Siebenbürgen ist Transsilvanien!


Rumänien? Ich weiß, das ist nicht wirklich ein klassisches Urlaubsziel… ein großer Fehler, wie ich festgestellt habe! Nicht nur Kulturfreunde und Liebhaber alter Gemäuer, sondern auch Sonnenanbeter und Aktivurlauber kommen voll auf ihre Kosten. Auf meiner Reise durch dieses tolle Land habe ich genau diese Vielfalt an Höhepunkten kennengelernt – und dazu die Gastfreundschaft und das super leckere rumänische Essen!

Während meiner zweiwöchigen Reise verbrachte ich unter anderem je einen Tag in Sibiu und Brasov, zwei alte Städte mit deutscher Vergangenheit mit ihren typischen Kirchen und wunderschönen Marktplätzen. Diese beiden Städte in Siebenbürgen haben es mir genau aus diesen Gründen besonders angetan. Den Abschluss bildete dann ein entspannter mehrtägiger Aufenthalt zum Baden am Schwarzen Meer im kleinen Ort Mamaia, der nördlich von Constanta liegt.

Aber zurück nach Siebenbürgen, das übrigens auf rumänisch Transsilvanien heißt. Ich begab mich also auf Entdeckungstour durch Sibiu, das ehemalige Hermannstadt. Zunächst spazierte ich über den Großen und den Kleinen Ring, was übrigens keine Ringstraßen, sondern zwei wunderschöne Plätze sind. Der Große Ring hat seinen Namen zu recht bekommen, denn er ist wirklich riesig. Um ihn herum drängen sich bunte Häuser, die katholische Kirche und das sehr elegante Rathaus. Weiter ging es zur evangelischen Stadtpfarrkirche, die man schon von Weitem sieht, denn mit seinen ca. 73 m ist der Kirchturm noch heute das höchste Gebäude in Sibiu. Dann wäre da noch die „Lügenbrücke“, die erste gusseiserne Brücke in Rumänien. Sie soll der Sage nach zusammenbrechen, wenn ein Lügner sie betritt, doch bisher hat sie gehalten. Und auch ich bin sicher drüber gekommen 😉

Am Nachmittag besuchte ich Sibiel, ein kleines Dorf in der Nähe von Sibiu mit einem kleinen Glasikonenmuseum. Doch das absolute Highlight erlebte ich am Abend. Ich war zu Gast bei einer rumänischen Bauernfamilie. Ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft hat mich genauso beeindruckt wie das sehr leckere typisch rumänische Essen, welches ich im Wohnzimmer der Familie mit gutem Wein und hausgemachtem Schnaps (reichlich!!!) verkosten durfte. Die Nacht verbrachte ich im schönen Hotel Golden Tulip im Zentrum von Sibiu. Beim Frühstücken im Restaurant genießt man den tollen Blick über die Stadt. Wunderschön!

Mein Weg führte mich weiter nach Brasov, das ehemalige Kronstadt, welches wunderschön in den Südkarpaten liegt. Auf dem Hausberg Tampa strahlt in großen Lettern der Name Brasov herunter – fast ein wenig wie in Hollywood. Der dreieckige Marktplatz mit dem barocken Rathaus und den schönen Häusern hat mir besonders gut gefallen. Nur wenige Meter davon entfernt befindet sich die Schwarze Kirche, eine wirklich sehr beeindruckende Kirche und mit Recht das Wahrzeichen der Stadt Brasov. In dem dreischiffigen gothischen Kirchenbau befindet sich die größte Orgel Siebenbürgens sowie eine große Sammlung von anatolischen Teppichen. Warum sie Schwarze Kirche heißt? Beim großen Stadtbrand von 1689 brannte sie ab und stand lange Zeit als brandgeschwärzte Ruine da. Der ursprünglich nur volkstümliche Name setzte sich in unserem Jahrhundert auch als offizielle Bezeichnung durch.

Am Nachmittag ging es weiter nach Bran, in die Umgebung von Brasov. Dort befindet sich die berühmte Burg Graf Draculas aus dem Roman von Bram Stocker. Das Schloss gilt zwar allgemein als Dracula-Schloss, doch Fürst Vlad Dracula, der als das historische Vorbild der Romanfigur Dracula gilt, hat das Schloss selbst wahrscheinlich niemals betreten. Aber Historie hin oder her, die Aussicht von dieser wunderschönen und imposanten Burg ist eher zum Träumen als zum Gruseln. Rundherum ist zwar alles sehr touristisch, aber die Burg ist trotz allem äußerst beeindruckend.

Nicht fehlen durfte das märchenhafte Schloss Peles in Sinaia. Sinaia ist ein berühmter Wintersportort mitten in den malerischen Bergen der Südkarpaten. Das Schloss wurde im 19. Jahrhundert für den rumänischen König Karl I. gebaut und erinnert in seinem Aussehen ein wenig an die ebenfalls im 19. Jahrhundert erbauten Schlösser der Hohenzollern in Süddeutschland. Hier wurde auch schon der ein oder andere Film gedreht. Bei dieser wunderschönen Kulisse kann ich es gut nachvollziehen.

Der Abschluss eines wunderschönen und traumhaften Urlaubes war ein Aufenthalt am Schwarzen Meer. Das schöne Hotel „Zenith und Spa“ in Mamaia befindet sich direkt am feinsandigen Strand und der schönen Uferpromenade, die direkt zum Schlendern einlädt. Das herrlich warme Wasser und der schöne Strand hat es mir angetan und ich wollte gar nicht mehr nach Hause. Von dort empfehle ich euch unbedingt einen Ausflug nach Tulcea, dem Tor zum Donaudelta. Die zahlreichen Vogel- und Pflanzenarten, welche bei der Fahrt durch die engen Kanäle zu sehen sind, waren ein absolut einmaliges Erlebnis während meiner Reise. Und nicht wundern: unterwegs wählt sich euer Handy schonmal ins ukrainische Netz ein…

Es war eine wirklich unvergessliche Reise mit vielen tollen Eindrücken, sehr schönen Hotels und leckerem Essen. Apropos Essen: Eine kleine Vorwarnung noch an Vegetarier: Ihr habt es in Rumänien nicht leicht, denn die köstliche Küche bietet sehr viele Fleischvariationen.

Nicole Utz | Profi für Österreich, Rumänien, Bulgarien