Sonniges Südtirol


Nachdem wir im März unseren Roadtrip durch Florida gemacht hatten (von unseren Erlebnissen könnt ihr hier und hier lesen), sind wir echt auf den Geschmack gekommen, unseren Urlaub nicht nur an einem Ort und in einem Hotel zu verbringen. Also beschlossen wir im Herbst mit dem Auto in Richtung Süden zu fahren – immer schön der Sonne entgegen 🙂 

Über den Fernpass ging es nach Österreich und dann waren wir im Prinzip schon drin, im Urlaub. Die Fahrt durch die tolle Landschaft Tirols war einfach zauberhaft: Überall bewaldete Hügel, hohe Berge, gemütlich grasende Kühe und heimelige Häuser mit üppiger Blumenpracht auf den Balkongeländern. Per Brenner passierten wir die Grenze zu Italien und hatten dann bald unser Ziel erreicht – Meran.

Die Umgebung ist so wundervoll! Auf Felsvorsprüngen der Berge thronen dutzende Burgen (in ganz Südtirol sind es insgesamt um die 800!) und blicken erhaben auf das Tal hinab. Toll sind auch die vielen Berghütten und Almen, die sich auf Lichtungen an den Hang klammern. Wie es wohl sein mag in so einer abgelegenen Hütte zu wohnen und sich zum Großteil selbst versorgen zu müssen?

Der Kurort Meran, in dem selbst schon Kaiserin Sissi mehrmals verweilte, ist vielleicht nicht das typische Urlaubsziel für junge Leute, aber uns hat die Stadt total gut gefallen. Wir sind erstmal ganz gemütlich eine Runde durch die Altstadt gebummelt: Durch die Lauben, dann vor zur Passerpromenade, vorbei am Kurhaus und anschließend durch das Bozener Tor zurück zur Piazza Duomo.

Hinter der schönen Kirche St. Nikolaus führten uns dann Treppen hoch zum Tappeinerweg – dieser ist wirklich herrlich und ein absolutes Muss! Die 6km lange Promenade liegt erhöht an einem Hang und bietet einen traumhaften Blick über Meran und die ganze Umgebung. Den Weg säumen Weinhänge, Palmen, Olivenbäume und viele andere Pflanzenarten, die einem das Gefühl geben, dass das Meer nicht weit wäre. Wir sind bis zum Pulverturm gelaufen, von dessen Dach wir einen super Ausblick hatten.   

Das Highlight von Meran waren für uns die Gärten von Schloss Trauttmansdorff! Die Anlage ist riesig und ihr solltet mindestens einen halben Tag einplanen, um alles gemütlich zu erkunden. Wir haben erst mal alle Themen-Gärten und Stationen in den Hängen erklommen. Ob der Japanische Garten, der Bambuswald oder der Garten für Verliebte – alles ist sehr liebevoll angelegt. Auf keinen Fall verpassen dürft ihr die Aussichtspunkte „Matteo Thun’scher Gucker“ und die „Voliere“. Von hier seht ihr die Gärten noch mal aus einer ganz anderen Perspektive und der Blick in das gesamte Tal ist atemberaubend. Der Thun’sche Gucker ist außerdem der beste Standpunkt für Fotos vom Schloss.

Wir waren begeistert von den vielen bunten Blumen, exotischen Pflanzen und der entspannten Atmosphäre und haben uns immer mal wieder in der Sonne auf eine Bank fallen lassen. Das hört sich jetzt vielleicht eher an, als wären wir 80+ 😀 , aber uns hat es wirklich gut gefallen!

Kommen wir nun zu den wirklich wichtigen Dingen: Essen 😀 Besonders empfehlen, können wir euch das Restaurant S‘ Rössl Cavallino. Die hausgemachte Pizza, die frisch aus dem Steinofen kommt, schmeckt wirklich super und Allergiker können sogar eine glutenfreie Variante bestellen! Im Sommer bietet sich das Happm Pappm im Nachbarort Marling an, welches eine Mischung aus Beachclub und amerikanischem Diner ist. In dieser coolen Atmosphäre kann man entweder im Freien oder im umgebauten Wohnwagen leckere Burger, Schnitzel oder Wurst mampfen. 

Als sich der Himmel über Meran zu zog, beschlossen wir einen Ausflug nach Bozen zu machen und hofften, dass einige Kilometer weiter das Wetter besser ist. Und tatsächlich: strahlender Sonnenschein! Besonders für Feinschmecker und Architekturfans lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall! In der Altstadt stehen so schicke, teilweise beeindruckend filigran verzierte Häuser, die richtig Charme haben. Dazu weht einem immer wieder der Duft von Schinken und Käse aus Delikatessengeschäften und von Marktständen um die Nase. Da heißt es entweder stark bleiben oder durchprobieren 🙂 

Noch ein kleiner Tipp: Die wahrscheinlich coolste Bar in Bozen ist das „Fischbänke„. Im Internet gibt es zwar kaum Infos , aber glaubt uns, wenn ihr davor steht, wisst ihr, was wir meinen.

Nach zwei Nächten in Meran haben wir wieder unsere Koffer gepackt, ins Auto geladen und weiter ging die Fahrt – in Richtung Gardasee. Südtirol hat uns super gefallen und wird sicher irgendwann einmal wieder unser Reiseziel sein… dann aber mit Wanderstiefeln und -stöcken im Gepäck, um die einmalige Bergwelt zu erkunden.    

 Liebe Grüße, Andreas Kandzia | Profi für Osteuropa und Sabine Pasch | Profi für Grafik