Welcome to Florida


Willkommen in Florida! Nach den ersten paar Tagen in Miami – von denen wir euch bereits hier berichtet haben – starteten wir unsere Rundreise durch Florida. Das Autofahren ist hier überhaupt kein Problem, man muss sich nur etwas daran gewöhnen, dass auf dem Highway auch rechts überholt wird. Sie haben hier ein tolles Mautsystem, den „SunPass“, mit dem man ganz einfach über die Kreditkarte bezahlen kann. So wird man beim Durchfahren einer Mautstation automatisch registriert und muss nicht anhalten und Bargeld parat haben. Super clever, oder?  Aber jetzt ab ins Auto und los geht es nach Süden auf die Keys!

 

Florida Keys – Die schönste Sackgasse der Welt!
Die Keys sind ein absoluter Traum und wir haben uns wirklich geärgert, dass wir nur eine Übernachtung gebucht hatten. Die Autofahrt über die Keys selbst fanden wir dann gar nicht sooo spektakulär. Klar, der Ausblick von den großen Brücken zwischen den Inseln ist natürlich toll, aber die meiste Zeit fährt man einfach durch Orte, die auch auf dem Festland liegen könnten und nur selten blitzt das Meer durch kleine Lücken. Gepackt hat es uns erst, als wir angehalten haben und ans Meer gelaufen sind. Hier spürt man, dass die Karibik nicht weit ist. Das Wasser ist unglaublich klar, Palmen wohin man schaut und man sieht Tiere, die man bei uns nur aus dem Zoo kennt.

Besonders die Pelikane haben wir gerne beobachtet, aber unser tierisches Highlight war definitiv die Begegnung mit einer Seekuh (Manatee). Die war ja so dick und träge 🙂

Pflichtprogramm für jeden Key West-Besucher ist das „Sonnenuntergang-Gucken“ am Mallory Square. Wer allerdings Ruhe oder Romantik zu zweit sucht, der ist hier falsch. Am Mallory Square wird der Sonnenuntergang zum täglichen Event: Akrobaten, Souvenirstände und jede Menge Buden für Essen und Getränke locken die Menschen schon früh an den Platz. Lasst euch von dem Trubel aber nicht abschrecken, sondern holt euch einfach eine Tüte Popcorn, einen guten Drink und genießt den tollen Ausblick, wenn die Sonne langsam hinterm Horizont verschwindet. Am Ende wird natürlich für Mutter Natur und ihr tolles Schauspiel geklatscht – das ist Gänsehaut pur!

 

Anschließend solltet ihr auf jeden Fall noch die Duval Street entlanglaufen, denn hier tobt das Leben. Genehmigt euch, wie schon Ernest Hemingway, einen Cocktail in Sloppy Joe’s Bar und werft unbedingt einen Blick ins Willie T’s, das über und über mit Dollarscheinen behängt ist. Wie viel die Bar wohl wert sein mag?

Leider hat sich die Sonne am zweiten Tag versteckt, was meinem Fotografen-Herzen etwas leid tat bei der umwerfenden Kulisse.

Wer sich einen entspannten Tag auf Key West machen möchte, dem können wir den „Fort Zachary Taylor Historic State Park“ empfehlen. Der Strand ist wunderschön und wem nur rumliegen und schwimmen zu langweilig ist, der kann sich die alte Festung anschauen, die sich auf dem Gelände befindet. Lasst euch von dem Weg zum State Park nicht irritieren – wir dachten auch die ganze Zeit, wir wären falsch 😀 Falls ihr mit dem Mietwagen unterwegs seid, fahrt mit dem Auto in den Park, denn für ein Fahrzeug mit zwei Personen bezahlt man sieben Dollar für den ganzen Tag… so günstig parkt man nirgendwo in den Straßen auf Key West. Wir waren leider nicht so schlau und mussten uns total hetzen, da unsere Parkuhr ablief.

Noch besser hat uns aber der Bahia Honda State Park gefallen, der eher in der Mitte der Keys liegt, nämlich – wer hätte es gedacht – auf der Insel Bahia Honda Key. Der Strand ist zwar sehr schmal, aber unglaublich lang und das Wasser ist glasklar. Er lädt förmlich zu einem ausgedehnten Strandspaziergang ein. Aber vor allem die alte Brücke „Old Bahia Honda Bridge“ hat den State Park für uns besonders gemacht. Die rostende Metallkonstruktion sorgt für ein urbanes Flair – sehr cool. Ein kurzes Stück kann man auch noch auf die Brücke drauf, von wo man einen wirklich tollen Ausblick hat!

Wir kommen auf jeden Fall irgendwann noch mal auf die Keys – dann hoffentlich bei strahlendem Sonnenschein!

 

