Auf nach Oslo!


Noch vor ein paar Monaten hätte ich nicht damit gerechnet, dass ich so schnell mal Skandinavien besuchen würde. Natürlich möchte ich gerne die Welt bereisen, aber Skandinavien stand dabei immer eher am Ende meiner Liste. Durch meine Ausbildung bei SERVICE-REISEN habe ich allerdings auch in der Skandinavien-Abteilung gearbeitet und gemerkt, wie viel diese Region zu bieten hat.

Für ein Schulprojekt sollte ich dann mit drei Mitschülern eine Stadt promoten und wir entschieden uns für Oslo. Da wir alle noch nie in der norwegischen Hauptstadt waren, wurde schnell klar, dass wir einen Flug buchen und uns die Stadt angucken müssten. Was ich dort erlebt habe, hat meine Meinung über Skandinavien komplett verändert!

Gesagt getan – am 10.01.2019 ging es mit dem Flugzeug von Frankfurt in Richtung Oslo. Wir hatten riesiges Glück und sind in ein fast leeres Flugzeug eingestiegen. Die Mitglieder der Bordcrew hatten so wenig zu tun, dass sie sogar Karten mit uns gespielt haben – sowas habe ich auch noch nicht erlebt 😀

Am Ende des zweistündigen Fluges hatten wir außerdem Zeit die norwegische Landschaft zu bewundern – schon aus dem Flugzeug heraus sah es einfach beeindruckend aus!

Wir landeten am Flughafen Gardermoen, und obwohl das ein Osloer Flughafen ist, liegt er ungefähr 50km außerhalb der Stadt. Ich rate euch auf jeden Fall, lieber mit dem Regionalzug der NSB ins Zentrum zu fahren und nicht mit dem „Flytoget„, der extra vom Flughafen zum Hauptbahnhof fährt. So müsst ihr nämlich nur die Hälfte bezahlen und kommt trotzdem fast genauso schnell an.

Geschlafen haben wir im Scandic Victoria Oslo Hotel, das super zentral liegt. Wir konnten von dort aus viele Sehenswürdigkeiten ganz einfach zu Fuß erreichen.

Dazu zählt zum Beispiel das königliche Schloss – ein wunderschönes Gebäude, umgeben von einem großen Park im Stil der englischen Landschaftsgärten mit zahlreichen Teichen. Vollkommen zufällig und ungeplant waren wir genau zur Zeit der Wachablösung dort. Die findet jeden Tag um 13:30 Uhr statt und erinnert definitiv ein bisschen an den Buckingham Palace. Das war super cool!

Auch ganz in der Nähe unseres Hotels befand sich das Opernhaus Oslo. Es steht in großem Kontrast zum alten Schloss, denn die Oper wurde erst in 2008 eröffnet und ist mit den großen Glasflächen sehr schick und modern.

Am Rande der Oper, die am Wasser liegt, haben wir dann etwas Witziges entdeckt: Wer bei den winterlichen Temperaturen mal eine Aufwärmung braucht, kann sich ein Sauna-Boot mieten! Die Kosten dafür liegen zwischen 150 und 180€, es passen aber auch bis zu zehn Leute in ein Boot. Selbst ausprobiert haben wir es nicht, aber ich finde es wirklich abgefahren.

Der Vigeland Skulpturenpark, den wir im Anschluss besucht haben, ist auf jeden Fall auch einen Besuch wert. Die Skulpturen des norwegischen Künstlers Gustav Vigeland sind teilweise schon echt schräg, aber sehen auch wirklich cool aus. Die Abbildungen aus Granit, Bronze und Schmiedeeisen zeigen nackte Menschen in oftmals seltsamen Posen und sollen den Zyklus des Lebens darstellen.

Gleich mehrere spannende Museen befinden sich auf der Halbinsel Bygdøy. Die ist doch etwas weiter weg, weshalb wir mit dem Bus hingefahren sind. Hier ist es sehr praktisch sich den Oslopass zu kaufen, mit dem man den Nahverkehr nutzen und gleichzeitig einige Vorteile genießen kann – zum Beispiel kostenloser oder vergünstigter Eintritt in viele Museen, Rabatt in einigen Restaurants und kostenlose City Walks. Auf jeden Fall ein heißer Tipp!

