Dobar Dan Dalmatia!


Im Juni bin ich mit meinem Lebensgefährten nach Dalmatien geflogen, da uns die weltberühmten Wasserfälle und die Naturparadiese dort gelockt haben. Schon bei der ersten Begrüßung durch unseren Gastgeber Zoran haben wir ihn direkt ins Herz geschlossen. Unser Apartment lag auf einem Berg in Stobreč, nur etwa 20 Minuten vom Flughafen und Split entfernt. Wie ihr auf den Fotos seht, hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die Küste, das Meer und die Berge. Sogar einen kleinen ruhigen Küstenabschnitt hatten wir unterhalb unseres Hauses fast nur für uns. 

Da es sich um einen Kiesstrand handelt, ist das Wasser wunderbar klar und leuchtet türkis in den schönsten Aquarellfarben. 20 Auto-Minuten von Stobreč entfernt, in Omiš, gibt es aber auch einen herrlichen Sandstrand. Ihr solltet in Kroatien darauf achten, dass ihr Schuhe im Wasser tragt, damit ihr keine Probleme mit den Seeigeln bekommt. Auch wenn Seeigel unangenehm sein können, sind sie eines der sichersten Zeichen für gute Wasserqualität und die ist in Kroatien bestens! Falls ihr mal nachschauen wollt, wie die Qualität des Badewassers an den verschiedensten Orten in Europa ist, schaut doch auf der Seite der „European Marine Observation“ vorbei.

Natürlich haben wir uns in Kroatien nicht nur am Strand aufgehalten, schließlich wollten wir bei einigen Tagesausflügen auch etwas erleben und Land und Leute kennen lernen. Wir hatten für unsere Ausflüge in die Berge, Städte und zu den Nationalparks einen Mietwagen vor Ort gebucht und konnten somit spontan zu unseren Ausflugszielen fahren. An einem Tag haben wir die Hafenstadt Split erkundet, die vor allem wegen des Diokletianpalastes als UNESCO-Weltkulturerbe bekannt ist. Wenn man durch das mächtige Silbertor tritt und die riesigen Stadt- und Palastmauern sieht, spürt man, dass Split an jeder Ecke Geschichte atmet. Der Palast wurde als Alterssitz für den gleichnamigen römischen Kaiser vor 1700 Jahren erbaut. Nach der Römerzeit wurde der Komplex zu einer bewohnten Festung und dementsprechend im Laufe der Jahre immer wieder umgebaut und verändert. Besonders passend fanden wir, dass im Innenhof des Palastes Angestellte der Stadt Split, in prächtigen römischen Uniformen gekleidet, die Fragen der Touristen zur römischen Historie beantworten. Die Vergangenheit wird so lebendig und alles wirkt wie eine farbenfrohe Szene aus einem großen Historienfilm. Ganz zufällig sind wir dann im Vestibul, dem riesigen Glockenturm des Diokletianpalastes auf einen Klapa-Chor gestoßen. Die Akustik in dem großen, runden, kuppelförmigen Vorraum der kaiserlichen Gemächer ist fantastisch. Die tradionellen Klapa-Chöre bestehen meist aus sechs bis zwölf Personen (es können allerdings auch mehr sein) und singen mehrstimmig ohne instrumentale Begleitung wunderschöne Lieder über verschiedene Themen wie die Liebe, ihre Heimat oder das Meer. Diese Lieder können mehrere hundert Jahre alt sein. Auch unser Gastgeber Zoran probt einmal die Woche mit seinem Klapa-Chor und lässt die schöne kroatische Tradition und die klangvollen Lieder aufleben – auf dem Balkon unseres Apartments konnten wir einen Nachmittag quasi live bei der Probe dabei sein.

An der Strandpromenade von Split zeichnet sich ein anderes Bild als rund um den Palast ab, denn die prächtige „Riva“ wurde sehr durch die Zeit geprägt, in der die Venezianer und später die Franzosen über die Region herrschten. Mir persönlich hat besonders gut gefallen, dass hier eine gelungene Mischung aus neu und alt gefunden wurde. Man sieht, dass die Häuser gepflegt sind und restauriert wurden. Die Promenade ist jedoch nicht übermäßig herausgeputzt, so dass alles authentisch bleibt und man zeitgemäß an das Vergangene erinnert wird. Außerdem dürfen dort nur Souvenirs verkauft werden, die eine Verbindung zur Region und dem lokalen Handwerk haben, wie z.B. schöne Lavendel-Säckchen in Form von Tieren oder dalmatinischer Schmuck, wie Armreife aus Kunstharz mit Blüten-Einschlüssen.

