USA zu Land und Wasser – Teil 1


Wie kommt man dazu, eine 15-tägige Kreuzfahrt von der Ostküste der USA bis zu den Bahamas und zurück zu machen? Wahrscheinlich geschieht dies meistens aus dem Wunsch heraus Amerika zu erkunden und die verschiedensten Städte und Staaten zu sehen. Bei uns passierte das Ganze aber ehrlich gesagt eher zufällig. Mein Mann und ich wollten unbedingt eine Kreuzfahrt machen, mussten uns aber zeitlich nach den Ferien unseres Sohns richten und so haben wir die Reise durch die USA entdeckt. Die Strecke, die Zeit, das Schiff – alles hat gestimmt. Wenig später ging es für uns also in den Flieger und ab nach New York.

Mein erstes Highlight der Reise bot sich uns schon aus dem Flugzeug heraus: die Skyline von New York mit all ihren Farben und Lichtern, in voller Schönheit. Was ein Anblick! Auch auf dem Weg vom Flughafen zum Schiff, das in New Jersey anlegt hatte, konnten wir den Big Apple noch etwas weiter auf uns wirken lassen. Nach der Kreuzfahrt würden wir das Großstadt-Feeling dann noch mehr zu spüren bekommen, aber dazu später mehr.

Unsere Fahrt begann um Mitternacht und der Kapitän erzählte uns, er habe „einen Deal mit der Stadt gemacht“ und dürfte nun nur für uns etwas ganz Besonders machen. Er hat nicht übertrieben und wir haben nicht schlecht gestaunt, als er direkt nach der Abfahrt einmal um die Freiheitsstatue gefahren ist! Von der Lady Liberty begrüßt zu werden – das war ein genialer Start in die Kreuzfahrt 😊

Nachdem wir den ersten Tag auf dem Schiff damit verbracht hatten uns auszuruhen und irgendwie den Jetlag in den Griff zu bekommen, ging es als ersten Stopp nach Norfolk. Hier befindet sich die größte Marinebasis der Welt. Im Militärhafen der US Marine haben wir riesige Flugzeugträger gesehen, größer als ich sie mir jemals vorgestellt hätte! Da hatte ich schon Respekt vor und es war wirklich beeindruckend. Obwohl es Oktober war, war das Wetter unglaublich heiß und wir haben daher nicht allzu viel unternommen. Dennoch hat sich uns etwas Unvergessliches geboten: Rund um unser Schiff herum waren plötzlich lauter Delfine! Damit hatten wir nicht gerechnet und es war so eine schöne Überraschung. Delfine sind total verspielte Tiere und ich hätte sie am liebsten stundenlang beobachtet.

In Charlestons Straßen fühlt man sich wirklich, wie im Film: Plötzlich bist du mitten in „Vom Winde verweht“– Südstaaten-Feeling pur! Die Stadt ist eine Mischung von weißen Villen und bunten süßen Häusern, überall stehen Palmen und nicht selten sieht man eine Pferdekutsche durch die Straßen fahren. Wenn ich es mir recht überlege, war das die wohl schönste Stadt, in der wir waren. Den Tag haben wir damit verbracht die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, mit Stadtplan und einigen Tipps, die wir vom Schiff mitgenommen hatten. Ich würde euch empfehlen durch die Straßen zu schlendern und die Stadt auf euch wirklich zu lassen. Dabei solltet ihr euch auch die „Rainbow Row“ nicht entgehen lassen. Die Häuser in dieser Straße leuchten in allen Farben des Regenbogens und das Ganze ist zu einer Art Wahrzeichen der Stadt geworden, zu Recht, wenn ihr mich fragt. Es sieht einfach so toll aus!

