Zwischen Elefanten und Giraffen – Safari in Tsavo West


Stellt euch vor, ihr seid umgeben von üppiger Buschlandschaft und rotem, sandigen Boden. Um euch herum ragen vulkanische Hügel auf und in den Büschen verstecken sich exotische Tiere – Giraffen, Antilopen oder Elefanten! Mitten in der Natur Afrikas, keine andere Menschenseele weit und breit. So ist eine Safari in Tsavo West.

Nicht zum ersten und sicher auch nicht zum letzten Mal ging es für mich und meinen Mann diesen Frühling nach Kenia. Ich habe mich auf meinen vorherigen Reisen bereits in das Land verliebt und auch schon in einem früheren Blogbeitrag davon erzählt. Heute möchte ich es euch erneut etwas näher bringen.

Mit Glory Safaris waren wir für drei Tage in Tsavo West, einem der größten Nationalparks Afrikas und haben dort unglaubliche Tiere und Pflanzen gesehen und so viel erlebt! Bevor wir uns auf Safari begaben, waren wir an der Südküste Kenias im Sea Resort Hotel am Diani Beach. Das Hotel besuchten wir schon zum dritten Mal, weil es einen super Service und die perfekte Lage hat – direkt am Strand! Über 25 Kilometer erstreckt sich der sanft abfallende, weiße Sand des Diani Beach und sieht einfach nur malerisch aus.

Am Strand trefft ihr häufig auf Einheimische, die etwas verkaufen oder anbieten. Lasst euch nicht abschrecken, manchmal gibt es super Angebote. Wir konnten hier eine einmalige Fahrt im Einbaum-Boot machen! Organisiert wurde das Ganze von Manfred (das ist zumindest der Name, den er nennt, da sein echter wohl nicht von Touristen ausgesprochen werden kann), mit dem wir für ein bis zwei Stunden auf dem Wasser herumgefahren sind und Inseln samt Seesternen und wunderschöner Korallen erkunden konnten. All das hat uns nur 10€ gekostet und war ein wundervolles Erlebnis.

Die Organisation von Glory Safaris war grandios. Es wurde alles individuell auf uns angepasst und wir konnten genau entscheiden, wie die Safari aussehen sollte. Im Sea Resort wurden wir direkt an der Rezeption abgeholt, stiegen in den Jeep und machten uns auf den Weg zum Nationalpark Tsavo West. Die Fahrt dauerte rund fünf Stunden, aber wegen der spannenden Aussicht wurde uns nicht langweilig. Anders als bei einem Flug, kann man während der Jeep-Fahrt viel vom Land sehen und es ist wirklich interessant, zu beobachten, wie sich die Landschaft verändert – mal sieht man Hügel und Vulkane, dann wieder üppige Vegetation und bei der Fahrt durch das Tahiti Hills Reservat konnten wir den Regenwald bestaunen. Zu Beginn fuhren wir auch durch Slums und sahen einiges der Realität des Landes – die Armut, die direkt neben den reichen Touristenorten herrscht.

Zum Tsavo Nationalpark gehören Tsavo West und Tsavo East. Der östliche Teil ist der größte Nationalpark in Kenia und ist besonders beliebt. Hier ist das Landschaftsbild geprägt von halbwüstenartigen Steppen. Es gibt allgemein nicht viel Gebüsch, weshalb die Tiere meist sehr gut sichtbar sind.
Im westlichen Teil, den wir besuchten, sind die Tiere auf Grund der üppigen Vegetation oft weniger gut zu sehen. Entgegen mancher Annahmen gibt es hier allerdings genauso viele exotische Tiere, nur sind diese oft im Buschland versteckt. Gestört hat uns das nicht, im Gegenteil, es war total spannend die Tiere zu entdecken und dass weniger Touristen das Reservat besuchen, war für uns auch ein Plus. Manchmal konnten wir mehrere Stunden umher fahren, ohne jemals auf andere Menschen zu treffen – das sorgt für eine unglaubliche Verbundenheit mit der Natur und ein einmaliges Gefühl. Außerdem können die Guides sich noch persönlicher um euch kümmern und ganz individuell auf eure Wünsche eingehen.

Der Tsavo West Nationalpark hat eine hügeligere, bergigere und deutlich feuchtere Landschaft als der östliche Teil. Es gibt zahlreiche Vulkankegel, die aus dem Boden hervor reichen, viele beeindruckende schwarze Lavafelder, Felsen und Felskämme, von denen einzelne bis zu 1.800 m in die Höhe reichen. All das ist einfach nur wunderschön!
Geflasht von der atemberaubenden Natur machten wir uns am ersten Tag auf den Weg zu unserer Lodge. Die Voyager Ziwani Lodge liegt am westlichen Ende des Parks, an einem kleinen, abgelegenen Damm am Santa River. Als wir ankamen, wartete dort schon jemand auf uns: Auf der Wiese vor der Lodge lag ein Alligator und sah uns mit großen Augen an. Sonst ließ er sich aber nicht von uns stören, wie die meisten der wilden Tiere, die in kompletter Freiheit im Park leben – ihr seht, nicht mal die Schlafbereiche sind eingezäunt! Nach diesem spannenden Empfang haben wir uns die Lodge genauer angeschaut. Das geräumige Zelt ist etwas höher gelegen, so dass die meisten Tiere nicht ganz nah an euch heran kommen können, und total gemütlich eingerichtet, mit einem großen Bett und einem modernen Bad. Achtet auf jeden Fall darauf das Zelt immer gut zu verschließen, es gibt nämlich viele Äffchen, die zwar richtig süß aussehen, aber wenn ihr nicht aufpasst, versuchen sie euch zu beklauen!
Das Essen in der Lodge war übrigens auch super, es wurde, immer frisch gekocht und hat wirklich klasse geschmeckt!

