Fabelhaftes Flandern


Im vergangenen Juni war ich eine Woche in Flandern. Am liebsten möchte ich gleich wieder hin, so gut gefiel es mir dort. 🙂

Meine Kollegen aus der Benelux-Abteilung von Service-Reisen hatten mich schon lange ĂŒber den kurzen Dienstweg (unsere BĂŒros liegen nebeneinander) mit ihrer Begeisterung fĂŒr Flandern angesteckt. Im Sommer wollte ich Flandern dann endlich besuchen – und die Begeisterung hat mich ebenfalls gepackt.

Bei der Reiseplanung hat das nachbarschaftliche Fachwissen natĂŒrlich tatkrĂ€ftig geholfen und so waren wir begeistert von den Highlights, die wir in Flandern entdecken konnten. In Flandern liegt alles nah beieinander, so daß der Koffer nicht stĂ€ndig gepackt werden muss. Wir haben uns ein Hotel im zentral gelegenen StĂ€dtchen Ypern gewĂ€hlt. Von hier aus kann man sternförmig die Region erkunden, denn alles ist nur etwa eine Stunde Auto-Fahrzeit entfernt.
Mit meiner Frau habe ich mir Ostende, Calais, Gent und BrĂŒgge sowie ZeebrĂŒgge angeschaut und zum Ende der Woche noch eine kleine KĂŒstentour entlang der belgischen Nordsee gemacht.

Schon die Anreise war fĂŒr uns ein Erlebnis der Extraklasse. Ich habe mich erst noch gewundert, woher die ganzen Autos mit Deutschlandfarben kommen, bis uns im Hotel die ersten Fußballfans entgegen kamen und wir dann am Empfang gefragt wurden, ob wir denn auch zum Spiel angereist wĂ€ren. Es lief ja noch die Fußball-Europameisterschaft und die Spielorte Lens sowie Lille liegen nur 40km bzw. 60km von Ypern entfernt. Da die Preise in Belgien natĂŒrlich viel attraktiver waren haben sich viele Fans in unserem Hotel eingebucht. Uns kamen Waliser, Nordiren und Iren entgegen und ĂŒberall herrschte eine so entspannte fröhliche Stimmung, da haben wir uns gleich richtig wohl gefĂŒhlt, wo wir doch selbst ebenfalls leidenschaftliche Eintracht Frankfurt Fans sind. Ich hatte soagr ein paar Worte Walisisch parat, was die walisischen Fans recht erstaunt aber sehr freudig aufgenommen haben und so war es ein super Auftakt unserer Urlaubstage. Fußball verbindet eben die Welt!

Wir haben uns viele belgische StĂ€dte angeschaut und sehenswert sind sie eigentlich alle. BrĂŒgge zum Beispiel war, wie erwartet, wunderbar. Wir kannten die Stadt schon von vorherigen Besuchen, aber wir hatten vor kurzem den Film „The Monuments Men“ gesehen und in dem Film gibt es eine Szene, in der sie in BrĂŒgge eine Madonna des Michelangelo retten. Diese Statue gibt es tatsĂ€chlich, sie steht heute noch in der Liebfrauenkirche in BrĂŒgge und natĂŒrlich wollten wir sie unbedingt mit eigenen Augen sehen! Die Statue ist hunderte von Jahren alt, immer noch wunderbar erhalten und hat schon zwei Weltkriege ĂŒberlebt. Sie ist eines der fabelhaften Werke Michelangelos und wenn man kann sollte man ein solches Kunstwerk bewundern. FĂŒr uns war dieses ein Ă€ußerst andĂ€chtiger Moment.

In BrĂŒgge besuchten wir auch die Brauerei „De Halve Maan“, mit der unsere Benelux-Kollegen gut zusammen arbeiten und sie mir empfohlen haben. Bei einem (oder zwei) köstlichen belgischen Bier mit dem dazugehörigen traditionellem KĂ€seplĂ€ttchen ließen wir es uns gut gehen. Apropos landestypisch: eine Grachtenfahrt gehört in BrĂŒgge wirklich dazu. Dieses ist natĂŒrlich sehr touristisch, aber das ist in BrĂŒgge ohnehin alles. Die Grachtenfahrt dauert hier 30 Minuten und ist dennoch lohnenswert.

Und mein Tipp fĂŒr Technik- und Wasserfans: In ZeebrĂŒgge könnt ihr eine zwei-stĂŒndige Hafenrundfahrt im zweitgrĂ¶ĂŸten Seehafen Belgiens unternehmen. Es ist schon sehr beeindruckend, was die Technik alles geschaffen hat. Unglaublich – und unbedingt mit eigenen Augen ansehen.

