Stadt, Land, Schloss – Spaziergang durch Heidelberg


In fünfzehn Jahren kann man so einiges miteinander erleben und so lange kennen Wolfgang Schröck-Schmidt und ich uns nun schon. Mit ihm als Guide war ich schon bei „Rhein in Flammen“, auf Flusskreuzfahrt und auf Abteilungsfahrt in Heidelberg. Schon damals hat mich die Stadt beeindruckt und seit Jahren schwärmen mir unsere Kunden am Telefon vor, wie wunderschön der Weihnachtsmarkt in Heidelberg doch sei.
Letztes Jahr habe ich mich dann mit Wolfgang zu einer ganz privaten Tour durch die Stadt verabredet und kann euch nun einige exklusive Tipps verraten – seid also gespannt!

Alleine wegen des Weihnachtsmarkts ist Heidelberg schon einen Besuch wert! Die Altstadt wird zauberhaft erhellt und die ganze Stadt verströmt eine vorweihnachtliche Stimmung.
Neben den zahlreichen Ständen, an denen ihr Glühwein und süße sowie herzhafte Leckereien genießen könnt, gibt es auf dem Karlsplatz auch eine Eisbahn. Hier kann man auf Schlittschuhen seine Runden drehen und das winterliche Vergnügen hat sogar bis Anfang Januar geöffnet.
Dieses Jahr (2019) lädt der Markt, der sich über die gesamte Altstadt erstreckt, vom 25. November bis zum 22. Dezember zu einem Besuch ein. Für mich ist es einer der schönsten deutschen Weihnachtsmärkte überhaupt.

Doch auch zu jeder anderen Jahreszeit hat Heidelberg viel zu bieten. Das Heidelberger Schloss ist eine der bekanntesten Ruinen der Welt und sicherlich auch eine der schönsten. Vom Schlossberg aus habt ihr einen herrlichen Blick auf die gesamte Stadt, den Neckar über Rheinebene hinweg, bis zum Pfälzer Wald. Mit der Bergbahn könnt ihr bis zum Schloss fahren – und dann schon bei eurer Fahrt den Ausblick genießen, während ihr euch immer weiter in die Höhe begebt. Mein Tipp für euch ist nicht direkt beim Schloss auszusteigen, sondern noch eine Station weiterzufahren. Von dort aus habt ihr den wahrhaftig besten Ausblick! Für den ultimativen Weitblick könnt ihr auch noch in die nächste Bergbahn umsteigen, die euch hoch bis auf den Berg Königstuhl bringt.

Auch zu Fuß ist das Heidelberger Schloss sehr gut zu erreichen: Wenn ihr Lust auf eine Wanderung habt könnt ihr den Burgweg (kurzer Buckel), die Straße Friesenberg oder den Treppenweg (mit 426 Stufen) nehmen.
Ganz besonders für mich war es, als wir mit der Deutschlandabteilung eine exklusive Tour durch die Kasematten (verdeckte 500 Jahre alte Wehrgänge) bekommen haben. Mit Taschenlampen ausgestattet sind wir durch die feuchten, dunklen Gänge unter der Ruine gegangen und es herrschte wirklich eine abenteuerliche Atmosphäre.

Zum Mittagessen empfehle ich euch das Schnookeloch in der Altstadt. Das historische Lokal in der Haspelgasse hat einen Biergarten, der bei schönem Wetter zum draußen sitzen und Sonne genießen einlädt. Hier haben wir in gemütlicher Atmosphäre super lecker gegessen. Probiert doch mal die Maultaschen mit Brühe, die mit Zwiebel- Speck-Schmelze und hausgemachtem Kartoffelsalat serviert werden – das schmeckt einfach lecker! Toll fand ich auch, dass das Lokal Treffpunkt für viele Studentenverbindungen ist – auch Einheimische gehen hier gerne essen und am Abend wird oft zu Klaviermusik nach Lust und Laune gesungen und ausgelassen gefeiert.