Auf dem Weg von Split zur nächsten Hafenstadt – Trogir – liegen entlang der Meeresküste zahlreiche gut erhaltene, pittoreske Wasserschlösser, wie zum Beispiel das venezianische Wasserschloss Kaštel Lukšić. In Trogir angekommen sieht man fast ausschließlich mittelalterliche Gebäude, die sehr gut erhalten sind. Nur sehr wenige Häuser wurden dem Stadtbild später hinzugefügt und falls das doch einmal nötig war, dann ausschließlich im gleichen mittelalterlichen Stil. Deshalb wurde die gesamte Altstadt 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Da die Innenstadt nie verändert wurde, sind die vielen Gassen sehr eng und ähneln sich sehr, so dass man sich manchmal wie in einem Labyrinth fühlt. Ein besonderer Hingucker sind die Steinmetzarbeiten an der Kirche von Trogir. Die filigranen Bilder erzählen Unmengen von biblischen Geschichten. Auch die beiden steinernen Löwen, die den Eingang der Kirche säumen, sind sehr schön.

Da ich Wasserfälle liebe, durfte ein Besuch im nahe gelegenen Nationalpark Krka natürlich nicht fehlen. Wir sind dort auf brückenartigen Holzpfaden durch die herrlichen Auenlandschaften wie durch ein Paradies gewandert und haben wunderschöne Wasserfälle, sprudelndes, rauschendes Wasser, viele alte Bäume, grüne Täler, schillernde Libellen und bunte Schmetterlinge gesehen. Der Fluss Krka läuft im Nationalpark so breit auseinander, dass man das Gefühl hat, einen See vor sich zu haben, der von faszinierenden Bergen umgeben ist. Mit dem Schiff passiert man canyonartige Engstellen und spannenden Felsformationen. Auf dem Bergplateaus rund um den Krka wurden zahlreiche Szenen aus den bekannten Winnetou-Filmen gedreht. Im Park habt ihr die Möglichkeit, zwei verschiedene Schiffsfahrten zu unternehmen. Die kleine Bootstour dauert circa eine halbe Stunde und ist im Eintrittsticket für den Park mit inbegriffen, die Abfahrt ist in Skradin. Ihr könnt bei dieser Schifffahrt den größten der dortigen Wasserfälle, den Skradinski buk, mit einer Gesamthöhe von knapp 46 Metern bestaunen. Wir haben uns allerdings für die längere Variante entschieden und uns auf eine vierstündige Schiffsexkursion begeben. Die Fahrt mit dem rustikalen Schiff war ein besonderes Erlebnis. Mit an Bord waren Touristen aus aller Welt. Während des vierstündigen Ausflugs hatten wir viel Zeit um an Land zu gehen. Als ersten Stopp haben wir die Insel Visovac erkundet, auf der sich ein Franziskanerkloster mit einem schönen Rosengarten und Parkanlagen befindet. Von der Insel Visovac aus sind wir mit dem Schiff weitergefahren zum Wasserfall Roski slap, der in das aquamarinfarbene Seewasser fällt. Obwohl ihr während des Landgangs beim Roški slap in rustikalen Restaurants in den historischen Wassermühlen etwas essen könnt, ist es auch empfehlenswert, bereits vor eurem Ausflug ein herzhaftes kroatisches Mittagessen zu genießen und ein paar Snacks für Zwischendurch einzupacken. So könnt ihr die Zeit in den Wasserlandschaften rund um den Roški slap nutzen, um die traumhaften Aussichten zu genießen. Auf den kleinen Holzpfaden und über zahlreiche Brücken kann man die Landschaft erkunden und bekommt dabei atemberaubende Panoramen geboten. Nach dem Ausflug haben wir in einem schönen gemütlichen Restaurant in Skradin lecker zu Abend gegessen.

 

In unserem Apartment allerdings haben wir kaum selbst gekocht, denn in Kroatien gibt es an jeder Ecke gute Restaurants. Bereits für um die sieben Euro bekommt man einen leckeren Balkanteller. Auf einem Balkanteller könnt ihr so ziemlich alles finden, was das Herz begehrt. Von Ćevapčići (Fleischröllchen aus gewürztem Hackfleisch) über Ržnijići (gegrillte Fleischspieße) bis hin zu Djuvec-Reis (Reis gemischt mit vielen Gewürzen und Gemüse) ist die Platte meist bunt gemischt. Durch die Nähe zum Meer gibt es natürlich auch viele Fischgerichte, die ihr probieren könnt. Aber auch die berühmte Paste aus Paprika, Aubergine und viel Knoblauch – Ajvar – darf natürlich nicht fehlen. Außerdem dürft ihr euch ein Gebäck namens Pita Burek nicht entgehen lassen, das sind runde Teigröllchen oder auch Teigtaschen, gefüllt mit Schafskäse oder Hackfleisch – einfach lecker!

Dalmatien hat uns so gut gefallen, die Kroaten sind so herzlich und eine Woche Urlaub dort war viel zu schnell vergangen – und es gibt noch so viel zu entdecken! Deshalb haben wir den nächsten Urlaub schon gebucht, dann mit einer Zwischenübernachtung bei den Plitvicer Seen. Vidimo se Hrvatska – bis bald Kroatien ! 🙂

Viele Grüße,

Sarah Hölzel | Profi für Flug & Ticketing