Als wir am Port Canaveral angelegt haben, ging es, auf Wunsch unseres Sohnes, in die Universal Studios. Die Fahrt dorthin dauerte etwas unter einer Stunde, was für amerikanische Verhältnisse wirklich nur ein Katzensprung ist. Somit stand dann für uns Achterbahn fahren und Shows angucken auf dem Programm – die meisten sind von Film und Fernsehen inspiriert z.B. von den Minions oder Harry Potter. Man kann zum Beispiel den Hogwarts Express besuchen. Meinem Sohn hat es super gefallen. So ganz meine Welt war der Freizeitpark zwar nicht, dafür bot sich mir aber am Abend ein absolutes Highlight: Von Bord aus konnten wir mit perfektem Blick auf das berühmte Cape Canaveral einen Satelliten-Start beobachten! Zum Glück ist der Satellit erst losgeflogen, als wir wieder vom Freizeitpark zurück waren, denn ich hätte mich echt geärgert, wenn ich das verpasst hätte! Es war genauso, wie man es sonst nur aus dem Fernsehen kennt – Rauch, Feuer und eine richtige Rakete, die ins All hinaufsteigt. Ein einzigartiges Erlebnis!

Mit Miami verbindet man wahrscheinlich Strand und Sonnenschein, doch wir verbrachten hier unseren einzigen Regentag. Was man aber daraus macht, ist immer eine Sache der Einstellung: In Miami wird der Regen einfach „liquid sunshine“ also „flüssiger Sonnenschein“ genannt. Total positiv, oder? 😊 Wir machten eine Stadtrundfahrt und da ich großer Fan von CSI Miami bin, fuhren wir auch einige der Drehorte der Serie ab. Es ist zu cool die Orte, die man nur aus dem Fernsehen kennt, mit eigenen Augen zu sehen!

Aber auch sonst ist Miami wirklich sehenswert. Besonders gut hat uns Little Havana gefallen. Es ist, als wäre man plötzlich in einer ganz anderen Welt – alle Schilder sind plötzlich auf spanisch und keiner spricht mehr englisch! Hier kann man richtig schön authentisch Tacos oder Fajitas essen – himmlisch lecker. Ich kann das auf jeden Fall nur empfehlen. Es fühlt sich an, als hätte man spontan einen Abstecher nach Mexiko gemacht!

Abgerundet wurde die Kreuzfahrt mit einem Tag in Nassau, der Hauptstadt der Bahamas. Himmlisches Blau, soweit das Auge reicht, Palmen, Sonne, Sandstrand – ein einziges Paradies!
Früher hatten die Bahamas mit einem schlimmen Piratenproblem zu kämpfen – heute gibt es für Touristen ein Piratenmuseum. Zwischen Sandstrand und Wasserpark haben wir auf der Insel einfach mal entspannt und das wunderschöne Urlaubsfeeling auf uns wirken lassen. Neben Chillen stand aber auch noch etwas Kultur auf dem Programm: die „Queen’s Staircase“. Diese Treppe wurde im 18. Jahrhundert anlässlich eines Besuchs von Queen Victoria von Hunderten Sklaven aus bloßem Fels gehauen. Das Ganze ist gleichzeitig beeindruckend und schrecklich, da viele der Sklaven bei der schweren Arbeit ums Leben kamen. Einen Besuch würde ich euch auf jeden Fall empfehlen, die Treppe sieht unglaublich aus und regt zum Nachdenken an.

Zurück an Bord haben wir, während der nächsten zwei Tage, die wir brauchten um wieder nach New York zu fahren, die Annehmlichkeiten auf dem Schiff genossen. Hier konnten wir den Pool benutzen, es gab ein Fitnessstudio und natürlich super leckeres Essen! Alles an Bord hat uns richtig gut gefallen und während der Reise war das Schiff unsere „Home-Base“, auf der wir und richtig wohl gefühlt haben. Etwas wehmütig war ich also schon, als unser Schiff ein letztes Mal anlegte und wir von Bord gingen.

Trotzdem haben wir natürlich lauter schöne Erinnerungen, Momente und Eindrücke von unserer Reise mitgenommen und ich kann eine Kreuzfahrt aus vollem Herzen empfehlen. Es ist einfach perfekt, um in kürzester Zeit lauter verschiedene Orte kennenzulernen und ganz viel zu erleben.

Probiert es doch mal selbst als Gruppenreiseidee aus – vielleicht seid ihr und eure Gäste dann ganz genauso begeistert wie ich!
Wie es weiter ging, nachdem wir von Bord gegangen sind, und was wir in New York und Washington so erlebt haben, davon erzähle ich euch im zweiten Teil.
Ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen und ihr seid auch beim nächsten Mal wieder dabei.

Bis dann!
Karina Stöckl / Profi für Qualitätsmanagement