Zu Gast bei Thurn und Taxis in Regensburg


Wenn um vier Uhr der Wecker klingelt und man trotzdem gerne aufsteht, dann ist klar: Ein toller Tag steht bevor. Als ich mich im Mai für zwei Tage auf den Weg nach Regensburg machte, war ich voller Vorfreude, diese Stadt kennenzulernen. Deshalb machte es mir gar nichts aus um fünf Uhr morgens in Gießen loszufahren und die vier Stunden Autofahrt auf mich zu nehmen.

Regensburg liegt direkt an der Donau und ist für sein mittelalterliches Zentrum bekannt. Die gut erhaltenen altertümlichen Gebäude und der gotische Dom mit seinen hohen Zwillingstürmen prägen das wunderschöne Stadtbild. Als ich gegen neun Uhr ankam, herrschte leider schlechtes Wetter. Vorhersagen nach sollte es den ganzen Vormittag regnen – natürlich sehr unpraktisch für unsere geplante Stadtführung. Zum Glück war uns das Wetter gnädig und während der neunzigminütigen Führung regnete es nur ein kleines bisschen. So konnten wir die Sehenswürdigkeiten, wie die berühmte Steinerne Brücke, bestaunen. Diese gilt als eines der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt und ist die älteste erhaltene Brücke Deutschlands, die bereits in 1135 erbaut wurde. In steinernen Rundbögen überspannt sie ca. 300 Meter des Flusses und die Tatsache, dass sie fast 900 Jahre alt ist, hat mich total beeindruckt.

Um die Mittagszeit hat uns der Hunger gepackt und wir gingen in die Gaststätte Alte Linde. Mit perfektem Blick auf den Dom und die Donau könnt ihr im Biergarten entspannen und gut speisen. Die Speisekarte bietet eine große Auswahl an Fleisch- und Fischgerichten, aber auch viele vegetarische Gerichte, wie Käsespätzle oder Salate werden angeboten. Ich kann euch besonders den Leberkäs‘ mit Spiegelei empfehlen.

Wenn ihr es lieber süß mögt, könnt ihr in Regensburg traditionelle Dampfnudeln essen. Die Mehlspeise ist vor allem in der süddeutschen und österreichischen Küche beliebt und das Besondere ist, dass die Hefeklöße gleichzeitig gebraten und gedämpft werden, was für einen leckeren, knusprige Boden und eine fluffig weiche Oberfläche sorgt. Eines der bekanntesten bayrischen Restaurants, in denen schon zahlreiche Sterneköche und Promis zu Gast waren, ist der Dampfnudel Uli. Hier ist es immer gut besucht und ihr solltet etwas Wartezeit einplanen, Reservierungen sind nämlich nicht möglich.

Mein absolutes Highlight war der Besuch im Schloss St. Emmeram, auch Schloss Thurn und Taxis genannt. Schon im achten Jahrhundert entstand das Kloster St. Emmeram und im Jahr 1812 gelang es in den Besitz des fürstlichen Hauses Thurn und Taxis. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde es immer weiter ausgebaut und ist heute eines der größten privaten Schlösser Europas. Ihr könnt die beeindruckenden, prunkvollen Räume des Schlosses besichtigen, aber es ist keinesfalls nur ein Ort für Touristen, sondern noch immer der tatsächliche Wohnsitz der fürstlichen Familie. Für mich ist es eines der schönsten Schlösser, die ich je gesehen habe. Schon im Marmortreppenhaus kam ich aus dem Staunen kaum heraus: Wandmalereien, riesige Kronleuchter und das edle Marmor sorgen für ein einmaliges Bild – man fühlt sich wie im Märchenschloss eines reichen Königs. Besonders gut hat mir auch der Wintergarten gefallen, in dem Pflanzen aus unterschiedlichsten Ländern unter einem Glasdach für exotischen Flair sorgen.

