Gute Gründe für einen Besuch in Hamburg


Ich kann gar nicht genau sagen, was Hamburg zu einer meiner allerliebsten deutschen Städte macht. Vielleicht sind es die wunderschönen alten Gebäude oder die Bäume in den Alleen, die für viel Grün in der Großstadt sorgen, die Speicherstadt oder die Elbe, oder die Weltoffenheit der Menschen, die man immer wieder erleben kann? Wahrscheinlich trägt alles irgendwie dazu bei.

Anfang August ging es für meine Schwester und mich fünf Tage lang in den Norden Deutschlands und wir konnten Hamburg mit all seinen Facetten genießen. Jetzt habe ich zahlreiche Tipps für Unternehmungen, Sehenswertes und Restaurants – lasst euch überraschen, was Hamburg alles zu bieten hat!

Das perfekte Mittel gegen einen schlechten Tag

Unsere Anreise verlief – nun ja, sagen wir mal, nicht optimal. Nach drei Stunden im ICE von Kassel waren wir in Hamburg Harburg angekommen, eine Station vor unserer Endhaltestelle, als plötzlich eine Durchsage verkündete, dass ein Feuer in der Nähe der Gleise entflammt war und sich die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögern würde. Letztendlich brauchte es eine S-Bahn Fahrt, zwei überfüllte Busse und insgesamt drei weitere Stunden bis wir in unserer Unterkunft ankamen. Stress pur! Aber letztendlich ließen wir uns die Laune nicht verderben. Immerhin hatten wir Urlaub und waren fest entschlossen das Beste aus der Situation zu machen. Und wie sorgt man dafür, dass ein schlechter Tag ein bisschen besser wird? Richtig – mit leckerem Essen! Sushi, um genau zu sein.

Wir steuerten das Dong Sushi Restaurant an und waren begeistert. Hier könnt ihr mit einem iPad so viel Sushi bestellen wie ihr wollt. Ob Maki, California Rolls, Misosuppe oder Frühlingsrollen – alles war einfach köstlich. Es gibt auch noch ein Nachttischbuffet mit Obst, Eis und hausgemachtem Tiramisu… Leider waren wir vom Sushi schon zu vollgegessen um uns da noch durchzuprobieren, aber die Auswahl war unschlagbar!

Auf den Spuren der Goldenen Gilde in der Speicherstadt

Eine der für mich schönsten Ecken in Hamburg ist die Speicherstadt. Die alten roten Backsteingebäude ragen hoch in den Himmel und überall wird das Stadtbild von kleinen Kanälen und unzähligen Brücken geprägt, von denen Hamburg sogar mehr hat als Venedig! Hier befindet sich auch das Miniatur Wunderland, in dem ihr ganz Hamburg in Spielzeug-Größe sehen und eine „Stadtführung“ der anderen Art erleben könnt. Wir waren schon vor einigen Jahren dort und können es wirklich sehr empfehlen, ganz egal für welche Altersgruppe.

Diesmal zog uns aber eine andere Attraktion in diesen Teil Hamburgs. Es galt, das Geheimnis des Opolums zu lüften! Eine Mischung aus Escape Room, Rollenspiel und Virtual Reality ganz ohne Brille – das wird im Opolum geboten. Lasst euch von professionellen, super guten Schauspielern ins London des 17. Jahrhunderts entführen, zur Hochzeit der Luftschiffe. Stellt euch vor: Von Hamburg aus geht es für euch als Crew auf einem Zeppelin nach London. Dort findet ihr euch zwischen den Fronten wieder. Die Goldene Gilde gegen die Hohen Wissenschaftler und die entscheidende Frage: Wer ist gut und wer ist böse? Könnt ihr das Rätsel lösen?

Für ca. 75 Minuten erlebt ihr hier ein einzigartiges Abenteuer und werdet selbst zu Schauspielern in einem einmaligen Spiel. Ich kann das Opolum vor allem für junge Leute, die gerne mal ein Rollenspieloder einen Escape Room machen, empfehlen. Die wundervollen Schauspieler sogen dafür, dass ihr euch wirklich als Teil der fantasievoll gestalteten Welt fühlt.

