Viva Cuba!


In meinem letzten Blogeintrag habe ich euch ja schon von meinen Erfahrungen in Havanna berichtet. Heute erzähle ich euch von zwei weiteren schönen Erlebnissen.
Zum einen von dem vielfältigen Viñales Tal und zum anderen von der Stadt der hundert Feuer. Natürlich bekommt ihr auch wieder eine Anekdote zu lesen, die nur mir passieren kann. Los geht’s mit dem

Viñales Tal

Durchgehend 26°C an einem herrlichen Wintertag zu haben – purer Luxus auf Kuba! Wir fuhren ins berühmte Viñales Tal. Das Tal hat es in sich! Es ist Naturschutzgebiet, Labyrinth von Tropfsteinhöhlen und Anbaugebiet der Tabakpflanzen in einem. Damit ich nichts verpasse, hatte ich natürlich den Akku meines Fotoapparats am Vorabend aufgeladen … und dann im Hotelzimmer liegen lassen – der Klassiker.
Daraus habe ich gelernt und es ist mir nicht noch einmal passiert! Doch die schönen Augenblicke, von denen erzähle ich euch trotzdem 😉

Angekommen im Viñales Tal erkundeten wir zuerst die Tropfsteinhöhle mit einem Boot – erschreckender Weise war es ein Dieselmotor, laut und stinkend… und das im Naturschutzgebiet. Wie es wohl den Fledermäusen damit ging?
Anschließend fuhren wir zu einer bemalten Felswand, der Mural de la Prehistoria. Ein mexikanischer Künstler hat die Wand Anfang der 1960er bemalt. Sie ist riesig und total beeindruckend. Aber da es hier öfter mal stark regnet, muss die Farbe regelmäßig erneuert werden. Was tut man nicht alles für die Kunst?

Den Abschluss dieses langen und schönen Tages bildetet der Besuch bei einem Tabakbauern. Ein Mann zeigte uns, wie die Zigarre hergestellt wurde und rollte sie vor unseren Augen aus den vielen Blättern einer Tabakpflanze zusammen. Schade, dass ich nicht verweilen konnte. Schon da wünschte ich mir sehr, mehr Zeit zum Genießen zu haben.

Cienfuegos

Auf Deutsch die „Stadt der Hundert Feuer“ – die Perle des Südens. Die Fußgängerzone, auch „Prado“ genannt, lädt zum Bummeln und Verweilen ein. Nur mit Einkaufen hapert es etwas. Nicht nur weil wir zu spät eintrafen, sondern weil es schlicht weg nichts zum Einkaufen gab! Die Schaufenster sind mit Decken und Tücher ausgelegt. Darauf sind dann je nach Geschäft ein paar Fläschchen oder Elektrogeräte ausgestellt. Damit es hübsch aussieht, wurde mit etwas Lametta dekoriert. Ich konnte es nicht fassen und habe es fotografiert.

Eine wunderschöne Stadt und ein sehr gutes Hotel, schön und sauber. Große Zimmer, ein funktionierendes Badezimmer mit fließend warmem Wasser und Hygieneartikeln. Ich betone das so sehr, weil es auf Kuba nicht immer so selbstverständlich ist. Hier hätte ich noch gerne bleiben wollen, zumal das Hotel auch sehr schön in der Innenstadt liegt.

Doch ich wäre nicht ich, wenn ich nicht schon wieder eine Story in petto hätte: In diesem Hotel, das einst sicher einem Zuckerbaron gehörte und uns allen so gut tat, hatte auch ich ein tolles großes Zimmer bekommen. Da die Fenster und Gardinen geschlossen waren, wollte ich natürlich erst einmal rausschauen. Schließlich war es noch hell und ich dachte, ich habe einen guten Blick auf die Fußgängerzone.
Also beschloss ich, Fenster und Jalousien zu öffnen. Das ging nicht. Die Jalousien waren feststehend und der Blick ging über die nebenstehenden Dächer. Also machte ich das Fenster wieder zu. Dabei fiel der Querbehang der Gardine zwischen Fenster und Rahmen. Pech, dachte ich und ging erst einmal runter ins Restaurant zum Abendessen. Nach einem guten Essen (das Essen war immer hervorragend und reichlich) mit Musik und Wein, begab ich mich aufs Zimmer. Ich war hundemüde. Von draußen kam laute Musik und ein Gewirr von vielen Stimmen herein.
Ich dachte an die Gardine, die ja zwischen Fenster und Rahmen klemmte. Also sprang ich auf, rüttelte an der Gardine, doch nichts tat sich. Na gut, also stieg ich auf den Stuhl, denn ich bin ja nicht die Größte und versuchte es erneut, immer noch ohne Erfolg. Was nun?
Dann erinnerte ich mich, es waren Bügel im Schrank, also holte ich einen. Endlich hing die Querstange wieder da wo sie hängen sollte und ich fiel ins Bett. Doch es war immer noch so laut! Als ich ein letztes Mal nachschaue dann die Überraschung: Es konnte gar nicht leiser werden! Es fehlte schlicht weg eine Glasscheibe im Fenster. Oh, Kuba!

Liane Weinert | Profi für Deutschland

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