Sarah in London – Wohnungssuche


Hallo alle zusammen, mein Name ist Sarah. Einige von euch kennen mich sicher schon, denn bis vor einigen Monaten war ich noch im Großbritannien und Irland Team als Senior Product & Purchasing Manager aktiv und über meine Liebe zu England habe ich euch bereits in zwei (B)Logbucheinträgen berichtet. Jetzt lebe und arbeite ich in London, denn als Spezialistin für den deutschsprachigen Markt koordiniere den Einkauf bei AC Tours von hier aus und gebe mein Wissen an die britischen Kolleginnen und Kollegen weiter, damit wir noch enger mit unseren Leistungsgebern zusammenarbeiten können. Von Gießen, im Herzen Hessens, in die bevölkerungsreichste Stadt Europas zu ziehen, ist natürlich ein großes Abenteuer, auf das ich euch gerne mitnehmen möchte!

Heute soll es um meine Wohnungssuche in London gehen, mit der ich schon von Deutschland aus begonnen habe. Mit fast neun Millionen Einwohnern ist Wohnraum knapp und vor allem teuer, denn die Mietkosten sind in der Hauptstadt circa um 50% teurer als im Rest des Landes. Eine Ein- bis Zweizimmerwohnung lag für mich somit nicht mehr im Budget, deshalb hieß es für mich das erste Mal in meinem Leben in eine WG zu ziehen. Erst war ich etwas skeptisch, denn schließlich weiß man nie so recht, was für Mitbewohner einen erwarten, doch so ist es natürlich auch einfacher in einer neuen Stadt Anschluss zu finden.

Normalerweise ist so eine WG-Suche immer eine verrückte Episode, bei der man viele verschiedene und manchmal auch ziemlich verrückte Menschen kennen lernt. Doch über die App „Spare Room“ bin ich sehr schnell und unkompliziert fündig geworden. In England findet man heutzutage nämlich alles über Apps – ALLES! 😀 Meine Mitbewohner waren zunächst eine Französin und der Engländer, dem das kleines Haus etwas außerhalb gehört (Mittlerweile ist die Französin ausgezogen und wir haben einen weiteren Engländer in unserer WG). Das hat einige Vorteile, denn mit dem Vermieter im Haus, hat man auch immer einen Ansprechpartner. Von Bekannten habe ich schon einige kuriose Geschichten von Vermietern gehört, die etliche Häuschen in London gekauft haben, teuer vermieten und sich sehr wenig um die Instandhaltung kümmern – das ist bei mir zum Glück nicht der Fall. Vor ein paar Wochen hatten wir einen Wasserschaden. Alte englische Häuser eben. 😀 Unser Vermieter hat sich zum Glück schnell um alles gekümmert! 🙂 Bei uns hat jeder ein eigenes Zimmer, dazu kommen Küche, Bad und unser Wohnzimmer, das wir als Gemeinschaftsraum nutzen. Bevor ich mein Zimmer, das nicht einmal so groß wie ein Doppelbüro ist, einrichten konnte, stand mir allerdings noch die Herausforderung bevor – ein britisches Konto zu eröffnen.

Das ist gar nicht so einfach, denn zunächst braucht man dafür eine britische Sozialversicherungsnummer und die könnt ihr nur vor Ort beantragen. Ich dachte eigentlich, dass dies in meinem Fall ziemlich schnell gehen würde, denn schließlich war schon klar, bei welchem Arbeitgeber ich bin und dass ich ein sicheres Einkommen habe. Aber ich hatte mich ganz schön getäuscht, denn trotz allem musste ich erst einmal zu einem Interview auf dem Arbeitsamt erscheinen. Danach konnte ich erst meine Sozialversicherungsnummer beantragen und nachdem ich diese bekommen hatte, ging es mit dem entsprechenden Nachweis endlich zur Bank. Bis mein Konto eröffnet war vergingen gut sechs Wochen!

 

Glücklicherweise war mein Zimmer bereits mit einem Bett und einem Einbauschrank ausgestattet, sodass ich die Zeit einigermaßen gut überbrücken konnte. Mein ursprünglicher Plan war eigentlich mein Zimmer mit einer Tour zu Ikea einzurichten, doch daraus wurde nichts, denn Möbel mit der Bahn zu transportieren erschien mir nicht unbedingt die beste Idee zu sein. Ein Auto mieten wollte ich auch nicht, denn der Verkehr in London ist sehr dicht und alle sind immer in Eile, dazu wäre dann noch meine erste Erfahrung mit dem Linksverkehr gekommen – das wollte ich auch nicht riskieren. Also musste eine andere Lösung her. Zum Glück habe ich die Seite argos.co.uk gefunden. Hier gibt es eine große Auswahl an Möbeln, die Preise sind okay und das Beste von allem: Man kann sich die Produkte mit einem Wunschzeitraum für die Lieferung bestellen. Neben den bestellten Möbeln und Accessoires, habe ich ganz viele Bilder von Freunden und Familie aufgehängt, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. So wird es richtig schön gemütlich!

Nach ein paar Wochen Alltag in London bin ich mit meiner WG immer noch sehr zufrieden. Glücklicherweise leben wir nicht still aneinander vorbei, sondern Essen häufig gemeinsam, tauschen uns darüber aus, wie unser Tag war und sind Freunde geworden. 🙂

Im nächsten (B)Logbuch Eintrag möchte ich euch über meine Erfahrungen mit den Londoner Supermärkten und der britischen Esskultur berichten. Falls ihr ein Thema habt, über das ihr gerne mehr wissen wollt, lasst mir gerne einen Kommentar da. 🙂

Bis bald,

Sarah Hentschel | „Außenstelle“ London