Sarah in London – Harry Potter Studios


Jedes Kind weiß, dass man unter gar keinen Umständen in den Verbotenen Wald gehen sollte. Hier wimmelt es nur so von gefährlichen Kreaturen und wildgewordenen Biestern, gegen die ihr Muggel, die ihr nicht zaubern könnt, hilflos seid. Wenn ihr eure Neugierde allerdings gar nicht bändigen könnt, dann empfehle ich euch den verbotenen Wald in den Harry Potter Studios, in der Nähe von London, zu besuchen. Hier könnt ihr die Welt der Hexen und Zauberer nämlich ganz ohne Furcht und Gefahr erkunden. Meine Kollegin Pia aus der UK-Abteilung und ich finden die Idee, die Studios nach dem Dreh aller Harry Potter Filme für die Fans zur Besichtigung freizugeben, einfach spitze und wollen euch deshalb heute von unserem Ausflug dorthin berichten. Wenn ihr die Harry Potter Studios, so wie wir, von London aus besuchen wollt, bucht ihr am besten gleich Tickets über einen Reiseanbieter, bei dem der Transfer inklusive ist. Der Preis ist meist weder teurer noch günstiger als für separate Zug- und Eintrittspreise, ihr spart euch allerdings den Aufwand für die Organisation und das Umsteigen in Anschlussbusse oder -züge.

Wenn ihr dann im Örtchen Leavesden angekommen seid, kann eure „The Making of Harry Potter“-Tour auch schon starten. Die Studios selbst sind in zwei Teile gegliedert: Ein Teil zeigt eine permanente Ausstellung, die das ganze Jahr über gleich bleibt. Der zweite Teil zeigt eine temporäre Ausstellung, für die einzelne Räume je nach Jahreszeit oder Event speziell dekoriert werden. Wir waren circa vor einem Jahr in den Studios unterwegs. Genau wie momentan waren für die Halloween-Saison von Ende September bis Anfang November einige Teile unter dem Motto „Die dunklen Künste“ besonders hergerichtet.

Das legendäre Set der großen Halle ist zum Beispiel mit über 100 Kürbissen dekoriert, die von der Decke hängen oder sich zwischen dem Festessen auf den langen Tafeln tummeln. Wenn ihr hier reinkommt, denkt ihr erst einmal „Oh Gott, das ist echt!“, weil alles mit so viel Liebe zum Detail gestaltet wurde. Außerdem ist alles in ein wunderbar schummriges Licht getaucht. Weitere Motto-Aktionen gibt es zum Beispiel zu Weihnachten. Hier könnt ihr alles über Filmschnee lernen und das ikonische Hogwarts Schloss unter einem weißen Mantel sehen.

Kulissen, die ihr das ganze Jahr über sehen könnt, sind z.B. die Winkelgasse, der oben schon erwähnte Verbotene Wald, die Schlafräume der Schüler und natürlich der Hogwarts-Express mit dem Gleis 9 3/4. Wenn ihr nun keine Harry Potter-Fans seid und auch keine kennt, heißt das noch lange nicht, dass ein Besuch in den Studios überhaupt nicht für euch in Frage kommt. Neben all den „nerdigen“ Harry Potter-Details war es besonders beeindruckend, wie viel man in den Studios auch über die Entstehung von Filmen im Allgemeinen lernt. Ihr werdet zum Beispiel sehen, wie die vielen Special Effects gemacht werden, durch die actionreiche Filme erst lebendig und Fantasiefilme denoch realistisch werden. Ihr könnt euch sogar selbst auf den fliegenden Besen vor dem Green Screen setzen und auf einem Monitor sehen, wie ihr plötzlich vor einer atemberaubenden Kulisse fliegt, oder erleben, wie die animierten Dementoren an eurem Zugabteil vorbeifliegen – ein Wunder der Technik.

Sehenswert sind auch die vielen Kostüme. Es ist beeindruckend, wie viele davon für einen Film benötigt werden. Wenn man den fertigen Film auf der Leinwand sieht, macht man sich über viele Kleinigkeiten nicht wirklich Gedanken. Erst hier ist uns klar geworden, dass für Kampfszenen verschiedene Versionen der Kostüme gebraucht werden: Einmal im „heilen“ Zustand und einmal etwas zerrissen und mit kleinen oder großen Kampfspuren. Filme entstehen aber natürlich nicht nur am Set, mit Kulissen, Kostümen und Spezialeffekten. In einem weiteren Bereich könnt ihr den aller ersten Schritt in der Filmproduktion sehen: Das Screenwriting. Hier entstehen erste Idee, wie man die Geschichte der Bücher in visuelle Bilder transformieren kann, inklusive Zeichnungen, Dialoge und Vorschläge für den Soundtrack zum Film.

Nach so einem aufregenden Tag in den Harry Potter Studios kommen einem die magischen Leckereien in der Winkelgasse natürlich gelegen. Als kleine Naschereien für zwischendurch eigenen sich zum Beispiel Schokofrösche und Lakritz-Zauberstäbe oder Bertie Botts Bohnen jeder Geschmacksrichtung, bei denen ihr von grünem Apfel bis hin zu Ohrenschmalz wirklich alles erwischen könnt. Kein Pokerspiel ist dagegen das legendäre Butterbier, denn das schmeckt immer! In unserem kleinen Video könnt ihr sogar sehen, wie unsere beiden Krüge noch etwas am Brodeln waren.

Der traurigste Moment an so einem Tag ist natürlich, wenn man die wunderbare Zaubererwelt von Harry Potter wieder verlassen muss und nachhause fährt. Die Studios sind wirklich riesig und man kann sich hier stundenlang aufhalten: Wir haben nicht mal die Hälfte von allem was man sehen und erleben kann, angerissen. Deshalb ist unser letzter Tipp für euch: Kommt so früh wie möglich her, denn euer Eintritt ist nicht zeitlich begrenzt und je früher ihr kommt, desto mehr könnt ihr erleben! 🙂

Bis bald,

Sarah Hentschel | „Außenstelle“ London und Pia-Marlen Veit | Reiseprofi für den Einkauf Irland