Gent ist eine weiteres der tollen belgischen StĂ€dtchen und steht BrĂŒgge in ihrer Schönheit meiner Meinung nach in nichts nach. Da es fĂŒr uns der erste Besuch hier war, haben wir die Stadt wieder mit einer Grachtenfahrt erkundet. WĂ€hrend der Fahrt begann es plötzlich zu regnen und alle im Boot fingen an hektisch die Schirme herauszuholen um dann dicht an dicht mit bunten Schirmen ĂŒber uns, sich gegenseitig trocken zu halten. Ein lustiger Anblick! So erheitert konnte uns der Regen nichts anhaben. Danach schlenderten wir durch die Stadt und meine Frau wollte Gent auf eigene Faust mit ReisefĂŒhrer und Karte erkunden. Ein wenig neidisch blickte ich auf Gruppen mit einem StadtfĂŒhrer denen wir begegneten – definitiv eine angenehme Weise um eine Stadt beim ersten Besuch zu entdecken und Details zu erfahren.
Dass es in Gent eine kleine aber spitzen Schokoladenmanufaktur gibt – die Chocolaterie Van Hoorebeke – wussten wir, und die wollten wir natĂŒrlich testen. Um sie zu finden haben wir in einem CafĂ© nachgefragt, ob sie die kennen wĂŒrden. Der Besitzer lĂ€chelte nur und meinte, das wĂ€re die Manufaktur seines Bruders. So klein ist die Welt manchmal. 🙂

Ein tolles KĂŒstenambiente erleben wollte ich an einem Tag auf dem Weg nach Calais. Ich liebe das Meer und seine Weite und nur eine Stunde von Ypern entfernt kann man hier voll und ganz auf seine Kosten kommen, wenn man sich so auf KĂŒstenurlaub freut wie ich. Die belgische KĂŒste ist ja nicht so wahnsinnig lang und damit viele Menschen dennoch den Meerblick genießen können, gibt es an vielen Stellen Hotels und mehrstöckige HĂ€user. Das wird nicht jedem gefallen und daher bekamen wir entlang der KĂŒstenstĂ€dtchen zunĂ€chst nicht richtig das GefĂŒhl am Meer zu sein. Aber an den Kreide-Steilklippen im Raum Calais Ă€ndert sich das definitiv schlagartig.

Wir sind hoch auf die Klippen und von hier aus konnten wir bei tollen Wetter einen Blick bis nach Dover geniessen. Der Wahnsinn! Da die Saison erst offiziell Ende Juni, Anfang Juli beginnt, waren zwar hier und da noch Restaurants geschlossen, aber dafĂŒr waren auch herrlich wenige Menschen unterwegs. Ich  habe fĂŒr meine Frau und mich extra einen Picknickkorb mitgenommen und so hatten wir ein gemĂŒtliches Picknick auf den Kreidefelsen. Mit dem Blick auf’s Meer und das am Horizont sichtbare Dover. So ist das Leben doch herrlich!

NatĂŒrlich konnten wir auch die Stadt Ypern selbst nicht auslassen. In Ypern gibt es ein Museum, dass eine große Ausstellung zum Thema Erster Weltkrieg beherbergt – das „In Flanders Fields Museum„. WĂ€hrend des Krieges wurde in Ypern Weltgeschichte geschrieben und daher wollte ich mir das Museum gerne anschauen. Da es laut meiner Regenradar-App heute regnen sollte, passt ein Museumsbesuch natĂŒrlich ganz gut.
Zuerst sind wir allerdings auf den Wochenmarkt, der dort jeden Samstag im Stadtzentrum abgehalten wird. Das ist ein großer toller Markt, der viele verschiedene StĂ€nde hat. Zum Beispiel habe ich hier eine weitere typisch belgische Speise probiert, die wir in Deutschland nicht haben: Krabbenkroketten! Echt sehr lecker. 🙂

Im Museum haben wir uns anschließend die sehenswerte Ausstellung sehr genau angesehen. Nördlich von Ypern liegen ja die „Flanders Fields“, auf denen im ersten Weltkrieg ein Stellungskrieg gefĂŒhrt wurde und wo auch das berĂŒhmte Gedicht „In Flanders Fields“ von John McCrae entstand. Es war einerseits beklemmend und vielleicht nicht das beste Thema fĂŒr den letzten Urlaubstag, aber definitiv lohnt sich der Besuch da das Thema hier interaktiv und anschaulich vermittelt wird.

Uns zieht es im Urlaub immer wieder an die KĂŒste und das war ein wirklich schöner Urlaub. So schön, dass ich weiss, nach Flandern kommen wir auf jeden Fall wieder. 🙂

Tot ziens, Vlaanderen! Auf Wiedersehen, Flandern.

Thomas Schiffer | Leitung Controlling und Finanzen

P.S.: Ich bin kein großer Fotograf, bitte entschuldigt, wenn zu dem einen oder anderen ein passendes Bild fehlt. Nur ein Grund mehr die Gegend selbst zu erkunden. 😉