viel Spaß und bis bald,

Steffi Träger | Profi für Vertriebsinnendienst Nord