Vom Atlantik durch’s Loiretal


Erinnert ihr euch noch an meinen Roadtrip durch die Normandie und Bretagne? Wir haben im Nordwesten Frankreichs ja schon sehr schöne Erlebnisse gehabt, wie die Lichtshow in Rouen, den seltenen Sonnenschein am Pointe du Raz. Jetzt folgt die Fortsetzung unserer Rundreise durch das bezaubernde Loiretal. 🙂

Aufgeweckt von einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem Golf von Morbihan und gut gestärkt vom Frühstück ging es in Richtung Osten. Unser nächster Stopp war Saumur, wo sich meine beste Freundin besonders auf eine Besichtigung des Cadre Noir gefreut hat – die berühmte französische Reitschule. Ursprünglich als Teil des französischen Militärs gegründet, besteht die Aufgabe des Cadre Noir heute darin, die französische Reitkunst zu erhalten. Für Pferdefreunde, wie meine beste Freundin, ist der Besuch vor allem dann beeindruckend, wenn man das Glück hat, den Reitern in der Reithalle beim Training zuzuschauen. Das Glück hatten wir jedoch leider nicht und auch sonst gab es für uns nicht allzu viel zu erkunden. Aber für eine kleine Mittagspause im Anschluss lohnt sich die kleine historische Altstadt von Saumur mit dem zauberhaften Rathaus am Fuße des Schlosses.

Für uns ging es wieder auf die Straße, denn ich war schon gespannt auf meinen ersten Besuch des Schlosses von Villandry mit seinen weitläufigen Gärten – was letztlich für mich auch das absolute Highlight der Reise war. Das Renaissanceschloss und der Garten wurden im 16. Jahrhundert unter Franz I. gebaut und sind seit 1906 im Besitz der Familie Carvallo, die das Anwesen zu dem machten, was es heute ist. Das Schloss selbst ist eingerichtet, sodass man einen authentischen Eindruck vom damaligen Leben im Schloss bekommt.

Noch beeindruckender sind allerdings die Gärten von Villandry, die in verschiedene Bereiche gegliedert sind. Dazu gehören unter anderem der Wald, der Wassergarten, der Küchengarten, der Liebesgarten und das Labyrinth. Obwohl wir im Herbst dort waren, konnten wir uns noch an vielen blühenden Blumen erfreuen. Stellt euch nur vor, wie schön es dann erst ist, wenn ihr im Sommer dort seid… Durch die vielen unterschiedlichen Bereiche, in denen es so wahnsinnig viel zu entdecken gibt, kann man da gut und gerne zwei Stunden verbringen.

Übernachtet haben wir in einem Vorort von Tours. Müde von einem ereignisreichen Tag haben wir es dieses Mal leider nicht mehr geschafft, der schönen Innenstadt von Tours einen Besuch abzustatten. Wenn ihr mehr über die schöne Stadt und deren Umgebung erfahren wollt, empfehle ich euch den Blogbeitrag meiner Kollegin Sarah „Im Tal der Schlösser und Burgen“.

Unser nächster Stop war Blois, etwa in der Mitte zwischen Tours und Orléans an der Loire gelegen. Das Schloss von Blois thront hoch oben über der Stadt. Begonnen wurde der Bau bereits im 10. Jh. als einfacher Wehrturm und bis ins 13. Jh. zu einer Burganlage erweitert. Es war das erste Schloss, das nach der französischen Revolution wieder hergestellt wurde und dient seither als Museum. Wenn ihr euch den Innenhof des Schlosses anschaut, ist deutlich zu sehen, dass das Schloss im Lauf der Jahrhunderte in verschiedenen Baustilen erweitert und umgebaut wurde. Besonders schön ist der Blick von dem zur Stadt hin offenen Innenhof des Schlosses über die Altstadt von Blois und die Loire.

Wenn es eure Zeit zulässt, solltet ihr euch einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt nicht entgehen lassen. Vom Haupteingang des Schlosses geht ihr über den Vorplatz und rechts vom Maison de la Magie nehmt ihr die Treppe, die in die Altstadt hinunter führt. Hier gibt es hübsche Fachwerk-Architektur, kleine Geschäfte und Restaurants. Außerdem lohnt die Kathedrale Saint-Louis einen kurzen Besuch. Ein wirklich kleiner süßer Ort.

