„Hier ist alles Gold, was glänzt!“


Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie aufgeregt wir waren, als es endlich auf zum Flughafen und in Richtung Budapest ging. Immerhin mussten wir uns unsere Azubi-Fahrt im Rahmen unseres internen Vorentscheids zur Young Travel Agent Challenge 2018 erst erspielen! Um an diesem Wissenswettbewerb für Azubis und Young Professionals für unsere Firma teilnehmen zu können, mussten wir eure Likes auf Facebook sammeln und in zwei Runden Wissensfragen für alle Destinationen in Europa und der Welt beantworten. So haben wir uns eine viertägige Reise in die ungarische Hauptstadt, samt Übernachtung in einem Hotel der SRG-Premiumkategorie, einer Stadtführung und zwei externen Abendessen erspielt – da hat sich das Büffeln richtig gelohnt! 🙂

Als Reiseziel haben wir uns für Budapest entschieden, da hier noch keiner von uns war und es uns neben einer tollen Reise schließlich auch darum ging, gemeinsam einen neuen Ort zu erkunden. Bei unserer Stadtführung haben wir uns erst einmal einen Überblick verschafft und die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Stadtteilen Buda und Pest erklärt bekommen, die durch die Donau voneinander getrennt werden. Grundlegend kann man sagen, dass Buda, samt dem Budaer Berg, der Matthiaskirche und dem früher dort verorteten Königspalast das Zentrum der Adeligen und des Klerus war. Pest, auf der anderen Seite der Donau, war dagegen eine waschechte Handelsstadt mit viel Trubel auf den Straßen. Besonders überrascht hat uns das U-Bahn-System der Hauptstadt, denn die „Metró Budapest“ wurde schon 1896 in Betrieb genommen und ist damit die drittälteste U-Bahn der Welt. Viele der Stationen sind mit viel Liebe zum Detail gestaltet und mit kleinen Mosaiksteinen gefliest, was einfach großartig aussieht.

Eine Führung durch das Parlamentsgebäude haben wir natürlich auch gemacht. Wenn man genauer hinsieht, dann erkennt man auch, dass der Bau das britische Parlament in London zum Vorbild hatte. Es gibt allerdings einen Unterschied – hier ist alles noch größer, noch pompöser und alles glänzt! Wir konnten gar nicht glauben, dass ein Parlament so aufwändig verziert sein konnte, unsere Reiseleiterin versicherte uns allerdings „Hier ist alles Gold, was glänzt!“. 😀 Insgesamt 40 Kilogramm Gold wurden im Gebäude verarbeitet. Hier wird übrigens die sogenannte Stephanskrone, die Königskrone des ehemaligen Königreichs Ungarn, aufbewahrt und permanent von zwei Personen bewacht. Fotos von der Krone durften wir leider nicht schießen. Falls ihr doch mal einen Blick darauf werden wollt, schaut mal hier vorbei. 😉

Was ihr euch auf gar keinen Fall entgehen lassen dürft, wenn ihr in Budapest seid, ist das Ruinenviertel der Stadt. Alte, vernachlässigte Häuser, die schon kurz von dem Abriss standen, haben hier neues Leben eingehaucht bekommen. Überall sind Restaurants, Bars, Cafés, Galerie und kleine Geschäfte entstanden. Die verrückteste und auch größte Bar, die wir gesehen haben, trägt den Namen „Szimpla Kert“. Hier findet ihr allerhand, was normalerweise schon längst auf dem Müll gelandet wäre, hier aber als Dekoration ein tolles neues zuhause gefunden hat. Generell ist alles sehr bunt und ihr selbst könnt euch mit einem Spruch, einem Comic oder einem kleinen Gemälde an den Wänden der Bar verewigen. Dort haben wir übrigens auch gelernt, dass „Prost“ auf Ungarisch „Egészségedre“ heißt und „ägesschegerä“ ausgesprochen wird. Damit wir unsere neu erlernten Sprachkenntnisse auch vertiefen konnten, wurden wir natürlich prompt auf einen Palinka, den traditionellen ungarischen Obstbrand, eingeladen. So eine Einladung dürft ihr übrigens auf gar keinen Fall ablehnen, denn das gilt in Ungarn als Beleidigung. Wenn ihr die außergewöhnliche Bar im Ruinenviertel besuchen wollt, solltet ihr allerdings schon vor 20 Uhr da sein, da ihr sonst gut und gerne eine ganze Stunde anstehen müsst – das trifft übrigens auch auf die anderen Bars und Kneipen im Ruinenviertel zu.

Auf die Uhrzeit solltet ihr übrigens auch bei eurem Nachhauseweg achten, denn die U-Bahnen fahren in Budapest nur bis Mitternacht. Obwohl wir erstmal natürlich nicht so glücklich über unseren Heimweg zu Fuß waren, hat sich unser kleines Missgeschick noch ausgezahlt. Auf unserer Route kamen wir an zahlreichen kleinen Kiosken – vielen unter euch sicher auch als „Spätis“ bekannt – vorbei, in denen die Budapester zu lauter Partymusik zwischen den Regalen tanzten. 😀 Ein sehr witziger Anblick war das.