Party- und Strand- und Großstadturlaub in einem

Das perfekte Abendprogramm liefert jährlich, für einige Wochen im Sommer und im Winter, der „Hamburger Dom„. Das größte Volksfest des Nordens hat neben unglaublich vielen Essens- und Getränke-Ständen auch zahlreiche unterschiedliche Fahrgeschäfte zu bieten. Egal ob Achterbahn, Break Dancer, Berg-und-Tal-Bahn oder das Riesenrad, mit dem ihr die Lichter der Stadt überblicken könnt – hier ist für alle etwas dabei. Uns hat vor allem die kleine Strandbar, die etwas abseits vom großen Trubel, hinter einigen Getränkeständen aufgebaut war, gefallen. In gemütlichen Liegestühlen konnten wir entspannen und unseren Cider schlürfen, während aus den Lautsprechern sommerliche Lieder für die richtige Stimmung sorgten.

Apropos Strand, wusstet ihr, dass ihr in Hamburg auch einen richtigen Strandtag machen könnt? Der Elbstrand macht’s möglich! Rund 13km lang erstreckt sich der Sandstrand mit Blick auf den Hamburger Hafen und lädt zum Sonnen, Lesen, Relaxen und Füße ins Wasser strecken ein. Generell ist die Elbe kein ausgewiesenes Badegewässer, weshalb ihr da Schwimmen besser lassen solltet – zum Sonnenbaden ist es aber der perfekte Ort!

Einen Kaffee oder ein kühles Getränk könnt ihr euch zum Beispiel beim Ahoi Strandkiosk oder direkt daneben bei der Strandperle holen. Auch Eis, Kuchen und herzhafte Snacks gibt es hier zu kaufen – perfekt zum auf der Strandterrasse Sitzen und Genießen.

Den Hafen und die Stadt erkunden – Hamburg zu Land und zu Wasser

Wenn ihr keine Lust auf eine teure Hafenrundfahrt habt, könnt ihr auch auf deutlich günstigere Art und Weise eine Schifffahrt auf der Elbe erleben. Von den Landungsbrücken aus fährt die Linie 62 der öffentlichen Verkehrsbetriebe– statt Bus, S- oder U-Bahn ist das eine Fähre! Wenn ihr mit einer Gruppe in Hamburg unterwegs seid, würde ich euch empfehlen eine Gruppen-Tageskarte zu kaufen. Die lohnt sich schon ab zwei Personen und ermöglicht es euch spontan alle öffentlichen Verkehrsmittelzu nutzen, das gilt auch für die HVV-Hafenfähre! Wir sind also über die Elbe geschippert um zum Elbstrand zu kommen. Mit Bus und Bahn wären wir wahrscheinlich schneller gewesen, aber eine Schifffahrt ist ja auch ein Erlebnis und es ist ein absolutes Muss den Hafen einmal vom Wasser aus zu sehen. Übrigens, wundert euch nicht, wenn das Schiff aussieht, als würde es zum König der Löwen Musical gehören – das ist nur Werbung und bedeutet nicht, dass das Schiff nur zur Musical-Insel fährt, wie man leicht denken könnte.

Wer die Stadt noch ein bisschen besser kennenlernen will, sollte ihr eine Free Walking Tour machen. Wir sind bei einer Tour durch den Hafen und St. Pauli mitgelaufen und haben wirklich einiges gelernt. Wusstet ihr, dass es in St. Pauli ein Waffenverbot gibt? Das bedeutet, dass auch Menschen mit Waffenschein diese nicht mitführen dürfen und dass Taschenmesser und sogar Glasflaschen verboten sind. Seitdem dies durchgesetzt wurde, gibt es im Stadtteil deutlich weniger Verletzte, es scheint also zu wirken. Wenn man die Schilder zum ersten Mal sieht und die Hintergründe nicht kennt, kann aber erstmal ein bisschen mulmig zumute werden.

Bei der Tour entlang der Reeperbahn konnten wir die Häuser und Orte sehen, an denen die Beatles während ihrer Zeit in Hamburg gewohnt und gespielt haben – zum Beispiel im legendären Star Club.
Ebenfalls spannend: Es gibt eine Straße im Rotlichtviertel, durch die keine Frauen gehen dürfen. Die Herbertstraße ist mit großen roten Stellwänden abgesperrt, die verkünden, dass der Zutritt der Straße nur Männern ab 18 Jahren gestattet sei. Hier sind zeitweise bis zu 200 Prostituierte in Schaufenstern oder auf der Straße unterwegs und weibliche Besucher sind da nicht erwünscht. Während dies rein rechtlich nicht durchgesetzt werden kann und das Betreten der öffentlichen Straße legal jeder Person zusteht, werden Frauen, die die Straße betreten, beleidigt, angespuckt oder können Ziel von faulen Eier oder Wasser werden… Ihr solltet das also besser nicht riskieren.

