Sarah in London – Kulinarisches


Die Anzahl aller Restaurants, Cafés und Bars in London zu schätzen ist wahrscheinlich unmöglich. Manche sprechen von circa 17.000 andere gehen sogar von fast 40.000 aus. Eins ist jedoch sicher: Egal, wie lange ich hier leben werde, ich werde es niemals schaffen jedes einzelne zu besuchen. Trotzdem habe ich es mir zum Ziel gesetzt, während meines Aufenthalts möglichst viele verschiedene Sachen auszuprobieren und zu kosten und nirgendwo zwei Mal essen zu gehen.

Genau wie das Wohnen in London, über das ich euch ausführlich in meinem letzten (B)Logbucheintrag berichtet habe, ist Auswärtsessen leider auch kein Schnäppchen. Selbst in den Ecken, die nicht touristisch geprägt sind, sind die Preise immer noch recht hoch, was natürlich ebenfalls mit den hohen Mieten und generellen Lebenshaltungskosten in der britischen Hauptstadt zusammen hängt. Außerdem wurde mir berichtet, dass die Kosten für Lebensmittel seit dem Brexit am Horizont stark gestiegen sind. Ich habe bis jetzt weniger Restaurants, dafür aber umso mehr verschiedene Street Food Stände ausprobiert. Neben einigen typisch britischen Gerichten könnt ihr hier jeden Tag eine kulinarische Reise um die Welt erleben. Mir schmecken Falafel und die vielen indischen Gerichte am besten, davon wurde ich bisher noch nie enttäuscht.

Die meisten Street Food Stände findet ihr um die Mittagszeit in den Straßen der Büro-Viertel oder auf den vielen Märkten der Stadt. Ich gehe am liebsten auf den „Borough Market“ direkt neben der U-Bahnstation „London Bridge“, der einer der ältesten Lebensmittelmärkte in London ist. Ich verspreche euch, dass ihr ihn nicht übersehen werdet, denn die vielen bunten Lichter werden euch auf jeden Fall ins Auge springen und falls das nicht funktioniert, dann wird euch der Duft der vielen Köstlichkeiten in die Nase steigen. Wundert euch allerdings nicht, wenn euch die ein oder anderen Kameras bei Einkaufen und Schlemmen begegnen, denn der Markt auch ein sehr beliebter Ort für Filmdrehs und die Aufnahme von Kochshows.

Meine beiden liebsten indischen Restaurants sind bis jetzt das „Masala Zone Covent Garden“ und das „Cinnamon Bazar Covent Garden“. Beide Restaurants sind einfach wunderschön mit vielen bunten Farben und Stoffen eingerichtet, sodass ihr euch direkt wie im Orient fühlen werdet. Wenn ihr in London unterwegs seid und nicht so recht wisst, wo ihr zum Essen hingehen sollt, empfehle ich euch einfach mal durch Covent Garden zu schlendern. Hier gibt es so viele verschiedene tolle Restaurants, dass euch sicher schnell mehr als eins gute gefallen werden. Wenn ich Freunde oder Verwandte aus der Heimat zu Besuch habe, gehen wir oft ins Theater oder in ein Musical – mein Lieblingsrestaurant und vorher einen Happen zu Essen, ist das „Planet Hollywood“ in der Nähe des Picaddilly Circus. Hier findet ihr spezielle „Pre Theatre“ Menüs auf der Speisekarte, die aus einem Hauptgang und entweder hausgemachtem Käsekuchen oder Eiscreme mit Schokosoße zum Nachtisch bestehen. Sehr lecker!

Von der Arbeit aus, waren wir auch schon einige Male im „Morphet Arms“ Pub. Kulinarisch gesehen, erwartet euch ein Besuch in einem klassischen Pub, mit Burgern, Fish & Chips und lokalen Bieren – das Besondere ist allerdings das Ambiente. Es gibt einen sogenannten „Spying Room“, Spionage Raum, den man für Events mieten kann. Er hat eine eigenen Bar und stellt Gegenstände und Bilder rund um die berühmtesten Spione Englands aus. Natürlich gibt es aber auch Mittagspausen an der Arbeit, die etwas hektischer sind, oder es regnet und man hat keine Lust vor die Tür zu gehen, um sich etwas zu Essen zu organisieren. Die perfekte Lösung für solche Momente ist der „Sandwich Man“ – ja, die Firma heißt wirklich so! 😀 Jeden Tag gegen 10 Uhr kommt er vorbei und bringt Salate, Sandwiches oder Snacks vorbei. Für den großen Hunger gibt es sogar ganze Mikrowellen-Gerichte.

Natürlich stellt das auswärts Essen nicht meinen Alltag in London dar. Auch mein Kühlschrank zuhause will gefüllt werden. In den Supermarkt gehe ich allerdings nur noch selten und das hat einen ganz pragmatischen Grund: Meinen Wocheneinkauf liefern zu lassen, ist günstiger als mich selbst auf den Weg zu machen. Mit dem Bus würde ich für einen Weg £1,80 bezahlen, das Liefern-lassen kostet allerdings nur £2. Der Mindestbestellwert liegt zwar bei £40, was für einen Ein-Personen-Haushalt nicht unbedingt praktikabel ist, mit meinen beiden Mitbewohnern ist das aber kein Problem. Wir können uns sogar ein Zeitfenster aussuchen, in dem wir unsere Lebensmittel geliefert bekommen möchten.

Überrascht hat mich allerdings die große Auswahl an für uns typisch deutschen Markenprodukten, wie zum Beispiel Maggi oder Kinderschokolade. Trotzdem vermisse ich das ein oder andere. Bei einem Besuch zuhause freue ich mich immer am meisten auf Körnerbrötchen. 😀 Mir ist außerdem aufgefallen, dass ich viel weniger Fleisch esse – ich weiß nicht so richtig woran es liegt, aber irgendwie schmeckt es anders als zuhause. Dafür ist umso mehr Fisch und Seafood auf meinem Speiseplan gelandet. Umgeben von Wasser zu leben scheint einen gewissen Einfluss auf mich zu haben.

Sobald ich weitere Restaurants und Cafés ausprobiert habe, werde ich euch definitiv von meinen Favoriten berichten. Habt ihr eigene Empfehlungen zum Essen, Trinken und Einkaufen in London für mich? Dann lasst mir gerne einen Kommentar da. 🙂

Bis bald,

Sarah Hentschel | „Außenstelle“ London