Montenegro: Eine selten besuchte Perle


Montenegro ist einer der letzten Geheimtipps in Europa, denn in dem kleinen Land mit den großen Bergen, tiefen Schluchten, tollen Stränden und gerade mal 600.000 Einwohnern gibt es so viel abseits der ausgetretenen Touristenpfade zu entdecken. Eine richtige Perle ist der Badeort Budva direkt an der Adriaküste. Die Stadt war früher einmal eine Insel, ist mittlerweile aber durch eine Sandbank mit dem Festland verbunden. Budva versprüht einen wunderschönen mittelalterlichen Charme und das, obwohl die Stadt Ende der 1970er Jahre durch ein Erdbeben fast völlig zerstört wurde. Mit viel Liebe und Hingabe haben die Einheimischen ihr Labyrinth aus den vielen kleinen Gässchen und Häusern wieder aufgebaut, sodass ihr nichts mehr von der Katastrophe seht.

Vorbei an den hinreißenden, kleinen Häuschen und Läden, in denen ihr allerhand Selbstgemachtes ergattern könnt, hat uns unser kleiner Spaziergang durch die sehenswerte Altstadt von Budva bis hin zum Yachthafen und zum Strand geführt. Dort haben wir im Konoba Langust, einem genialen Fischrestaurant, direkt am Wasser auf der Terrasse gesessen und uns eine riesige Fischplatte geteilt. Als Beilagen gab es zu den vielen verschiedenen Fischsorten ein weltklasse Risotto, das mit Tintenfisch-Tinte rabenschwarz gefärbt wurde. Diese Farbe hatten unsere Zungen nach dem Essen übrigens auch! 😀

Nicht weit von Budva liegt der Skutarisee. Er gehört teils zu Montenegro, teils zu Albanien, wobei der montenegrinische Teil zum Lake Skadar Nationalpark gehört. Ihr merkt sofort, wir waren besonders beeindruckt, wie sehr den Einheimischen die Ursprünglichkeit ihrer Heimat am Herzen liegt, und dass sie den Tieren und der Natur aufrichten Respekt zollen. Obwohl der See wahnsinnig bekannt für die vielen Pelikane ist, die dort leben, haben wir während unserer Schifffahrt kaum welche zu Gesicht bekommen. Für Schiffe aller Art ist es verboten, die Brutgebiete der Tiere zu durchfahren und daran wird sich auch strikt gehalten – einfach spitze!

Während der Schifffahrt auf dem Skutarisee konnten wir auch die ein oder andere einheimische Köstlichkeit verspeisen, denn die Besitzer unseres Schiffes haben viele landestypische Snacks mitgebracht. Morgens gehen sie durch ihr Dorf, um selbstgemachtes Gebäck und Honig von allen einzusammeln, die etwas beisteuern können und sich somit eine Kleinigkeit dazu verdienen wollen. Uns haben kleine Hefeteilchen, die ganz ähnlich wie Kräppel aussahen, am besten geschmeckt. Sie waren weder süß noch salzig, deshalb konnte man ganz nach eigenem Geschmack Honig darüber träufeln oder Schafs- und Ziegenkäse dazu essen. Mit den kleinen Leckerbissen hat es uns dann natürlich noch mehr Spaß gemacht, den vielen Geschichten über den See zu lauschen. Eine richtige Sehenswürdigkeit ist die Gefängnisinsel. Sie ist so klitzeklein, dass gerade einmal die zehn schlimmsten Verbrecher Montenegros dort untergebracht werden konnten. Doch beim vorhin schon erwähnten Erdbeben wurde auch das Gefängnis zerstört und wird nun nicht mehr genutzt. Uns gefällt die sehr romantisch anmutende Ruine als Fotomotiv sowieso viel besser. 🙂

Für das Kontrastprogramm zur klitzekleinen Gefängnisinsel hat dann eines der größten Weingüter Europas gesorgt. Viele Dinge auf der Welt nennen sich allzu gerne einmalig, aber dieses Weingut macht verdient das Adjektiv wirklich! Das Weingut „Plantaze Winery“ befindet sich nur zehn Minuten von der Hauptstadt Podgorica entfernt auf einem ehemaligen, militärischen Geheimflughafen aus den Zeiten des kommunistischen Regimes. Hier kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, weil die Größe der gesamten Anlage einfach überwältigend ist. Die ehemalige Start- und Landebahn ist gesäumt von Weinfeldern, die bis zum Horizont reichen und in den unheimlich langen ehemaligen Flugzeughallen befinden sich so viele Weinfässer, dass man sich schwer tut zu schätzen, wie viele es sein könnten. Abgerundet wird das ganz spezielle Ambiente durch den super leckeren Wein. Der ist in Montenegro besonders köstlich, weil die Reben hier ganze 250 Sonnentagen im Jahr bekommen. Wem würde das nicht guttun? 😉

Neben all der Ursprünglichkeit konnten wir in Montenegro aber auch ein wenig Luxus schnuppern, denn wir durften unsere Nächte im erst 2016 eröffneten Hilton Hotel in Podgorica verbringen. Im 8. Stock findet ihr die Roof Top Bar, von der aus ihr einen großartigen Sonnenuntergang hinter den Bergen beobachten könnt. Wenn die wärmenden Sonnenstrahlen verschwunden sind, müsst ihr trotzdem nicht frieren, denn es gibt ein Lagerfeuer, an dem ihr eure Cocktails schlürfen könnt. Wenn ihr noch tiefer in die Welt der High Society eintauchen wollt, könnt ihr zum Abschluss eurer Reise noch die Promi-Insel Sveti Stefan besuchen. Hier verbringen Staatspräsidenten und Hollywood-Sternchen wie Sylvester Stallone ihren Urlaub. Eine Nacht in einem der Luxushotels dort ist ab 500€ pro Nacht zu haben, einen 30-minütigen Rundgang über die Insel kann man für 20€ buchen. Wir haben uns dann lieber entschieden, die Insel von oben zu begutachten – von einer Restaurant-Terasse aus, bei einem köstlichen Glas Wein.

Wenn ihr neugierig geworden seid auf das kleine Land mit den schönsten Stränden der Adria, nehmen wir euch mit! Schaut doch mal bei dieser Reiseidee vorbei.

Bis zum nächsten Mal,

Ramona Treffkorn | Reiseprofi für Alpen-Adria, Nicole Utz | Reiseprofi für Alpen-Adria und Natalie Schnapka | Reiseprofi für Alpen-Adria und Flusskreuzfahrten