Auf Bygdøy angekommen mussten wir leider feststellen, dass das Norsk Folkemuseum geschlossen hatte – im Winter ist es nämlich immer nur bis 16 Uhr geöffnet. Eigentlich hätten wir es gerne besucht, da es ein Freilichtmuseum mit über 160 historischen Bauwerken ist. Unter anderem gibt es dort eine Kirche, die um das Jahr 1200 gebaut wurde!

Nachdem dies nun leider nicht möglich war, haben wir dann spontan das „Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien“ besichtigt und eine Ausstellung über die Auslieferung norwegischer Juden nach Auschwitz angesehen. Es war sehr traurig und emotional aber auch sehr interessant und empfehlenswert.

Ganz anders und deutlich weniger ernst ist hingegen das „Wikingerschiffmuseum„. Hier kann man drei echte alte Wikingerschiffe bestaunen, die restauriert wurden und super cool aussehen. Neben den Schiffen lernt man auch viel über das Leben der Wikinger. Das ist, glaube ich, wirklich ein Museum für Menschen jeden Alters und sicherlich haben Kinder hier auch viel Spaß. Für alle unter 18 Jahren ist der Eintritt sogar kostenlos!

Mein absolutes Highlight der Reise ist allerdings nicht auf der Museumsinsel, sondern am anderen Ende Oslos auf dem Festland zu finden, ganz oben auf einem Berg – die Skisprungschanze Holmenkollen.

Der Oslopass ermöglicht den kostenlosen Besuch des Skimuseums Holmenkollen, zu dem auch die Schanze gehört. Das absolute Highlight des Museums ist der Fahrstuhl, der sich darin befindet. Mit dem kann man ganz nach oben auf die Aussichtsplattform der Skischanze fahren. Von dort aus kann man ganz Oslo erblicken, was von so weit oben einfach wie gemalt aussieht – eine wirklich atemberaubende Aussicht! Das werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Später ging es für uns zurück in die Innenstadt und nachdem wir etwas zu Abend gegessen hatten, wollten wir gerne das Osloer Nachtleben erkunden. Leider mussten wir feststellen, dass viele Kneipen, Clubs und Bars niemandem unter 23 Jahren Einlass gewähren, und das, obwohl man in Norwegen ab 20 Jahren hochprozentigen Alkohol kaufen und konsumieren darf. Das solltet ihr also beachten.

Dann war unser Trip leider auch schon so gut wie vorbei. Am letzten Tag haben wir uns noch das Nobel-Friedenszentrum angeguckt, in dem es eine interessante Ausstellung über Friedensnobelpreisträger und die allgemeine Geschichte des Preises zu sehen gibt. Wenn ihr einen Oslopass habt, ist auch hier der Eintritt kostenlos!

Außerdem wollte ich zum Abschluss noch eine kulinarische Spezialität des Landes probieren und habe mir einen Elch-Burger gegönnt. Ich fand ihn wirklich lecker und mal etwas anderes.

Dann ging es für uns mit dem Zug wieder zurück zum Flughafen und kurz darauf landeten wir auch schon wieder in Frankfurt.

Obwohl es nur eine kurze Reise war, habe ich doch sehr viel Neues erfahren können, was mich davon überzeugt hat, dass Skandinavien total viel zu bieten hat. Ich würde auch wirklich gerne nochmal irgendwann nach Oslo zurück, aber vorher stehen noch einige andere Reiseziele auf meiner Liste.

Ich hoffe, mein Blogbeitrag hat euch gefallen und dass ich euch Norwegen etwas näher bringen konnte. Alle unsere Oslo-Ideen für Ihre nächste Gruppenreise sind übrigens auf unserer Webseite ganz einfach zu finden. 🙂

Bis bald,

David Küster I Jungprofi