Magisch. Malerisch. Matera


Eine Reise in die Kulturhauptstadt Europas 2019 – davon will ich euch vor Ende des Jahres unbedingt noch berichten! Matera liegt in Süditalien und heißt lustigerweise genau wie einer unserer Chefs 😀 Als wir also unsere Reise durch Italien planten, war klar, dass wir auch diese Stadt besuchen mussten. Die beste Entscheidung überhaupt, denn Matera wurde zu einem der absoluten Highlights. Da ich von der Schönheit dieser malerischen Stadt geradezu überwältigt war, wusste ich, dass ich sie unbedingt durch einen Blogbeitrag mit euch teilen muss.

Der erste und wichtigste Tipp für einen Besuch von Matera: Tragt feste Schuhe! Der Boden in der gesamten Altstadt ist aus Steinen und teilweise uneben und hubbelig. Die eingepackten Flip Flops oder Sandalen mit Absatz finden am Strand bessere Verwendung.

Wir verbrachten einen ganzen Tag in Matera, aber es gibt so viel zu sehen, dass ich rückblickend am liebsten zwei Tage dort gewesen wäre. Meine erste Empfehlung befindet sich außerhalb der Stadt: der Aussichtspunkt „Belvedere su Matera e Sassi“. Er liegt auf dem Berg gegenüber von Matera, dazwischen liegt eine Schlucht, durch die sich der Fluss Gravina schlängelt. Der Ausblick von hier oben ist einfach spektakulär – vor einem erstreckt sich die komplette traumhafte Altstadt. Am besten startet ihr euren Tag hier, denn vormittags steht die Sonne nämlich genau richtig, um wunderschöne Fotos zu machen.
Wenn ihr vom Aussichtspunkt aus ein wenig in Richtung Fluss hinunterwandert, kommt ihr zu einigen der ganz alten Felsenhöhlen. Die Höhlen sind zwar leer, aber es hat schon etwas, mal einen Blick hineinzuwerfen. Übrigens: Eigentlich ist die Zufahrt zum Aussichtspunkt für Reisebusse nicht gestattet (wir waren mit dem Auto unterwegs), aber allein während wir dort unsere Bilder gemacht haben, kamen uns drei Reisebusse entgegen – es wird sich also scheinbar nicht zu streng an das Verbot gehalten.

Wer mit dem Auto nach Matera anreist, kann im Parkhaus „Parcheggio via vena“ günstig und in perfekter Lage parken. Wenn ihr euer Auto abgestellt habt, holt euch bei der Touristeninfo nebenan einen Stadtplan, spaziert nur eine Straße weiter und landet auf dem „Belvedere di Piazza Giovanni Paroli“ – einem Platz am Rand der Altstadt mit super Aussicht, der sich hervorragend zum Fotografieren eignet.
Wenn ihr die kleinen, verwinkelten Gassen der Altstadt entlang lauft und die unzähligen kleinen Häuser, Pflanzen und Verzierungen erblickt, werdet ihr vom Charme der Stadt ganz verzaubert sein. Ich habe mich gefühlt, wie eine Entdeckerin, ständig auf der Suche nach dem perfekten Bild und hinter jeder Ecke lauerte schon das nächste Fotomotiv. Es ist wirklich unbeschreiblich schön!

Die Kirche „Santa Maria dell’ Idris“ sieht von außen schon total irre und sonderbar aus. Von weitem erkennt man nur den Felsen, der über den Häusern thront, doch bei genauerem Hinsehen erkennt man den schlichten Vorbau der Kirche, der sich eng an den Steinhügel schmiegt. Der Felsen wurde innen ausgehöhlt, um schon im 15. Jahrhundert als Gottesstätte zu dienen. Ihr könnt auch das Innere besichtigen, aber da der Eintritt 6€ kostete (Stand 09/19), entschieden wir uns dagegen, auch weil innen fotografieren verboten ist. Von „Necropoli di Santa Lucia alle Malve“ aus, was ein Stück daneben liegt, habt ihr einen unglaublich guten Blick auf die alten Felsenhöhlen in der Umgebung!

