Willkommen im Wein-Casino


Schon allein beim Namen „Provence“ werden die meisten anfangen zu träumen: Von Lavendel, von Sommer und Sonnenschein, von kleinen Fischerdörfchen und natürlich vom Wein. Genau um den soll sich auch heute alles drehen, denn vergangenen Herbst habe ich bei meiner letzten Reise in die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur zahlreiche außergewöhnliche Weingüter besucht. Begonnen hat mein Trip in Aix-en-Provence, einer typischen französischen Stadt mit vielen kleinen Geschäften und großen Plätzen. Dienstags ist hier immer Markt und der lässt sich auch im November nicht lumpen, denn egal, ob Sommer oder Winter, es gibt immer eine große Auswahl an frischen Schnittblumen und leckeren Käsesorten, durch die ihr euch probieren könnt.

Mein nächster Halt war dann auch schon das erste Weingut. Es trägt den Namen Domaine Terre de Mistral und liegt in dem Ort Rousset. Neben Wein wird hier auch Olivenöl in der hofeigenen Olivenmühle hergestellt. Das Besondere ist, dass die Olivenmühle, die von Oktober bis Dezember in Aktion ist, von Jedermann genutzt werden kann, um die eigenen Oliven zu pressen. Das absolute Highlight war das Wein-Casino Spiel, das wir auf dem Weingut gespielt haben. Hier sitzt ihr an richtigen Spieltischen. Statt den klassischen Glücksspielen gibt es allerdings ein Gerüche-Roulett, bei dem ihr nur mit Hilfe eurer Nase erkennen müsst, um welche Art von Blume, Frucht oder Wein es sich grade vor euch handelt. Das Raten hat richtig Spaß gemacht und ich würde es auf jeden Fall nochmal machen!

Aber auch andere Weingüter haben Besonderheiten zu bieten: Im Ort Le Puy-Sainte-Réparade zum Beispiel haben wir das Gut Château La Coste besichtigt. Hier gibt es einen Kunst- und Architekturrundgang, der etwa zwei Stunden dauert. Der Rundgang führt euch über das Gut und an allerlei Skulpturen im Weinberg vorbei. Das Weingut ist architektonisch gesehen sehr interessant, da sich hier viele bekannte Architekten und Künstler mit ihren Kunstwerken und Gebäuden verewigt haben. Der berühmte Architekt Jean Nouvel entwarf z.B. die sehr moderne „Cuverie“ (Weinkeller). Alles wirkt sehr modern und hoch technisch, aber trotzdem nicht kalt. Wie viel Leben auf dem Weingut herrscht, könnt ihr übrigens am besten bei einem der vielen Konzerte erleben, die über den ganzen Sommer verteilt hier stattfinden. Dann wird das Gut durch die vielen gut gelaunten Musikliebhaber nämlich schon fast zum Festivalgelände, auf dem man überall neue Freundschaften knüpfen kann.

Das dritte Weingut von dem ich euch berichten möchte, nennt sich Commanderie de Peyrassol und liegt in Flassans-sur-Issole. Der Besitzer ist ein leidenschaftlicher Jäger und Kunstsammler, was sich auch auf dem Weingut widerspiegelt. Auch hier werdet ihr viele ausgefallene Skulpturen zwischen den Weinreben finden, wenn ihr euch den Weinberg anschaut. Im Vergleich zum vorherigen Weingut ist die ausgestellte Kunst hier allerdings abstrakter. Mir hat am besten das idyllische Ambiente hier gefallen. Ich denke die Bilder sprechen für sich 🙂

Was natürlich bei keiner Weinprobe auf einem richtigen französischen Weingut fehlen darf sind die Snacks zum Wein und die Kellerführung. Noch nie habe ich es erlebt, dass die kleinen Häppchen, die zu den verschiedenen Weinsorten serviert werden, nicht geschmeckt haben. Meistens handelt es sich um eine Mischung aus verschiedenen Käse- und Wurstsorten, gegrilltem und in Öl eigelegtem Gemüse, Oliven und Weißbrot. Neben den Snacks hat mir aber natürlich auch der Wein geschmeckt. 😉 Die Region is ja besonders für ihren Rosé bekannt, der hier allerdings viel kräftiger ist als zuhause und daher nicht nur im Sommer getrunken werden kann. Bei der Kellerführung kommt dann die ganze Technik hinter der Weinproduktion zum Vorschein. Bei dieser Gelegenheit erfahrt ihr aus erster Hand, wie viele Liter und Flaschen Wein das von euch besuchte Weingut so abfüllt. Hier merkt man dann auch den Unterschied zwischen großen Produzenten und den kleineren, familiengeführten Gütern.

In der Provence gibt es aber natürlich noch viel mehr zu sehen als Weingüter. Mein erster Tipp für euch ist eine Bootsfahrt ab Cassis in Richtung des Calanques Naturschutzgebiets. Hier fahrt ihr durch türkisblaues Wasser, links und rechts von steilen Felsen gesäumt, was richtig toll aussieht! Ein bisschen erinnert mich die Art dieser Strecke an die norwegischen Fjorde. Mein zweiter Tipp für euch sind die Staubplätze in den Zentren vieler Städte in der Provence. Diese sind zum Pétanque, oder auch Bodgia, spielen gemacht – eine spitzen Aktivität für jede Gruppe!

Für alle Weinliebhaber und die, die es noch werden wollen, haben wir hier eine ganz besondere Reiseideen zusammengestellt. Da bleibt mir nur noch zu sagen: Viel Spaß und Santé in der Provence! 🙂

Bis bald,

Sarah Rode | Reiseprofi für Frankreich