Auf Kreuzfahrt entlang der Adria


Einige Jahre habe ich bei AIDA gearbeitet und als Abschluss dieses Kapitels dachte ich mir, in diesem Sommer „besser als mit einer eigenen Kreuzfahrt kann ich es kaum beenden“. Gesagt, getan. Da meine beste Freundin noch nie ein Kreuzfahrtschiff von innen gesehen hatte, freute ich mich auf einen entspannten Mädelsurlaub. Auf dem Weg zum Abfahrtshafen Venedig legten wir noch einen einwöchigen Aufenthalt am Gardasee ein, wo wir eine Unterkunft direkt am See fanden und von dort aus die Gegend erkundeten. Unser Highlight während dieser Woche war auf alle Fälle der Besuch in der traumhaft romantischen Stadt Verona.

Dann ging die Reise auch schon weiter Richtung Venedig. Hier startete unsere einwöchige Kreuzfahrt, die uns nach Korfu, über Bari, Dubrovnik und Zadar zurück nach Venedig brachte. In Venedig wollten wir dann noch eine zusätzliche Nacht auf dem Schiff verbringen, um die Lagunenstadt besser erkunden zu können.

Eigentlich mag ich lieber Reisen wo nicht so viele Menschen sind. Hier und da etwas länger bleiben und etwas Besonderes entdecken – aber das geht auf einem Kreuzfahrtschiff natürlich nicht. Das war mir aber schon vorab klar und so habe ich mich darauf eingelassen, die Vorzüge zu genießen, die eine Kreuzfahrt bietet. 😉 Das begann schon mit unserer Unterkunft denn wir hatten eine tolle Balkonkabine am Heck des Schiffs. So konnten wir bei jedem Auslaufen von hier aus gemütlich den Blick des kleiner werdenden Stadtpanoramas genießen. Speziell beim Verlassen von Venedig war das einfach einzigartig, denn wir sind den Canal Grande (der schreibt sich wirklich so und nicht Canale Grande) entlang gefahren, vorbei am Markusplatz – das war dann der perfekte Start in die Woche!
Der zweite Vorteil der Kabine: Hier war es ausgesprochen ruhig, was uns natürlich sehr gefallen hat. Denn da wir tagsüber immer eine Menge unternommen haben und abends dann das Tanzbein in der Disko geschmissen haben, konnten wir gemütlich auf dem Balkon den neuen Tag begrüßen und langsam wach werden – das waren wirklich zauberhafte Urlaubsmorgen.

Was ich richtig genossen habe, war das vielseitige Programm und die vielen Möglichkeiten, welche wir zum einen auf dem Schiff hatten sowie auch die Landgänge mit ihren vielen verschiedenen Impressionen. Und die Planung hat man uns an Bord auch so einfach wie möglich gemacht: Um zu erfahren, was am kommenden Tag anstand, gibt es jeden Abend die „AIDAheute“, eine Art Tagesprogramm um sich auf den kommenden Tag vorzubereiten und zu planen. An einem Seetag haben wir gegen andere Gäste Volleyball auf Deck 14 gespielt. Eine komplett neue Erfahrung, so unter freiem Himmel, mitten im Meer.

In Korfu angekommen, konnten wir uns natürlich Sissis ehemalige Sommerresidenz nicht entgehen lassen und haben uns das Achillion angeschaut. Da wir absolute Schlösserfans sind und den Baustil der damaligen Zeit lieben, war dies wunderbar (geht natürlich auch optimal für Busgruppen)! Im Anschluss ging es noch für einen kleinen Bummel in die Altstadt der Insel. Mein Tipp zum Abschluss: nehmt einen geeisten Espresso unter den Arkaden an der Esplanade!

