Verliebt in Berlin


Wahrscheinlich werde ich Berlin mein Leben lang mit Klassenfahrten verbinden. Mittlerweile war ich schon einige Male in der deutschen Hauptstadt und das auch ganz ohne Lehrer. 😉 An der Vorfreude von damals hat sich allerdings nichts geĂ€ndert, denn Berlin ist eine der StĂ€dte, die mir die perfekte Mischung aus Dingen, die mir so gut gefallen, dass ich sie bei jedem Besuch wiederholen möchte, und stĂ€ndiger VerĂ€nderung bietet, sodass man immer etwas Neues erleben kann.

Zu den Dingen, die ich immer gerne wiederhole, gehört zum Beispiel ein Besuch auf den Thai-Wiesen oder wie es offiziell heißt, im Thai-Park. Auf den ersten Blick ist er ein ganz normaler Park, doch wenn ihr euch ein bisschen nĂ€her herantraut, findet ihr euch auf einem echten Streetfood-Markt wieder – allerdings nicht so, wie ihr das jetzt vielleicht denkt. Im Thai-Park werdet ihr statt Streetfood-Trucks thailĂ€ndische Frauen und MĂ€nner finden, die Pavillons, Gaskocher und KĂŒhlboxen voll mit Lebensmittel in riesigen Tragetaschen heranbringen und somit ihre KĂŒche von zuhause auf den Rasen des Parks verlegen. Wenn ihr auf den Thai-Wiesen ankommt, solltet ihr euch erst einmal einen Überblick verschaffen. Viele StĂ€nde bieten Ă€hnliche Speisen und GetrĂ€nke an, aber es lohnt sich definitiv zu beobachten, wo die meisten Menschen in der Schlange auf ihr Essen warten. Mein „MenĂŒâ€œ besteht meistens aus ein paar FrĂŒhlingsrollen und HĂ€hnchenspießen zur Vorspeise, einem roten oder grĂŒnen Curry mit Nudeln oder Reis zur Hauptspeise und Mango-Eis und einer Thai-Limonade zum Nachtisch. Mit der U-Bahn kommt ihr am besten hin, steigt einfach an der Station „Konstanzer Straße“ oder „Fehrbelliner Platz“ aus, und in wenigen Augenblicken werdet ihr euch fĂŒhlen, als wĂ€rt ihr plötzlich auf dem asiatischen Kontinent gelandet.

Genauso wie ein Besuch im Thai-Park gehört auch ein Spaziergang an der Spree fĂŒr mich zum Pflichtprogramm. Besonders in den Sommermonaten ist am Ufer einfach immer etwas los. Es gibt unzĂ€hlige StrandcafĂ©s und Bars in denen ihr gemĂŒtlich etwas trinken und essen könnt und außerdem auch immer etwas zu sehen. Straßenmusiker liefern euch an jeder zweiten Ecke den passenden Soundtrack fĂŒr eure Reise, und sind wir mal ehrlich, in so einer großen Stadt mit so vielen Menschen gibt es immer etwas, bei dem man seine Mitreisenden anstupst und ihnen leise „guckt mal da drĂŒben“ zuflĂŒstert.

Bei meinem Spree-Spaziergang vor einigen Wochen, habe ich an der Ecke des Monbijou Parks, direkt gegenĂŒber von der Museumsinsel, die Strandbar Mitte und das Monbijou Theater entdeckt. Soweit ich herausfinden konnte, gibt es im Theater immer ein Vorstellungsprogramm zur Sommer- und eins zur Winterzeit. Die SommerauffĂŒhrungen finden auf einer wunderschönen hölzernen FreilichtbĂŒhne statt, die durch Lichter innen und bunte Mosaikfließen an der Bar davor wunderschön dekoriert ist und sofort dazu einlĂ€dt, stehen zu bleiben und sich alles einmal ganz genau anzuschauen. Auch fĂŒr den kleinen Hunger in der Vorstellungspause ist gesorgt, denn in einer kleinen Nische zwischen Bar und Theatereingang verkauft ein italienisches Restaurant PizzastĂŒcke auf die Hand.