Aktuell lohnt sich ein Besuch des Schlosses übrigens ganz besonders: Jedes Jahr im Sommer finden die Thurn und Taxis Schlossfestspiele statt. Diese werden stets von über 30.000 Menschen besucht und in diesem Jahr finden sie vom 12. bis zum 21. Juli statt. Das Programm reicht von Vorführungen von Nabucco, Verdis berühmten Gefangenenchors, über Konzerte aktueller Künstler wie Nena, Michael Bolton oder Revolverheld. In der einmaligen Atmosphäre des Schlosses ist das sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.

Eine weitere kulinarische Empfehlung meinerseits ist ein Besuch im Kneitinger. Hier habe ich köstliche Käsespätzle nach traditionellem Rezept gegessen. Der Käse zerläuft beim Essen auf der Zunge und harmoniert perfekt mit den Röstzwiebeln – eine absolute Empfehlung, wenn ihr gerne Hausmannskost esst.

Abgerundet wurde mein erster Tag mit einem Besuch auf der Maidult. Das Volksfest hat Tradition und findet jedes Jahr zwei Mal statt: es gibt die Maidult und die Herbstdult. In zwei großen Festzelten wird für das leibliche Wohl bestens gesorgt – Schweinebraten, Weißwürste und natürlich Bier aus Regensburger Brauereien. Für die besonders Hungrigen gibt es sogar Würste, die einen halben Meter lang sind!Außerdem gibt es zahlreiche Fahrgeschäfte, von Geisterbahnen über Achterbahnen bin zu einem Riesenrad, das einen wundervollen Ausblick über die Stadt bietet, ist sich für jeden etwas dabei. Ein Höhepunkt sind die Feuerwerke, die Beginn und Ende der Regensburger Dulten markieren.

Seid ihr schonmal in Regensburg, so solltet ihr ebenfalls einen kurzen Weg auf euch nehmen und Walhalla in Donaustauf besuchen. Die Gedenkstätte wurde ursprünglich vom bayrischen König Ludwig I. ranlasst in Auftrag gegeben und ehrt seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten „teutscher Zunge“ (also deutsche Muttersprachler). Der Gedanke dahinter war, dass man versuchen wollte eine gemeinsame nationale Identität zu schaffen, zu einer Zeit, in der das Heilige Römische Reich Deutscher Nation nach Niederlagen gegen Napoleon zerbrochen war. Bei der Eröffnung wurden 160 Personen mit Büsten oder Gedenktafeln geehrt, inzwischen gibt es 195 Denkmäler. Von Anfang an wurde betont, dass Personen allen Standes und auch Frauen geehrt werden dürfen und insgesamt sind zwölf der Geehrten weiblich. Auch heute können noch neue Büsten aufgestellt werden, zuletzt wurden Heinrich Heine und Sophie Scholl geehrt.

Wenn ihr gut zu Fuß seid, bietet es sich an, den Weg zur Walhalla, die auf einem Berg liegt, hinauf zu wandern. Vom Parkplatz aus ist das ein ca. 20-minütiger Fußweg, entlang einer schönen Waldlandschaft. Neben der spannenden Geschichte, ist es auch die eindrucksvolle Architektur, die einen Besuch wert ist. Die Gestaltung des Gebäudes wurde damals als Ideenwettbewerb ausgeschrieben, auf den sich zahlreiche Architekten bewarben. Der „Ruhmestempel“ ist inspiriert vom Athener Parthenon: riesige weiße Steinsäulen, die in die Höhe ragen, und zwischen denen man sich super auf die Stufen setzten und den Ausblick auf die Donau genießen kann.

Ob im Schloss, in der Altstadt, bei Festspielen, Weihnachtsmarkt oder auf der Dult – ein Besuch in Regensburg lohnt sich immer. Ich werde sicher noch öfter in die bayrische Stadt reisen und kann es euch auch nur empfehlen.

Falls euch nun auch das Reisefieber gepackt hat und ihr mit eurer Gruppe Regensburg besuchen möchtet, schaut gerne bei unseren Reiseideen vorbei.

Bis bald,
Steffi Träger | Profi für Vertriebsinnendienst Nord