Sagenhaftes Südafrika – Teil 1


„Kommt mit – Wir fliegen nach Südafrika!“ hieß es diesen Frühling für mich und unsere Kunden. Wenn ich unsere Inforeise in das Land am südlichsten Zipfel Afrikas in einem Wort zusammen fassen müsste, dann wäre es „Vielfalt“. Hier unten hat man einfach alles: Großartige Metropolen, eine faszinierende Natur mit Wüsten und Steppen, die an der nächsten Ecke schon in üppigen, grünen Urwald oder dicht mit Reben bebaute Weinberge übergehen und eine genauso bunte Tierwelt, von der Pinguin-Kolonie bis zur Straußenfarm.

Ihr merkt schon, um Südafrika zu erkunden, muss man sich etwas Zeit nehmen. Die meisten Touren beginnen in Johannesburg und verlaufen dann südwärts. Wir haben uns allerdings entschieden in Kapstadt zu starten, um in einem großen Bogen viele tolle Stationen zu besuchen, und dann von Kapstadt aus wieder die Heimreise anzutreten. Das Schöne bei einer Reise nach Südafrika ist, dass ihr trotz circa 10 bis 14 Stunden im Flugzeug (je nachdem wohin ihr fliegt) keinen Jetlag haben werdet, denn schließlich bleibt ihr in der selben Zeitzone. So fühlt man sich nach dem langen Flug natürlich trotzdem nicht wie neu geboren, aber immerhin auch nicht komplett gerädert, was ich sehr positiv fand.

Von Kapstadt aus führte uns unser Weg auf der sogenannten „Garden Route“ durch wunderschöne Landschaften mit schroffen Felsen, Bergen, Wäldern und an weißen Stränden entlang. Ich war positiv überrascht, wie gut die südafrikanischen Nationalstraßen, die man mit unserer Autobahn vergleichen kann, ausgebaut sind und wie schnell wir somit voran kamen. Auch die Tankstellen an den Nationalstraßen waren immer sehr sauber und ordentlich. Neben einem kleinen Restaurant gab es an jeder Tankstelle meist auch eine Einkaufsmöglichkeit, um sich mit Getränken und Snacks einzudecken. Die zweite positive Überraschung für mich war, dass es hier auch auf fast jedem Rastplatz einen Geldautomaten gibt. Am Flughafen solltet ihr übrigens in den Wechselstuben keine südafrikanischen Rand eintauschen, denn dort sind die Tauschgebühren sehr hoch. Außerdem braucht ihr sowieso verhältnismäßig wenig Bargeld, denn mit der Kreditkarte zu zahlen ist auch in Südafrika üblich geworden.

Nur etwa 100 Kilometer von Kapstadt entfernt liegt schon der erste Geheimtipp, ein kleiner Strandabschnitt bei Betty’s Bay, den ich mit euch teilen will. (Im Ort Bettys Bay von der R44 abfahren und dann den Schildern “Penguins“ folgen). Hier lebt eine Brillenpinguin-Kollonie, die zwar größer, jedoch lange nicht so bekannt ist, wie die am Boulders Beach. Dadurch halten sich hier nicht so viele Touristen auf, die die kleinen Frackträger in ihrem natürlichen Lebensraum bestaunen wollen. Brillenpinguine sind die einzigen in freier Wildbahn lebenden Pinguine Afrikas. Neben den super entspannt lebenden Pinguinen, die hier in den Büschen und Stäuchern ihre Nester haben und, wenn sie nicht gerade schwimmen, von Stein zu Stein wackeln, gibt es an diesem Strandabschnitt auch verschiedene Arten von Seevögeln und die sogenannten „Dassis“. Diese kleinen Tiere, die auch „Rock Rabbit“ oder auf Deutsch Klippschiefer genannt werden, sehen ein bisschen wie etwas zu groß geratene Hamster aus. Wer ihre Vorfahren sind, weiß man zwar nicht genau, es wird aber vermutet, dass sie mit Nashörnern, Flusspferden und Elefanten verwandt sind.