In der Straße des „Szimpla Kert“, die übrigens den gleichen Namen trägt, gibt es aber noch ein weiteres Highlight. Von Mittag bis Mitternacht reiht sich hier ein Streetfood-Wagen an den nächsten. Die verrückteste Variation, die wir gesehen haben, war der „Fluffy-Einhorn-Baumkauchen“, der mit buntem Teig gemacht wurde, mit Zuckerwatte gefüllt war und aussah wie ein kleiner Regenbogen. Für einen kurzen Snack zwischendurch, empfehlen wir euch, einen Langos-Burger zu probieren, denn der war super lecker! Statt Brötchen, werden das Patty und die Soßen zwischen zwei kleine Langos gesteckt – so simpel und so lecker. 🙂

Das war allerdings nicht das einzige Mal, dass wir Langos gegessen haben. In einer der riesigen Markthallen Budapests, über die unsere Kolleginnen aus der Alpen-Adria Abteilung schon ausführlich in ihrem Blog über Ungarn berichtet haben, standen wir ganze anderthalb Stunden für unseren Lagos an – wir würden es aber wieder tun, denn für das Geschmackserlebnis hat sich die Warterei wirklich gelohnt. Ebenfalls köstlich war der Nachtisch, den wir uns hier gegönnt haben. Unseren Baumkuchen, gefüllt mit Eiscreme, Oreo-Keksen und Nutella, können wir allen empfehlen, denen die oben genannte Einhorn-Version ein bisschen zu viel des Guten ist. 😉

Zwei weitere Orte, die ihr in Budapest unbedingt besuchen solltet, sind die Eisbar zwischen Palastviertel und Donau und die Freiheitsstaue auf dem Gellértberg. Damit ihr in der Eisbar nicht ganz so schlimm friert, bekommt ihr einen Mantel, der euch wärmt. Mit den nackten Fingern die Gläser aus gefrorenem Wasser zu halten, ist trotzdem ganz schön kalt. Etwas in der Eisbar zu verweilen, lohnt sich trotzdem, denn es gibt viele Statuen und Details aus Eis zu sehen. Einen Besuch bei der Freiheitsstaue möchten wir euch ans Herz legen, weil man von hier die beste Aussicht auf die Stadt überhaupt hat. Während unserer vier Tage waren wir zwar an vielen Aussichtspunkten, doch hier hat es uns am besten gefallen. Trotz des Regens und des Nebels, der uns bei unserer Reise nicht mehr loslassen wollte, konnten wir die tollen Gebäude der Stadt noch sehr genau erkennen.

Natürlich haben wir auch einen Tagesausflug für unsere Reise nach Ungarn geplant. Der Blick auf das berühmte Donauknie fiel aber im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Auch hier haben Nebel und Regen uns die Sicht vermiest und wir konnten leider gar nichts erkennen. Aber so haben wir nun wenigstens einen guten Grund noch einmal her zu kommen.

Weitere Stationen auf unserem Tagesausflug waren die beiden Orte Szentendre und Esztergom. In Esztergom war früher mal die Hauptstadt Ungarns. Hier hat uns die größte Kathedrale des Landes besonders beeindruckt. Überall hingen wunderschöne Bilder und die Orgel war mit ihren 500 Pfeifen einfach riesengroß. Wenn ihr dieses Wunderwerk der Architektur mit eurer Gruppe besuchen wollt, solltet ihr mal bei folgenden Reiseideen vorbei schauen. In Szentendre dagegen war alles ein bisschen kleiner, wie zum Beispiel die Gässchen und die Boutiquen. Das tollste Erlebnis war allerdings die Eisdiele Lavendula, die laut unserem Guide einer der fünf besten Eisdielen der Welt sein soll. Einige der Sorten, die wir probiert haben, sind Zartbitter, Kirsch-Minze, „Salted Caramel“ und natürlich Lavendel-Eis. Alles war sehr, sehr köstlich!

Das Erlebnis, das uns den Abschied von Budapest mit am schwersten gemacht hat, war unsere Schifffahrt auf der Donau bei Nacht. Genau wie schon im Parlamentspalast hat alles geglänzt. Alle Sehenswürdigkeiten wurden von zahlreichen Strahlern angeleuchtet und haben eine tolle goldene Farbe bekommen. Je nachdem, was ihr abends noch vor habt, könnt ihr die Fahrt für eine oder für zwei Stunden buchen. Es war einfach traumhaft und wie schon gesagt, kommen wir sicher bald wieder her!

Bis bald,

Kim Ammenhäuser | Jungprofi , Seline Schachta | Länderprofi Osteuropa und David Küster | Jungprofi