GegenĂŒber vom Theater ist dann die Strandbar Mitte. Sie ist nicht wie jede andere Strandbar, denn hier wird getanzt. Nein – nicht einfach so, und auch nicht zu den neusten Charthits, sondern richtiger klassischer Paartanz. Zwischen ein paar Palmen, StĂŒhlen und Tischen ist eine TanzflĂ€che aufgebaut, die sich jeden Abend einem anderen Tanz widmet. Und das Beste ist: Jeder kann mitmachen. Sagen wir mal es ist Mittwoch, und ihr habt Lust zu tanzen – der Besuch in der Tanzschule oder beim Hochzeits-Crashkurs ist aber schon einige Jahre her… kein Problem, denn bevor es so richtig los geht, beginnt jeder Abend mit einer einstĂŒndigen Tanzstunde, bei der alles Wichtige noch einmal wiederholt wird. DafĂŒr mĂŒsst ihr euch nicht einmal anmelden. FĂŒr TĂ€nzerinnen und TĂ€nzer gilt der Eintrittspreis von jeweils vier Euro, Zuschauerinnen und Zuschauer sind frei.

Ein weiteres neues Erlebnis war außerdem mein Besuch im Deutschen Technikmuseum. Erst einmal: Ich hĂ€tte niemals gedacht, dass es so groß ist und ich war auch wahnsinnig von dem tollen Preis ĂŒberrascht. Der Preis fĂŒr Studierende lag bei nur vier Euro, regulĂ€r betrĂ€gt er acht. DafĂŒr könnt ihr euch hier so lange aufhalten, wie ihr mögt und euch sehr viele Themenfelder anschauen. Anfangs war ich ein bisschen enttĂ€uscht, da die Bereiche zu Film und Fotografie aufgrund von Umbauarbeiten geschlossen waren, denn das war neben der Luftfahrt das Gebiet, auf das ich mich am meisten gefreut hatte. RĂŒckblickend war das aber gar nicht so schlimm, denn alles an einem Tag anschauen, das geht sowieso nicht! Schon alleine die Luftfahrt-Ausstellung befindet sich auf 6000 Quadratmetern FlĂ€che, und es gibt zu allen StĂŒcken viele Informationen zum Nachlesen auf Tafeln und auch als Audioaufnahme zum Anhören. Außerdem mĂŒsst ihr wahnsinnig aufmerksam sein, denn an einigen Ecken verstecken sich tolle Lichtinstallationen, die man erst einmal finden muss. 

Manchmal mĂŒsst ihr in der Luftfahrtausstellung ĂŒbrigens ein paar komische Wege gehen, denn von den tieferen Stockwerken ragt der Mast eines riesigen Schiffes nach oben. Ich war ziemlich baff, als ich in den Neubau des Museums kam und sah, dass hier nicht nur Teile von Schiffen sondern GefĂ€hrte in LebensgrĂ¶ĂŸe ausgestellt sind. Genauso ist es auch in der Ausstellung zum Schienenverkehr. In einer eigens dafĂŒr angefertigten Halle, stehen unzĂ€hlige Loks und Waggons, unter denen ihr hindurch und auf die ihr hinauf gehen könnt. Man fĂŒhlt sich fast wie ein Schaffner aus dem frĂŒhen 20. Jahrhundert. Neben der Luftfahrt hat mir dann aber die Ausstellung zu Konrad Zuse und dem ersten Computer der Welt am besten gefallen. Hier könnt ihr durch nachgebaute BĂŒrorĂ€ume spazieren und euch anschauen, wie ihr heute arbeiten mĂŒsstet, falls diese Riesen niemals weiterentwickelt worden wĂ€ren. Man hat sich fast schon ein bisschen gefĂŒhlt, als kĂ€me man selbst aus der Zukunft, wenn man sein Smartphone zum Vergleich danebenhielt. 😀

Das alles sind natĂŒrlich nur einige Ideen und Erlebnisse, die ich in Berlin gesammelt habe. Die bunte Stadt an der Spree bietet natĂŒrlich noch so viel mehr, und wenn ihr zum ersten Mal da seid, dann werdet ihr euch sicher erst einmal mit der Geschichte der Stadt beschĂ€ftigen wollen, die allein schon unzĂ€hlige BĂŒcher fĂŒllt. Mein Tipp fĂŒr euch ist allerdings: Kommt wieder her. Wiederholt, was euch gut gefallen hat, und probiert Neues aus. Dann könnt ihr mir einen Kommentar dalassen, was ich denn bei meinem nĂ€chsten Besuch unbedingt testen muss! Unsere ganze FĂŒlle an Reiseideen fĂŒr die Hauptstadt findet ihr hier. 🙂

Bis bald,

Anna Lena Rupp  Werkstudentin Marketing