Vielfältige USA – Teil 1


Obwohl meine Rundreise durch die USA nun schon eine Weile her ist, erinnere ich mich oft und vor allen Dingen sehr gerne an meine Erlebnisse zurück. Deshalb möchte ich meine Erfahrungen heute mit euch teilen. Vom Frankfurter Flughafen startete unsere Gruppe nach New York City – eine Stadt, die wohl in allen Köpfen umhergeistert. Entweder war man schon mal dort oder würde gerne mal hin. Da es auf zu meinem ersten Besuch in diese riesige Stadt ging, gehörte ich zu der Kategorie „würde gerne mal hin“. Natürlich war ich riesig gespannt – auf die vielen Hochhäuser und das Getümmel der unzähligen Menschen, die dort leben, aber natürlich auch auf die Sehenswürdigkeiten, von denen es so viele gibt, dass man mit einer Reise sowieso nicht alles erleben kann. Rückblickend war natürlich alles ganz anders als man es sich vorgestellt halt, das kennt ihr bestimmt auch.

Müsste ich mir eine Lieblingsstadt in den Staaten aussuchen, dann wäre das wohl nicht New York City, doch viele meiner Mitreisenden spürten einfach direkt diese Energie, die der Big Apple ausstrahlt. Mich hat dagegen die Atmosphäre einer ganz anderen amerikanischen Stadt direkt in ihren Bann gezogen – aber dazu später mehr. Auf den ersten Blick besteht New York erstmal nur aus unzähligen, riesigen Hochhäusern. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubenden, denn manchmal fühlt es sich schon komisch an, zwischen all dem Beton und Stahl nur klitze kleine Stückchen vom Himmel sehen zu können. Deshalb habe ich mich gerne am Ufer von Manhatten aufgehalten, hier kann man toll den Blick schweifen lassen und auch mal etwas in der Ferne entdecken. Besonders am untersten Zipfel könnt ihr eine tolle Aussicht in Richtung Freiheitsstatue genießen.

Wenn ihr allerdings so wie ich, die ganzen Hochhäuser nicht immer nur von unten sehen wollt, sondern auch mal über die Stadt blicken möchtet, dann müsst ihr einen der vielen Aussichtstürme erklimmen. Auf den Besuch des Empire State Buildings hatte ich mich vor dem Antritt unserer Reise total gefreut, ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, dass wir tatsächlich drei Stunden anstehen mussten, plant also defnitiv genug Zeit ein! Müsste ich es noch einmal entscheiden, dann würde ich mir das viele Anstehen sicher erstparen und in eines der vielen New Yorker Hochhaus-Restaurants gehen. Von hier aus hat man auch eine klasse Aussicht und dazu kann man noch etwas leckeres Essen genießen. 🙂

Was mir außerdem gut gefallen hat, war unsere Hop-On-Hop-Off-Bustour durch ganz Manhattan. Zu Fuß braucht man nämlich doch recht lange, um alles zu erkunden, denn wie meine Kollegin Miriam schon in ihrem Blogbeitrag über New York so treffend formuliert hat, „allein Manhattan ist über 21 km lang – läuft man also von der obersten zur untersten Spitze und wieder zurück, hat man schon einen Marathon hinter sich gebracht“. Mit dem Bus war das allerdings kein Problem, denn der Fahrer kannte natürlich den kürzesten Weg und konnte Sehenswürdigkeiten, die nah beieinander liegen gezielt nacheinander anfahren – als Tourist ist man in dem riesigen Wirrwarr von Straßen, Autos und Menschen dann doch manchmal ein bisschen überfordert und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Außerdem war unsere Guide spitze! Eine typische New Yorkerin, so wie man sie aus zahlreichen amerikanischen TV-Serien (wie z.B. Friends) kennt, die sich natürlich top auskannte und vor allem auch viele schöne Anekdoten parat hatte.

Mein liebster Ort in New York City ist übrigens der Times Square. Natürlich gibt es hier genauso viele Hochhäuser wie an allen anderen Orten in New York auch, doch er dient als magischer Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. An den ganzen bunten Lichtern, Bildschirmen und den zahlreichen Geschäfte aller nur erdenklichen Marken, laufen die Menschen hier jedoch nicht einfach nur stur vorbei. Egal ob sie anhalten, um Fotos zu machen, durch die Geschäfte zu schlendern oder um sich gegenseitig anzustupsen und „guck mal da“ sagend auf eine der vielen Reklamen zu zeigen, das Gefühl der Hektik weicht einer großen Atmosphäre des Staunens und das hat mich sehr fasziniert.

Ein weiterer Ort an dem sich die Atmosphäre der Stadt komplett verändert, ist das Gelände des „National September 11 Memorial and Museum“, wahrscheinlich besser bekannt als „Ground Zero“. Zum damaligen Zeitpunkt unseres Besuchs in New York war das Mahnmal noch nicht fertig gestellt, mittlerweile befindet sich dort – genauer gesagt an den beiden Stellen, an denen die eingestürzten Türme standen – zwei große Wasserbecken, in deren Umrandung die Namen aller ums Leben gekommenen Menschen eingraviert sind. Das Mahnmal trägt den Namen „reflecting absence“ („Abwesenheit reflektieren“). Besonders beeindruckend war für mich der Besuch im dazugehörigen Museum, das sich damals noch in der Vesey Street befand, heute aber auch auf dem Gelände der „World Trade Centre Site“ verortet ist und 2014 eröffnet wurde. Neben zahlreichen Fund- und Erinnerungsstücken der Opfer sind dort auch Stahl- und andere Trümmerteile der Gebäude, sowie viele Video- und Audioaufnahmen von Freunden, Familien, Rettungskräften und Überlebenden der Anschläge ausgestellt. Obwohl diese Gedenkstätte so geplant wurde, dass sie möglichst keine bösen Erinnerungen weckt, sind doch immer Psychologen und Sozialarbeiter verfügbar, mit denen man sich über das Geschehen direkt austauschen kann.

Wegen all dieser vielfältigen Orte und Geschichten ist New York eine Stadt, in der sich immer etwas verändert und man ständig Neues entdecken kann. Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, die ganzen Eindrücke, die diese Stadt zu bieten hat, auf mich wirken zu lassen. In New York zu leben kann ich mir allerdings überhaupt nicht vorstellen. Die Hauptstadt der USA, Washington D.C., habe ich mir übrigens ganz ähnlich wie New York vorgestellt. Wie unterschiedlich die beiden Städte aber in Wirklichkeit sind, das schildere ich euch im zweiten Teil meiner USA Rundreise.

Bis zum nächsten Mal,

Julia Szalkowski | Profi für den Einkauf Großbritannien