Vielleicht fragt ihr euch ja, was die Stadt denn nun so besonders macht. Matera ist eine der ältesten Städte der Welt. Seit der Jungsteinzeit ist das Gebiet bereits besiedelt! Das historische Zentrum besteht aus den sogenannten „Sassi“ – das sind die in den Felsen gegrabenen Wohnsiedlungen Sasso Barisano und Sasso Caveoso. Über die Jahrtausende gruben die Menschen immer tiefer in den Felsen hinein und die Behausungen kletterten immer weiter die Wände der Schlucht hinauf und schufen somit einzigartige Felsenwohnungen, die ihr unbedingt gesehen haben solltet. Unglaublich, aber wahr: Noch bis in die 1950er Jahre haben Menschen aus ärmlichen Verhältnissen in diesen Höhlen gewohnt, bis sie schließlich ins Innere der Stadt umgesiedelt wurden. Anschließend wurde das Gebiet aufwendig renoviert und ist heute wieder mit Leben gefüllt.

Auf eine Art Zeitreise könnt ihr euch bei einem Besuch der „Casa Grotta nei Sassi“ begeben, einem Museum rund um die Höhlenwohnungen. Wie sieht eine solche Wohnung von innen aus und wie haben die Menschen damals diesen Raum genutzt? In verschiedenen Bereichen einer Grotte wurde gearbeitet, geschlafen und gekocht – selbst Tiere wurden in der Wohnung gehalten. Italienischen Bandansagen oder ein Zettel auf Deutsch lieferten die entsprechenden Informationen zu den verschiedenen Themen. Wenn ihr also mehr über das damalige Leben in einer Höhlenwohnung erfahren wollt, schaut unbedingt vorbei. Neben der Höhle könnt ihr auch eine kleine Felsenkirche besichtigen.

Als wir vor der Kathedrale von Matera standen, merkten wir erst, wie groß die Sassi di Matera wirklich ist. Während wir zuvor auf der einen Seite des Hügels unterwegs waren und dort schon total viel gesehen und entdeckt hatten, tat sich nun vor uns die Sasso Barisano auf – Es gab noch so vieles zu entdecken!
Nachdem wir einige Fotos der Kathedrale gemacht hatten, die bereits im 13. Jahrhundert erbaut wurde (im für die Stadt typischen hellen Stein – einfach wunderschön), erkundeten wir die andere Stadtseite. Zuerst ging es an den Aussichtspunkt „Belvedere Luigi Guerricchio„, von dem ihr tolle Fotos mit der Kathedrale im Hintergrund machen könnt.

Den aller besten Ausblick auf den Stadtteil Sasso Barisano habt ihr aber vom „Convent at Saint Agostino“ aus. Der Dom ist im Mittelpunkt, an den Seiten stehen Bäume und im Hintergrund sind die Felsenwohnungen zu sehen. Hier steht dem perfekten Urlaubsfoto also absolut nichts mehr im Weg!

Wenn ihr den Flair von italienischen Städten liebt und gerne durch verwinkelte Sträßchen schlendert, mit der Kamera in der Hand und dem perfekten Bild als Ziel, dann ist Matera einfach optimal für euch. Ich hätte Stunden oder Tage hier verbringen können und habe mich, wie ihr sicher merkt, total in die Stadt verliebt.
Ich würde jederzeit wieder hinreisen, auch gerne mit noch mehr Zeit, denn wir haben bei unserem Aufenthalt längst nicht alles gesehen.
Wenn ihr nun Lust auf Italien bekommen habt, schaut mal bei unseren Gruppenreiseideen vorbei – vielleicht schlendert ihr ja bald selbst durch italienische Gassen!

Bis zum nächsten Mal,
Sabine Pasch | Profi für Grafik und Andreas Kandzia | Reiseprofi für Osteuropa