Nachdem wir angekommen waren und unser Gepäck ins Zelt geräumt hatten, bot uns ein Guide eine Fußsafari an – einen längeren Spaziergang, bei dem wir erste Tiere beobachten und fotografieren konnten! Angebote wie dieses, zum Beispiel Nachtwanderungen, Besuche besonderer Sehenswürdigkeiten oder Spiele und Aktivitäten für Kinder sind übrigens in unserer Buchung enthalten gewesen und haben uns nichts extra gekostet.
Unser Guide führte uns einmal rund um den See, an dem unsere Lodge lag, wobei wir vor allem viele neue Pflanzen und Insekten kennenlernen konnten, zum Beispiel das Bischofskraut, aus dem Zahnstocher hergestellt werden. Außerdem konnten wir die Nilpferde, die im See schwammen beobachten und fotografieren.

Etwas traurig gemacht hat mich die Geschichte rund um einen kleinen Elefanten. Vor rund zehn Jahren gab es in dem Gebiet eine lange Dürrezeit. Die Trockenheit war so groß, dass der See, an dem die Elefanten immer trinken, austrocknete. Der kleine Elefant starb auf der anderen Seite des Sees und sein Skelett liegt noch heute dort. Es wird deshalb nicht weggeräumt, weil die Mutter des Kleinen noch heute, zehn Jahre später, immer wieder an die Stelle kommt, um es zu besuchen und ihr Kind zu betrauern.

Die beste Zeit für eine Safari in Kenia ist wohl zwischen Januar und spätestens Mitte April, vor der Regenzeit. Wenn ihr im März oder April vor Ort seid, könnt ihr die süßen Tierbabys sehen. Wir waren im April dort, was schon etwas spät war und so sind wir der Regenzeit nicht ganz entkommen. Es gab immer wieder kleine, lokale, aber sehr heftige Gewitter. Bei einem Ausflug mit dem Jeep zu den Lavafeldern haben wir das hautnah miterlebt. Es gibt im Park keine richtigen Straßen, nur Pfade, die an Feldwege erinnern. Während der Fahrt, die drei Stunden dauern sollte, kamen wir plötzlich in ein starkes Gewitter. Inmitten des Regens und der Blitze sahen wir, wie die Wege immer mehr überfluteten und schlammig wurden. Da wir außerdem an der Stelle weder Handy- noch Funkempfang hatten, beschloss unser Guide letztendlich, dass wir umkehren mussten. Wenn wirklich etwas passiert wäre und wir im Schlamm festgesteckt hätten, wäre es nämlich nicht möglich gewesen, Hilfe zu rufen. Bis dann ein Suchtrupp entstanden wäre, der uns gesucht hätte, wäre sicherlich eine ganz schön lange Zeit vergangen. Ich rate euch daher, eure Safari eher im März zu planen.

Allerdings hatte ich einmal auch riesiges Glück mit dem Wetter. Für gewöhnlich kann man von der Lodge nicht so weit ins Tal blicken, da es auf Grund der Hitze immer relativ neblig ist. Eines morgens wachte ich allerdings auf, blickte aus dem Fenster und alles war klar. Da sah ich ihn – den Kilimandscharo! Er ist wirklich unglaublich beeindruckend und laut unserem Guide ist sein Anblick wirklich selten. Generell hat man wohl nur ungefähr einmal im Monat so ein Glück!

Allgemein bin ich total glücklich, diese Safari gemacht zu haben. Es ist wirklich unglaublich, beim Frühstück schon Nilpferde in nächster Nähe zu sehen, total im Einklang mit der Natur Pflanzen und Tiere zu beobachten und einfach mal aus dem Alltag herauszukommen. Kenia ist ein wundervolles Land, das viel mehr Aufmerksamkeit verdient und meiner Meinung nach öfter bereist werden sollte.

Wenn ihr selbst eine Safari plant, empfehle ich, dass ihr euch vorher gut informiert. Ihr solltet wissen, wie der Park aufgebaut ist, was ihr dort sehen und unternehmen könnt und diese Vorstellungen dann auch klar zur Sprache bringen. Dann werden eure Wünsche sicher auch erfüllt und ihr habt ebenfalls eine erlebnisreiche, spannende Zeit.

Viel Spaß und bis bald,

Sabine Haus | Profi für die Finanzbuchhaltung