USA zu Land und Wasser – Teil 2


Im ersten Teil meines Reiseberichts über die USA habe ich euch von meiner Kreuzfahrt entlang der Ostküste, von Delfinen, Satellitenstarts, flüssigem Sonnenschein und Piraten erzählt.

Im zweiten Teil werde ich nun von New York und Washington schwärmen und euch hoffentlich den ein oder anderen nützlichen Tipp mit auf den Weg geben.

Nach zwei Wochen Kreuzfahrt hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen. New Yorker Boden, um genau zu sein. Und nun hatten wir zweieinhalb Tage Zeit, um die Stadt zu erkunden – eigentlich viel zu kurz. Wenn ich New York in einem Wort beschreiben müsste, wäre das „krass“. Es ist einfach so viel los, so viele Menschen, Bilder, Geräusche und Gerüche. Die Häuser ragen in den Himmel, überall sind Lichter und es herrscht ein buntes Treiben – tagsüber wie auch nachts. Es ist wirklich die Stadt, die niemals schläft!

Obwohl New York natürlich ein super U-Bahn System hat, haben wir das meiste zu Fuß erkundet. Die Brooklyn Bridge solltet ihr euch nicht entgehen lassen! Auf ihr gibt es einen breiten Rad- und Fußweg und man kann hier super spazieren gehen und währenddessen den Ausblick aufs blaue Wasser und die Hochhäuser Brooklyns und Manhattans genießen. Die Brücke verbindet die beiden Stadtteile miteinander und zählt wohl zu den berühmtesten der Welt. Als sie in 1883 fertiggestellt wurde, war sie außerdem die weltweit längste Hängebrücke. Wusstet ihr, dass sie von einem gebürtigen Deutschem, John August Roebling aus Thüringen, erbaut wurde? Sie symbolisiert den American Dream und als ich bei sonnigem Wetter über die Brücke spaziert bin, habe ich mich auch ein bisschen wie im Traum gefühlt.

In Manhattan angekommen, empfehle ich euch unbedingt zum Rockefeller Center zu gehen. Die Tickets fürs „Top of the Rock“ solltet ihr am besten schon vorher online bestellen, dann spart ihr euch nämlich lange Wartezeiten. Der Ausblick aus dem 70. Stock ist unglaublich – ihr könnt Wolkenkratzer, Parks und das World Trade Center perfekt überblicken und kommt sicher, so wie wir, aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Die Aussichtsplattform hat übrigens bis Mitternacht auf, wenn ihr mögt, könnt ihr also auch das Nachtleben und die Lichter New Yorks im Dunkeln von ganz oben überblicken!

Sehr beeindruckend empfand ich Ground Zero. Der Ort, an dem früher die Zwillingstürme des World Trade Centers standen, ist heute Gedenkstätte und Mahnmal. Es ist sehr würdevoll gestaltet und vor allem das 9/11 Memorial ist einen Besuch wert. Anstelle der Zwillingstürme befinden sich dort nun zwei große Wasserbecken, in die die Namen der fast dreitausend Opfer des Terroranschlags gefräst wurden. Es regt zu Nachdenken an und macht ein bisschen bedrückt. Trotzdem würde ich es euch auf jeden Fall empfehlen, weil es an einen sehr wichtigen Teil der amerikanischen Geschichte erinnert. Für mich war es ein absolutes Highlight.

Was mich besonders erstaunt hat war, dass New York wirklich viel Grün hat. Im Großstadtdschungel gibt es immer wieder Parks mit riesigen Grünflächen, die einen wundervollen Ausgleich zu all dem Grau bieten. Neben dem weltberühmten Central Park, hat es mir vor allem der High Line Park angetan. Der ist eine wahre Oase über der Stadt und mein absoluter Geheimtipp für euch. Der Park zieht sich über 2 Kilometer lang durch Manhattan, nirgendwo anders als auf einer stillgelegten Hochbahntrasse! In 1980 fuhr der letzte Zug auf dieser Strecke und seit 2009 wurde es zu einem öffentlichen Park umfunktioniert. Man kann hier bunte Blumen und strahlend grüne Pflanzen bestaunen, sich von den süßen Gerüchen betören lassen und hat gleichzeitig einen unglaublichen Ausblick über die Stadt und auf den Hudson River.

Mein letzter Tipp aus New York ist Coney Island. Die Halbinsel in Brooklyn erinnert an einen Jahrmarkt und wir legten am letzten Tag einen Zwischenstopp ein, um am Strand ein wenig zu entspannen. New York zeigt sich hier von einer ganz anderen Seite und es gibt, neben dem Strand, zahlreiche Fahrgeschäfte und eine Fressmeile mit amerikanischen Klassikern wie Hamburgern und Hotdogs. Wir hätten am liebsten noch etwas mehr Zeit hier verbracht, doch leider mussten wir viel zu schnell wieder los, um unseren Flug zu erwischen.

