Wir war’n ma‘ in der Toskana


Ein Wochenende Sonne, Gelato, Wein und einfach wieder Italien genießen – das war der Plan für mich und meine „italienischen“ Kollegen. Also ging es los in die Toskana und in nur vier Tagen haben wir versucht, so viel wie möglich mitzunehmen. Wir konnten uns insgesamt tatsächlich sechs Städte anschauen und innerhalb der kurzen Zeit unsere Seele wieder mit italienischem Flair aufladen.

Bevor es losging war ich als neues Teammitglied schon ganz gespannt und ehrlicherweise auch etwas aufgeregt. Besonders gefreut habe ich mich auf das italienische Essen 🙂 Diese Nation weiß einfach, wie man gemütlich zusammen isst und es gebührend zelebriert.

Unser Programm startete mit dem Besuch eines Olivenhains, auf dem wir uns die Ölproduktion in der Olivenmühle sowie die großen Olivenfelder anguckten. Das war super spannend und etwas ganz Neues für mich. Mir war gar nicht bewusst, wie viel Arbeit hinter der Ölproduktion steckt. Es lohnt sich definitiv, das beweist der Geschmack! Habt ihr schon mal Olivenöle wirklich miteinander verglichen? Unfassbar, wie sich der Geschmack unterscheiden kann.

Eines meiner Highlights war das Mittagessen – na klar! 😉 –, welches wir nach der Besichtigung auf dem Landgut genießen konnten. Es war eines der besten Essen, die ich je hatte, denn wir wurden vom hoteleigenen Chefkoch mit mehreren Gängen bekocht – ein Traum, der von mir fünf Sterne bekommt! Das Essen, der leckere Weißwein und ein Spaziergang auf den Olivenhainen, da ging es mir einfach nur gut.

Nach dem Essen stand etwas auf dem Programm, auf das mich besonders gefreut hatte: Pisa! Wir machten einen Stadtrundgang und haben uns natürlich den schiefen Turm angeguckt – jedes Mal wieder ein Muss. Selbstverständlich haben wir es und nicht nehmen lassen hier witzige Fotos zu schießen, Spaß muss sein. Aber auch sonst ist Pisa eine wunderschöne Stadt, deren Architektur mich beeindruckt. Es macht auch Spaß einfach durch die Straßen zu schlendern und das italienische Lebensgefühl aufzusaugen. Hauptsächlich sieht man hier neben Touristen übrigens junge Leute, da Pisa eine typische Studentenstadt ist.

Leider konnten wir nicht allzu lange bleiben, denn gleich danach ging es nach Lucca. Die Stadt begrüßte uns in typisch italienischer Entspanntheit: mit einem Aperitif. 😀
Lucca ist ein besonderer Tipp für alle, die gerne mittelalterliche Kirchen besichtigen – es wird nämlich auch als „Stadt der 100 Kirchen“ bezeichnet! Aber auch die Türme sind beeindruckend und haben eine lustige Geschichte: Während des 14. Jahrhunderts galten sie als Zeichen von Wohlstand, ganz nach dem Motto: je höher der Turm, desto reicher die Familie! Deshalb haben die verscheidenden Familien versucht immer höhere und imposantere Türme zu bauen. Der Torre Guinigi ist mit seinen 44 Metern Höhe einer der wenigen noch erhaltenen Türme der Stadt. Die Luccheser Familie Guinigi ließ ihn direkt neben ihren Palast bauen und neben dem Angeben hatte der Turm auch die Funktion vor Angriffen zu schützen. 😉 Wer möchte kann übrigens die 200 Stufen bis an die Spitze des roten Steinturms laufen – der Ausblick ist die Anstrengung auf jeden Fall wert!


Am Abend waren wir kurz in Monte Carlo – dem toskanischen natürlich 😉 . Statt dem High Life und Glücksspiel der gleichnamigen Stadt, kann ich hier in der Toskana das Weingut „Fattoria il Poggio“ von Herzen empfehlen. Neben einem exzellenten Essen ist der Wein extrem gut. 

Siena ist eine zauberhafte Stadt, in der ich gerne noch mehr Zeit verbracht hätte. Wir konnten unter anderem den „Piazza del Campo“ besichtigen, einen Platz im Stadtzentrum, auf dem jedes Jahr das berühmte Pferderennen „Palio di Siena“ ausgetragen wird. Sollte sich mir irgendwann die Möglichkeit bieten, würde ich wirklich gerne nochmal nach Siena zurückkommen, während dieses Rennen stattfindet. Es ist bestimmt ein unglaubliches Spektakel!

San Gimignanos schöne historische Gebäude haben mich wirklich beeindruckt – kein Wunder, dass der Stadtkern ein Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist. Wenn ihr mal in der Toskana seid, solltet ihr unbedingt hierher fahren. Obwohl wir vom Mittagessen noch pappsatt waren, haben wir es uns trotzdem nicht nehmen lassen, Gelato zu essen. Und zwar nicht irgendwo, sondern stilvoll in der „„; einer Eisdiele, die von 2006 bis 2009 „Gelato World Champions“ waren! Ich kann also behaupten, das weltbeste Eis probiert zu haben – und es war wirklich lecker! Solltet ihr San Gimignano sein, dürft ihr euch das auf keinen Fall entgehen lassen.

Zuletzt besuchten wir noch Florenz, eine weitere Stadt, auf die ich mich von Anfang an gefreut hatte. Die Reise konnten wir hier mit einer Besichtigung der Markthallen und mit Bruschetta, Wein und Pizza abrunden. Die Markthallen sind zwar kein Geheimtipp mehr, aber einen Besuch kann ich euch dennoch wärmstens empfehlen: In der unteren Etage gibt es diverse Anbieter für alles, was das kulinarische Herz begehrt! Ob Gemüse, Käse, Fleisch, Wein, Gewürze oder Öle, wer gute Zutaten für sein Essen sucht, kauft hier ein. Im zweiten Stockwerk gibt es viele verschiedene Stände, an denen ihr frisch gekochtes Essen bekommt, und jede Menge Sitzmöglichkeiten. Der perfekte Ort also, wenn ihr euch durch viele unterschiedliche Spezialitäten probieren wollt. Natürlich hat Florenz noch weit mehr zu bieten, allein für die Kunst in dieser Stadt hätte ich noch eine Woche bleiben können, aber dafür fehlte uns dann leider die Zeit. Wer die Stadt ausgiebig kennenlernen möchte, sollte mindestens zwei bis drei Tage einplanen.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass die Toskana ein traumhaftes Urlaubsziel für Gruppen ist, unabhängig davon, ob man sich Kultur, Städtetrubel oder kulinarische Köstlichkeiten von der Reise erhofft. Egal ob man im Sommer oder, so wie wir, im November anreist, die Gegend sorgt einfach für das perfekte Urlaubsfeeling!

Liebe Grüße,

Ann-Kathrin Pfaff | Profi für Italien