Anschließend ging es für uns zum wohl bekanntesten Schloss der Loire – Chambord. Das Schloss von Chambord wurde von Franz I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet. Das Jagdrevier wird von einer 32km langen Mauer umgeben und umfasst eine Fläche von über 5.000 ha – ein bisschen Schummeln ist es allerdings schon, wenn man den Tieren die Fluchtwege durch Mauern beschränkt. 😉

Der Park an sich kann ohne Eintritt besucht werden – lediglich die Parkgebühren für Bus und PKW fallen an. Und die Außenbesichtigung mit Spaziergang durch den Park ist wirklich schon beeindruckend. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Schloss gibt es ein Souvenirgeschäft und ein paar kleine Cafés bzw. Imbiss-Stände, sodass hier auch eine ausgedehnte Mittagspause für Gruppen gut machbar ist. Im Schloss selbst sind vor allem die berühmte Wendeltreppe und die Dachterrasse mit Blick auf das Jagdrevier sehenswert. Die einzelnen Räume sind nicht eingerichtet.  Um zu erfahren welche Funktion die einzelnen Räume seinerzeit hatten, macht hier auf jeden Fall ein Audioguide Sinn. Wenn ihr das Schloss mit Audioguide besucht, solltet ihr euch mindestens zwei Stunden Zeit nehmen – die Führung ist sehr spannend, aber eben auch sehr umfangreich.

Am nächsten Morgen machten wir einen ausgedehnten Spaziergang durch Orléans – die berühmte Stadt der Johanna von Orléans. Sie war es, die dazu beitrug, Frankreich und vor allem Orléans als Zentrum der Auseinandersetzungen von den Engländern zu befreien und die Einwohner von Orléans haben sie daher quer durch die Stadt ihr zum Gedenken verewigt. Die Rue Jeanne D‘Arc führt direkt auf die Kathedrale Sainte Croix d‘Orleans zu. Achtung, die Straße ist für Autos und Busse eine Einbahnstraße, die von der Kathedrale wegführt! Zu Fuß lohnt sich der Spaziergang entlang der Rue Jeanne D‘Arc bis zur Kathedrale. In der Kathedrale findet ihr ein Standbild von Jeanne D‘Arc – ein weiteres steht in Form einer Reiterstatue auf dem Place du Martroi, dem Mittelpunkt der Altstadt. Aufgrund der weitläufigen Zerstörung während des Zweiten Weltkriegs wurden viele der Häuser in der Altstadt nach 1945 neu aufgebaut – einige davon im Stil des 18. Jahrhunderts. Auf mich wirkte Orléans sehr jung und lebendig. Vor allem die meist in hellem Stein gehaltenen Häuser machen einen sehr freundlichen und modernen Eindruck – eine Stadt, in der man im Sommer auch gerne mal einen Nachmittag mit shoppen oder im Café verbringen kann.

Orléans war leider auch schon unser letzter Halt an der Loire. Am späten Nachmittag kamen wir nach Metz, wo wir die Stadt im Lichterglanz bestaunen konnten. Die hübsche Altstadt, nette Fachwerkhäuser entlang der Mosel und die beleuchtete Kathedrale machen auch bei Nacht einiges her. Besonders gefallen haben uns die vielen Restaurants entlang der Mosel, teilweise sogar mit Terrasse direkt an der Mosel. Da lässt sich ein lauer Sommerabend bestimmt sehr gut aushalten.

Na, habt ihr Lust bekommen, auch eine Reise zu den Schlössern der Loire zu planen? Neben den von mir besuchten Orten hat die Loire natürlich noch weit mehr zu bieten – sprecht mich einfach an. Wir, das Team Frankreich, arbeiten mit euch gerne eure persönliche Reise zu den Märchenschlössern der Loire aus.

viele Grüße

Christine Scherhag | Profi für Frankreich