Zwischen Seesternen und „Coco Bongo“


Das erste Mal waren mein Mann und ich Ende der 90er mit einer Kreuzfahrt in der Dominikanischen Republik. Wie das bei Kreuzfahrten aber so ist, kann man zwar viele Länder und Orte besuchen, verweilt dort aber immer nur wenige Tage. Bei unserem damaligen zweitägigen Besuch haben wir uns direkt in das wunderschöne Postkartenmotiv des 50 Kilometer langen Strandes mit einer Palme neben der anderen verliebt. Es stand also außer Frage: Wir mussten zurück kommen!

Bei unserem zweiten Besuch hatten wir uns für eine zweiwöchige Flugreise im September entschieden. Unser Hotel, das VIK Arena Blanca, lag am Playa de Bávaro in einem der wohl bekanntesten Orte in der Dominikanischen Republik – in Punta Cana. Obwohl der Ort eine absolute Touristenhochburg ist und sich ein Hotelgebiet an das nächste reiht, hatte unser Hotel mit 400 Zimmern eine angenehme Größe. Was mir besonders gut gefallen hat, war dass es neben dem normalen Büffet-Restaurant und den drei Themenrestaurants einmal pro Woche ein BBQ am Strand mit ein paar einheimischen Leckereien, wie zum Beispiel Kochbananen oder scharf panierten Hähnchenteilen gab.

Wer von euch schon meinen Blog über Fuerteventura gelesen hat, weiß, dass wir unseren Strandurlaub gerne mit einigen Ausflügen vor Ort verbinden. Einen Tag haben wir zum Beispiel auf der Isla Saona verbracht. Sie liegt an der Südostspitze der Dominikanischen Republik und gehört zu einem Nationalpark, dem Parque Nacional del Este. Morgens um 6 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt und sind mit dem Bus nach Bayahibe, einem kleinen Fischerdorf, gebracht worden. Von dort aus sind wir mit dem Katamaran circa zwei Stunden zur Isla Saona gefahren. Schon allein die Katamaranfahrt war ein tolles Erlebnis, bei der typisch karibisch auch schon mal um 9 Uhr morgens Cuba Libre ausgeschenkt wird. 😀 Da müsst ihr mit der Sonne natürlich extrem aufpassen, damit ihr später auch noch etwas von eurem restlichen Ausflug habt. 😉

Auf der Insel angekommen gibt es dann verschiedene Möglichkeiten, den Tag zu verbringen. Ihr könnt euch zum Beispiel eine Schildkröten-Aufzuchtstation anschauen und lernen, wie gefährdete Nester mit Schildkröteneier gefunden und so lange geschützt werden, bis die Kleinen geschlüpft sind. Wenn ihr es ein bisschen aktiver angehen lassen wollt, könnt ihr zum Beispiel Schnorcheln gehen oder bei einem der angebotenen Tanzkurse mitmachen und lernen, wie man den heimischen Merengue oder Bachata tanzt. Faulenzen könnt ihr am traumhaften weißen Sandstrand aber natürlich auch. Als Erinnerung an euren Ausflug haben sich die Veranstalter hier übrigens eine sehr schöne Idee einfallen lassen: Als Souvenir könnt ihr euch eine Flasche mit verschiedenen Hölzern und Kräutern kaufen, mit der ihr dann zu Hause den typisch dominikanischen Schnaps „Mamajuana“ ansetzen könnt. Dafür müsst ihr nur noch etwas Rotwein, Rum und Honig in die Falsche füllen, ziehen lassen und fertig! 😀

Nachmittags ging es für uns dann statt mit dem Katamaran mit Speedbooten zurück in Richtung Heimat. Auf dem Weg haben wir aber noch einen Zwischenstopp beim sogenannten „piscina natural“ eingelegt, was soviel wie natürliches Schwimmbad bedeutet. Hier sind Sandbänke Mitten im Meer, sodass man circa hüfthoch im Wasser stehen kann. Das Highlight sind hier aber die unglaubliche ozeanische Tierwelt, die ihr hier beobachten könnt: Zwischen den unzähligen Fischarten, die sich nicht scheuen, euch im Vorbeischwimmen auch mal am Bein zu streifen, gibt es sogar Seesterne. Obwohl es eigentlich allen klar sein sollte, sieht man trotzdem viele Touristen, die sich nicht an das Hochhebe-Verbot der Tiere halten können. Das finde ich sehr schade, denn die Tiere werden dadurch extrem gestresst und können sogar sterben. Also nochmal: Bitte alle Tiere nur anschauen, nicht anfassen! 🙂

Der zweite Ausflug, von dem ich euch erzählen möchte, fand nicht wie unser erster am Tag, sondern in den Abendstunden und in der Nacht statt. Freunde, die zur gleichen Zeit in einem benachbarten Hotel im Urlaub waren, haben uns überzeugt mit zur „Coco Bongo“ Disco Show in Downtown Punta Cana zu kommen. Ich muss gestehen, anfangs war ich etwas skeptisch, aber wir haben einen wunderschönen Abend erlebt. Die Show war eine ganz einmalige Mischung aus ein bisschen Las Vegas, Zirkus, Musical und Disco. Im 15 Minuten Takt findet immer eine Art Wechsel statt, manchmal nur zwischen den Musikrichtungen, manchmal aber auch von einer Lightshow zu Akrobaten oder Künstlern auf dem Trapez, dann gibt es wieder Tanzeinlagen oder eine Konfetti-Kanone. Bei diesem bunten Treiben ist einfach für jeden etwas dabei! Außerdem gibt es auch verschiedene Eintritts- und Getränkepakete, sodass ihr auch hier für jeden etwas dabei ist. Je nachdem, ob ihr einen eigenen Tisch wollt, der Transfer inklusive sein soll und welche Art an Getränken schon im Preis drin ist, könnt ihr zwischen 60 und 180 Euro pro Person ausgeben. Wir haben uns für das mittlere Paket entschieden, was meiner Meinung nach vollkommen ausreichend war. Neben Punta Cana gibt es die Disco Show übrigens auch in zwei Strandorten in Mexico. Überall ist sie vor allem für Junggesellen-Feiern sehr beliebt. 😉

Auch wenn der Sommer bei uns noch gar nicht lange zurück liegt, hoffe ich einige von euch auf die Dominikanische Republik neugierig gemacht zu haben. Ich verspreche euch, nach nur zehn Stunden Flug wird es sich anfühlen, als wärt ihr in einer ganz anderen Welt gelandet! 🙂

Bis bald,

Sandra Marold | Reiseprofi für MENA