Wenn ihr es gerne süß mögt, solltet ihr auf jeden Fall das Café Knösel, welches nur wenige Häuser neben dem Schnookeloch, in der Hapselgasse liegt. Hier gibt es den berühmten Studentenkuss. Das feine Schokoladenkonfekt mit Nugatfüllung hat neben dem ulkigen Namen auch eine schöne Geschichte. Als das Café 1863 gegründet wurde, erfreute es sich großer Beliebtheit, vor allem bei den jungen Damen der Stadt, die die süßen Versuchungen der Chocolaterie liebten. Dies entging auch den Studenten nicht und sie kamen ebenfalls immer häufiger vorbei. Allerdings waren die jungen Damen stets in Begleitung ihrer wachsamen Gouvernanten. Dem Gründer und Konditormeister Fridolin Knösel entging dies nicht und er kreierte ein besonders feines Schokoladenkonfekt – den Studentenkuss, den die jungen Leute als Zeichen der Verehrung verschenken konnten. Noch heute wird die Leckerei von den Nachfahren Fridolin Knösels nach dem Originalrezept von Hand gemacht und im wunderschönen, historischen Café Knösel verkauft. Ob Student oder nicht, diese Leckerei verzaubert sicherlich jeden.

Bei einer etwa 50-minütigen Solarschifffahrt auf dem Neckar könnt ihr, angetrieben von der Kraft der Sonne, ganz sanft und leise über das Wasser gleiten. Heidelberg ist von Grün umgeben, das mit den Altbauten und dem Schloss für ein einmaliges Stadtbild sorgt. Vom Wasser aus könnt ihr all das wundervoll überblicken und dabei auch Kaffee und Kuchen an Board genießen. Die Fahrten sind barrierefrei gestaltet und somit für jeden zugänglich. Neben dem beheiztem Innenraum könnt ihr bei schönem Wetter auch auf dem Freideck sitzen und dort die Sonne zwischen Philosophenweg und Altstadt genießen.

Ein weiterer Tipp für alle Süßmäuler unter euch ist das Café Gundel am Karlsplatz. Hier könnt ihr super leckere Torten und einige ganz besondere Spezialitäten probieren. Zum Beispiel die Heidelberger Pflastersteine sind unglaublich lecker. Hierbei handelt es sich um feine Mandel-Biskuit-Törtchen mit Schokoladenstückchen, Nugatcreme und einer zarten Schicht Marzipan unter der Vollmilchschokoladenglasur. Ein wahrer Traum! Besonders bekannt ist das Café allerdings für die Kurfürstenkugeln. Diese entstanden um 1820, als Erinnerung an das frühere Kurfürstenpaar, um die Geschichte des Heidelberger Schlosses in Erinnerung zu rufen und für eine Erhaltung zu plädieren. Der Bäckermeister Gundel, dessen Nugatcreme schon zu dieser Zeit beliebt und bekannt war, wurde beauftragt eine Süßigkeit zu kreieren. Letztendlich kam ihm die Idee: feines Biskuit mit einer Füllung aus dem legendärem Nugat, umhüllt von einer Marzipanschicht und Schokolade. Als Erinnerung an die Fürstin kreierte er auch eine helle Version mit weißer Schokolade. Sie werden stets zusammen verpackt und erinnern sowohl an das Liebespaar als auch an die dunklen und die hellen Aspekte der Geschichte des Schlosses. Wenn euch bei all diesen Köstlichkeiten auch das Wasser im Mund zusammen läuft, dann stattet dem Café Gundel, hinter dem Rathaus, auf jeden Fall einen Besuch ab.

Die Welde Brauerei liegt zwar nicht direkt in Heidelberg, sondern in Plankstadt, dies ist aber ganz schnell und einfach zu erreichen und auf jeden Fall einen Besuch wert! Bei einer Führung könnt ihr hautnah und mit allen Sinnen erleben, wie Bier heutzutage hergestellt wird. Die Erklärungen, wie alles funktioniert, waren total spannend und da es die Brauerei schon seit 1751 gibt, erfahrt ihr auch viel Interessantes über die lange Geschichte des Betriebs. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – natürlich könnt ihr am Ende auch die Biere verkosten. Ich fand sie wirklich lecker und bei der Auswahl von Pils über Weizen bis hin zu Radler oder alkoholfreiem Bier ist sicher für jeden etwas dabei. Dass ihr ein Welde Bier trinkt, merkt ihr übrigens sofort an der witzigen Flaschenform! Der Flaschenhals ist gewellt und sorgt so für einen absolut einzigartigen Look. Bei schönem Wetter könnt ihr auch toll draußen im Hof sitzen und dort eure Getränke genießen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Heidelberg wirklich eine wunderschöne Stadt ist und sich, egal zu welcher Jahreszeit, einfach immer lohnt. Ich werde sicherlich noch öfter herkommen und empfehle jedem von euch sich die Stadt auch einmal anzusehen oder mal wieder hinzufahren. Falls ihr nun genau darauf Lust bekommen habt, schaut doch mal bei unseren Gruppenreiseideen vorbei.

Bis demnächst,
Steffi Träger | Profi für Vertriebsinnendienst Nord