Nach einem kurzen Stopp in der italienischen Hafenstadt Bari – jetzt wieder auf der anderen Seite der Adria – fuhren wir nach Dubrovnik. Hier wussten wir natürlich, dass wir uns auf alle Fälle die Altstadt anschauen müssen. Obwohl es an diesem Tag etwa 40 Grad heiß war und eine Luftfeuchtigkeit kaum vorhanden war, haben wir uns auf die Stadtmauer von Dubrovnik gewagt. Ungefähr zwei Kilometer führt diese um die komplette Altstadt rum und wir hatten hier wunderbare Blicke auf die Küste und auf die verwinkelten Gässchen. Trotz der Hitze mussten wir uns noch in die Seilbahn wagen, da wir uns das fest vorgenommen hatten und auch das hat sich definitiv gelohnt! Auf der einen Seite lag uns die Stadt mit Hafen und Altstadtkulisse zu Füßen und auf der anderen Seite war weit und breit nur herrliche Natur. Nichts weiter als Büsche und Bäume so weit das Auge reicht. In Dubrovnik wurden übrigens grosse Teile der Serie „Game of Thrones“ gedreht, was aktuell für viele ein Grund ist diese wunderbare Stadt zu besuchen.

Der nächste Landgang war dann in Zadar, dem zweiten kroatischen Hafen auf unserer Reise. Hier ergriffen meine Freundin und ich die Chance, den Nationalpark Krka zu besuchen. Da dieser einige Stunden vom Hafen entfernt lag, entschlossen wir uns dazu einen geführten Ausflug zu buchen, da wir uns so um nichts kümmern mussten. Es war so entspannend einfach nur dem Reiseleiter folgen zu können. Im Nationalpark angekommen, empfingen uns kleine Wasserfälle, welche in allen Türkistönen glänzten. Die vielen kleinen Pools, die durch Holzbrücken und -stege verbunden sind, bilden eine einmalige Landschaft. Beim größten Wasserfall hatten wir dann auch die Möglichkeit ins Wasser zu springen. Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen und sind ins kühle Nass gesprungen. Erfrischt ging es dann wieder Richtung Bus. Wenn uns jemand fragt, was uns bei unserer Reise am Besten gefallen hat, kommen wir immer wieder auf diesen traumhaften Tag zu sprechen – den heute auch viele unserer Kunden im Programm haben.

Wir haben viele Destinationen angesteuert, welche ich vorher noch nie gesehen hatte, und so ergab sich ein toller Nebeneffekt: Ich war begeistert von Kroatien, sodass ich nun schon meinen Urlaub für nächstes Jahr in diesem Land plane. Zum Glück ist Kroatien jetzt auch eines meiner Zielgebiete geworden und ich werde jetzt noch viel über dieses wunderschöne Land lernen und freue mich schon es besser kennenzulernen 🙂

Wenn ihr eure AIDA-Cruise macht, hier noch ein Tipp: Achtet auf die Essenzeiten! Die meisten älteren Schiffsgäste stehen meist pünktlich zur Restaurantöffnung vor der Restauranttür. Wenn ihr dann auch zum Essen wollt, erlebt ihr einen riesigen Ansturm. Genießt lieber noch etwas das sich um diese Zeit leerende Sonnendeck und geht erst später essen. Das Restaurant ist dann wieder angenehm normal gefüllt. Sollte euch jedoch der Hunger überkommen, dann schaut doch bei der Pizzeria vorbei. Da war meistens deutlich weniger los.

Schöner ist es natürlich, einfach das Essen „draußen“, also im Hafen, zu genießen und dort die landestypische Küche zu probieren. Die Atmosphäre ist gleich ganz anders und man lernt so die Länder noch besser kennen.

Am letzten Abend in Venedig hat es sich richtig gelohnt von Bord zu gehen. Es war der Abend, als Deutschland gegen Italien im EM-Viertelfinale gespielt hat. Die Stimmung in dem Biergarten war unbeschreiblich freundlich. Zwar gingen alle Zuschauer durch die Emotionen während des Spiels, aber die Italiener haben es total gelassen aufgenommen, dass wir zwei Mädels immer dem deutschen Team zugejubelt haben. Nach dem Schlusspfiff haben sie uns sogar noch gratuliert! Eine so warme und offene Atmosphäre – das war das perfekte Ende eines wunderbaren Urlaubs.

So eine Adria-Kreuzfahrt hat doch schon was für sich. Eine luxuriöse Art und Weise sich verschiedene Länder in einem Urlaub kurz anzuschauen. Ich wünschte, es wäre noch etwas flexibler von den Zeiten, die wir zur Erkundung hatten – aber bei mehreren hunderten Passagieren an Bord ist das unrealistisch, das verstehe ich ja. 😀

eure Annkathrin Hölzer | Profi für die östliche Adria