Cape Coral und Sanibel Island – Strand, Muscheln und Schildkröten
Cape Coral war für uns nur eine kleine Zwischenstation auf dem Weg nach Tampa. Wir können euch aber auf jeden Fall die Bar Tiki Hut (1502 Miramar St, Cape Coral, FL 33904; gehört zum Hotel Dolphin Key Resort) empfehlen. Die an den Seiten offene Holzhütte ist innen mit so vielen Schildern behängt, dass man auch nach einer Stunde noch nicht alles entdeckt hat. Wir haben uns richtig gebattelt, wer das lustigste Schild findet. Das Beste war für uns mit Abstand das Straßenschild „Licher Straße“, das genau so hier bei uns in Gießen steht. Ein Stück Heimat mitten in Florida – hammer! Am Wochenende ist die Bar von Einheimischen gut besucht, da hier abends rockige Live-Bands spielen. Wer sich mal eine RICHTIG gute Pizza gönnen will, der sollte bei Nice Guys (1334 Cape Coral Pkwy E, Cape Coral, FL 33904) vorbei schauen. Die Preise beginnen bei 13 Dollar – aber das sind die Pizzen definitiv wert! Den nächsten Tag ging es für ein paar Stunden zum Bowman´s Beach auf Sanibel Island. Der Strand ist super schön und wir haben hier ganz tolle Muscheln gesammelt. Das Parken ist mit etwa 4  Dollar pro Stunde allerdings ziemlich happig, was uns für einen ganzen Strandtag zu teuer war. Anschließend sind wir noch quer über die Insel, bis zum Leuchtturm gefahren, aber für dieses kleine Metallgestell hat sich der Weg wirklich nicht gelohnt! Und Achtung: Wer gemütlich über Sanibel fährt, muss wirklich alle Verkehrsteilnehmer beachten, auch die Schildkröten, die mal hier und da die Straße überqueren 🙂

 

Tampa – Ein Stück Kuba in der Großstadt
In Tampa sollte man sich auf jeden Fall den Stadtteil Ybor City anschauen! Wir waren ganz begeistert von dem kubanischen Flair und den kleinen Tabakläden, in denen man die Mitarbeiter bei der Zigarrenherstellung beobachten kann. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, auch abends noch mal nach Ybor zu fahren – dann soll hier nämlich eine richtig tolle Stimmung herrschen.

 

Clearwater – Sand oder Puderzucker?
Clearwater Beach ist so ungefähr das, was man sich unter einem perfekten Strand vorstellt: richtig breit und mit unglaublich feinem Sand. Das Parken kann an Tagen mit gutem Wetter allerdings recht schwierig werden. Wir würden euch den öffentlichen Parkplatz mit der Adresse 51 Bay Esplanade empfehlen, denn er ist günstiger als die, die direkt am Strand liegen, aber auch nicht weit weg.


Orlando
– Freizeitparks und Shopping
Um direkt die Karten auf den Tisch zu legen: Orlando hat uns nicht gefallen. Wer nicht plant in einen der Freizeitparks zu gehen, kann sich unserer Meinung nach, Orlando getrost sparen. Ein paar Tipps haben wir aber natürlich trotzdem für euch: Wer gerne Schnäppchen macht, ist in den beiden Outletmalls richtig, aber geht es nicht vielleicht noch günstiger? Aber klar! Nike zum Beispiel hat einen „Clearance Store“ in Orlando (5209 International Dr), wo sich das Stöbern wirklich lohnt. Unser Kofferraum war anschließend prall gefüllt. Gegessen haben wir sehr gerne bei NYPD Pizza (9900 Universal Blvd #100) – mmmmh, geschmacklich einfach top!


Kennedy Space Center
bei Cape Canaveral – Nach dem Mond greifen
Unser wichtigster Tipp gleich zu Anfang: Macht schon vormittags die Kennedy Space Center Bus Tour, sonst müsst ihr nachmittags wahrscheinlich lange anstehen und der andere Ausstellungsort ist entsprechend voll. Der Bus fährt erst zum Vehicle Assembly Building und dreht dort eine Runde um den Bau, den sicher jeder schon mal im Fernsehen gesehen hat. In der Montagehalle werden die angelieferten Einzelteile zu einer aufrecht stehenden Rakete zusammengebaut und vor dem Start dann zu einem der Launch Pads gerollt. Das Vehicle Assembly Building ist eines der größten einstöckigen Gebäude der Welt mit den höchsten Toren der Welt und die aufgemalte Amerikanische Flagge ist so groß wie ein Basketballfeld – nicht schlecht, oder? Weiter geht es zum Apollo/Saturn V Center – der beste Teil des ganzen Parks. Bevor es in die Ausstellungshalle geht, erlebt man noch einmal den Start der Apollo 8 aus Sicht von Mission Control mit den original Kontrollpulten von damals. Das war sowas von verdammt gut gemacht! Wir haben uns wirklich gefühlt, als wären wir live dabei und haben richtig mitgefiebert! Weiter geht es in die Ausstellungshalle, wo wir endlich unter der RIESIGEN Saturn V Rakete standen. Die Größe ist unglaublich! Einfach unvorstellbar, dass so ein Koloss fliegen kann! Dann haben wir noch ein Stück Mondgestein berührt. Wie sich das anfühlt? Wie Plastik würden wir sagen 😉

Anschließend geht es mit dem Bus wieder zurück zum Visitor Complex. Hier gibt es noch einige kleinere Raketen der unbemannten Raumfahrt zu sehen, das Space Shuttle „Atlantis“ wird in einer extra Ausstellung gezeigt und auch die 3D-Kinofilme können wir empfehlen.

Wir wären gerne noch länger geblieben, da wir noch lange nicht alles gesehen hatten, aber die Rückfahrt nach Miami stand noch an.

 

Nach weiteren drei Nächten in Miami mussten wir dann leider Abschied von Florida nehmen 🙁 Die zwei Wochen waren definitiv ein Traumurlaub, auch wenn wir beim nächsten Mal unsere Planung etwas anders gestalten würden. Statt mehrerer Übernachtungen in Orlando würden wir hier nur eine Zwischenübernachtung machen und uns dafür mehr Zeit für die Keys und die Westküste nehmen.

Wir hoffen, dass wir euch mit unserer virtuellen Reise durch Florida etwas Wärme durch den Bildschirm senden konnten!

Liebe Grüße, Andreas Kandzia | Profi für Osteuropa und Sabine Pasch | Profi für Grafik