Generell würde ich gerne noch ein Mal nach New York reisen, da die Stadt viel mehr zu bieten hat, als wir in der kurzen Zeit entdecken konnten. Bis bald, Big Apple! Wir sehen uns bestimmt nochmal wieder.

Trotzdem bin ich froh, dass wir einige Tage unserer Reise genutzt haben, um Washington zu bereisen. Darauf hatte ich mich schon im Vorhinein am allermeisten gefreut, weil ich die Stadt schon seit Jahren besuchen wollte. Und tatsächlich war ich bei meinem Besuch hellauf begeistert.

Anders als in New York, gibt es in Washington breitere Straßen mit weniger hohen Häusern, die dafür aber umso schöner sind. New York hat Parks, die für ordentlich Grün im sonstigen Grau der Stadt sorgen – Washington hingegen ist durch und durch grün. Große Wiesenflächen und Bäume durchziehen die ganze Stadt. Einfach wunderschön!

Beim Schlendern durch die Straßen kann man viele historischen Gebäude bewundern, von denen ich einige aus Dan Brown Büchern wiedererkannte. Ich habe mich sofort in den Charme der Stadt verliebt!

Natürlich empfehle ich euch in Washington das Weiße Haus anzuschauen! Das edle Gebäude sieht wirklich imposant aus, mit großer amerikanischer Flagge und vielen Wachen, die aufpassen, dass keine Unbefugten zu nahe herankommen. Als deutscher Staatsbürger ist es leider nicht möglich, das Weiße Haus von innen zu besichtigen, aber trotzdem sollte man es sich unbedingt von außen angucken.

Im ikonischen weißen Kuppelgebäude des Kapitols, das als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt, wird seid über 200 Jahren amerikanische Geschichte geschrieben. Hier tagen bis heute der Senat und das Repräsentantenhaus. Das Gebäude ist Teil des sogenannten Kapitol-Komplex, der aus ungefähr einem Dutzend Einrichtungen um das Kapitol herum besteht. Dazu gehört unter anderem die Library of Congress und die Gebäude des Supreme Courts, dem obersten Gerichtshof. Ihr solltet unbedingt bei einer der kostenlosen Führungen durch das „Capitol Visitor Center“ mitmachen. Meldet euch dafür einfach vorher online an. Es lohnt sich definitiv!

Bei einem Besuch im Pentagon werdet ihr von der schieren Größe beeindruckt sein. Der Hauptsitz des Verteidigungsministerium der USA zählt zu den Top Ten größten Gebäuden weltweit. Die Wände des Pentagons erstrecken sich, wie der Name sagt, in Form eines Fünfecks und seine tatsächliche Größe hat alle meine Vorstellungen übertroffen. Alleine ein Blick auf das Gebäude von außen ist einen Besuch wert. Aber auch eine Tour durch das Innere ist möglich, diese solltet ihr nur einige Zeit im Voraus buchen. Bei einer Führung durch das Ministerium erzählt euch ein uniformierter Soldat spannende Fakten, vom Bau bis hin zu den Terroranschlägen, die auf das Gebäude verübt wurden. Es ist super interessant und sehenswert!

Ein schieres Meer von weißen Steinen auf grüner Wiese, soweit das Auge reicht. Dieses Bild bietet sich euch auf dem Nationalfriedhof Arlington. Eine ganz besondere, ehrfürchtige Stimmung herrscht hier, zwischen den über 260.000 Grabsteinen ehemaliger US Soldaten, Veteranen, Präsidenten und deren Angehörigen. 

Das wohl bekannteste Grab gehört John F. Kennedy, der in 1963 beigesetzt wurde. Seitdem leuchtet an seiner letzten Ruhestätte eine „ewige Flamme“ und bis heute wird sie jedes Jahr von tausenden Menschen aufgesucht. Meiner Meinung nach ist der Soldatenfriedhof eine Denkstätte der ganz besonderen Art und ich bin froh, sie besucht zu haben.

Am liebsten wäre ich noch viel länger in Washington geblieben, hätte die Stadt erkundet und all die spannenden Museen besucht. Unser Urlaub war viel zu schnell vorbei! Ich würde eine Reise durch die USA jedem von euch empfehlen, da es einfach so viel zu entdecken gibt.
Falls ich euch überzeugen konnte und ihr Lust bekommen habt mit einer Reisegruppe in die USA zu fliegen, schaut doch mal bei unseren Angeboten vorbei.

Bis zum nächsten Mal!
Karina Stöckl / Profi für Qualitätsmanagement