Die Free Walking Tours sind allerdings nicht wirklich vollständig kostenlos. Am Ende der Tour werdet ihr gebeten das zu zahlen, was euch die Führung wert war. Nehmt also auf jeden Fall etwas Bargeld mit und schaut, wie gut es euch gefällt.

Lust auf Pizza und kostenlose Musik?

Eine weitere kulinarische Empfehlung ist Pizza Puro. Hier entsteht im Steinofen köstlich knuspriger Teig. Nach 24 Stunden Teigruhe wird die Pizza belegt und bei 480° Hitze für gerade Mal 90 Sekunden gebacken! Das sorgt einerseits dafür, dass die Pizza super schnell nach dem Bestellen serviert werden kann und andererseits dafür, dass alles richtig frisch schmeckt. Wir waren hin und weg vom Geschmack der Pizzen und auch die hausgemachte Limonade ist super lecker und erfrischend. Wir können einen Besuch auf jeden Fall empfehlen!

Der Stadtpark in Hamburg ist riesig, wunderschön und hat viel zu bieten: Ein Planetarium, ein Schwimmbad und weiträumige Grünflächen. Hier könnt ihr spazieren gehen, Fahrrad fahren, picknicken oder einfach in der Sonne liegen. Was uns allerdings in den Park zog, war das Stadtpark Open Air. Jeden Sommer kommen hier zahlreiche nationale und internationale Künstler und sorgen für wundervolle Konzerte. Die Bühne ist für 5000 Besucher ausgerichtet und da sie leicht schräg verläuft, kann man wirklich von überall gut sehen – eine super Location also. An einem Abend besuchten wir ein Konzert von Lewis Capaldi, was wirklich schön war.
Mein Geheimtipp ist es allerdings, auch ohne Konzertticket zu einer Vorstellung, die euch interessiert, zu gehen und von außen zuzuhören! Unsere Unterkunft lag ganz in der Nähe des Stadtparks und als an einem Abend Rae Garvey spielte, haben wir uns eine Decke und eine Flasche Wein geschnappt und sind zum Konzert gegangen. Wir waren nicht die einzigen mit dieser Idee! Insgesamt waren es bestimmt fast 200 Personen, die vorm Eingang saßen und der Musik lauschten. Viele hatten Picknicks oder Campingstühle dabei und haben von draußen aus mitgetanzt und gefeiert. Sehen konnten wir zwar nichts, aber gehört haben wir alles perfekt und es war ein richtig schöner Abend!

Bummeln und Schlemmen in der Sternschanze

Mein Tipp für alle, die gerne in kleinen, süßen Läden bummeln gehen, ist die Sternschanze. Hiergibt es viele Geschäfte, die Postkarten, Deko-Artikel, Klamotten oder Krimskrams verkaufen, zum Beispiel „Das Dorf“. Dort haben wir uns von Tassen, Schmuck, Bastelwaren, und süßen Karten verzaubern lassen und das ein oder andere schöne Andenken gekauft. Der Stadtteil lädt auch zum leckeren und günstigem Essen ein. Überall gibt es kleine Cafés und Restaurants, die mit riesigen Frühstücksangeboten oder günstigem Mittagstisch werben. Da Hamburg extrem vielfältig ist, werdet ihr hierfündig, egal ob ihr auf der Suche nach deutschem, italienischem, türkischem oder asiatischem Essen seid.

Mein absolutes kulinarisches Highlight war allerdings das Mamalicious! Das vegetarisch vegane Diner im kanadischen Stil serviert den ganzen Tag über Frühstück und ich habe mich absolut in die Pancakes verliebt. Sie sind unglaublich fluffig und machen richtig satt – ich habe die drei Pfannkuchen alleine nicht geschafft – und mit einer großem Portion Ahornsirup einfach ein Traum. Ganz im amerikanisch-kanadischen Stil kann man hier für wenig Geld Kaffee satt bestellen und bekommt seine Tasse immer wieder nachgefüllt. Meine Empfehlung wäre es, ein paar Freunde zum Bruch zu treffen und verschiedene Speisen zu bestellen und zu teilen. Wenn ich wieder in Hamburg bin, steht ein weiter Besuch in dem Restaurant auf jeden Fall ganz oben auf meiner To-Do-Liste!

Ich hoffe ich konnte euch hiermit zeigen, warum ich Hamburg so liebe und euch vielleicht inspirieren, die Stadt einmal selbst zu besuchen. Falls ja, schaut gerne bei unseren Gruppenreiseideen vorbei!

Bis bald,
Sarah Weigang | Werkstudentin