Von Betty’s Bay weiter an der Garden Route entlang, kommt ihr nach Wilderness, einem langgezogenen Ort, der dem Verlauf des circa 18 Kilometer langen Strandes und seiner Küste folgt. Der Strand ist wunderschön und in verschiedene Abschnitte aufgeteilt. Einige Bereiche sind zum Baden abgetrennt, andere sind für Strandbesucher mit Hunden vorgesehen und wieder andere dürft ihr gar nicht betreten, denn sie sind Vogelschutzgebiet. Genau wie am Strand gibt es auch im Ort einige verschiedene Bereiche mit vielen Bars, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Wenn ihr mit dem Bus wieder aus dem Ort herausfahrt, gibt es eine kleine Haltebucht, die super geeignete ist, um das gesamte Panorama mit dem Fotoapparat einzufangen. Lasst euch diese Gelegenheit nicht entgehen!

Gut 50 Kilometer weiter östlich kommt ihr dann schon zum Ort Knysna, der euch garantiert mit seiner tollen Lagune begeistern wird. Im Hafen werden viele verschiedene Schiffstouren angeboten. Eine Sundowner Dinner Fahrt würde ich euch nicht empfehlen, denn in Knysna selbst gibt es so viele tolle Restaurants, die ihr nicht verpassen solltet. Mein Tipp für euch ist eine Schifffahrt mit Austernprobe. Der geschmackliche Unterschied insbesondere bei der Frische ist wirklich spürbar und ein einmaliges Erlebnis.

Noch einmal circa 90 Kilometer weiter in Richtung Port Elizabeth kommt man dann zum Tsitsikamma Nationalpark, der früher ein eigenständiger Park war, und mittlerweile zu den Garden-Route-Nationalparks gehört. Die Anlage ist riesengroß und dementsprechend werden nicht nur kürzere, sondern auch viele längere Touren angeboten, für die ihr fünf oder sogar mehr Tage einplanen könnt. Wir haben uns circa drei Stunden in dem Park aufgehalten und uns einige der vielen Highlights angeschaut. Faszinierend sind unter anderem die zahlreichen Schluchten, über die riesige Brücken gebaut wurden. Von einer dieser Brücken könnt ihr sogar den höchsten Bungee-Brückensprung der Welt machen. Ganze 216 Meter segelt ihr durch die Luft, bis euch das Bungeeseil auffängt. Zuschauen war okay, aber ich selbst bin dann doch lieber mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben. 😀

Mit Brücken geht es auch bei meinem zweiten Highlight weiter, denn an der Mündung ders „Storms River“ ins Meer sind zwei große Hängebrücken von Ufer zu Ufer gespannt. Wenn ihr euch schon immer mal wie Indiana Jones fühlen wolltet, dann ist hier genau der richtige Ort dafür. Mir hat es einen riesigen Spaß gemacht, über die Hängebrücken zu gehen und zu sehen, wie die Wellen aus dem Meer auf den Fluss getroffen getroffen sind. Bis zu diesen Hängebrücken muss man circa eine halbe Stunde zu Fuß gehen, und der Weg ist auch ein bisschen anstrengend. Man muss nicht unbedingt geübt, aber gut zu Fuß sein. Mein drittes Highlight im Park ist der sogenannte „Big Tree“ er ist ein Yellowwood Baum, der auch Breitblättrige Steineibe genannt wird, und circa 800 Jahre alt ist. Mit seinen 36 Metern Höhe und seinem Stammumfang von neun Metern überragt er alle anderen Bäume und scheint wie ein riesiger Wächter auf den Park Acht zugeben.

Wenn ihr wissen wollt, wie unsere Reise nach unserer Tour auf der Garden Route weiter verlief, könnt ihr das im zweiten Teil meines Blogs nachlesen. Dort berichte ich euch in zwei Wochen über unseren Rückweg auf der berühmten Route 62, den Besuch auf einer Straußenfarm und von unsere Erlebnissen in Kapstadt.

Bis bald,

Thorsten Hardtmann | Abteilungsleitung Flug und MENA