Zu Besuch bei Graf Dracula


Als wir – das Alpen-Adria Team – am ersten Tag unserer Abteilungsfahrt in Bukarest, der rumänischen Hauptstadt ankamen, haben wir natürlich erstmal die obligatorische Rundfahrt mit dem Bus gemacht. Obwohl einige von uns schon oft in Rumänien und auch in der Hauptstadt waren, ist so eine Rundfahrt immer wieder spannend, da man so schnell sehen kann, was sich in der Stadt seit dem letzten Besuch getan hat. Auch als Bukarest-Neuling könnt ihr euch mit so einer Fahrt mit den wichtigsten Gebäuden, wie zum Beispiel dem Nationaltheater, dem Triumphbogen, dem König Karl-Platz mit der Statue von Karl und seinem Pferd oder dem Parlamentspalast vertraut machen.

Der Parlamentspalast in Bukarest ist übrigens das zweitgrößte Regierungsgebäude der Welt und wirklich sehr pompös! Die meisten der riesigen Räume sind mit viel Mamor ausgestattet und können von Touristen besucht werden. Auf dem Foto seht ihr uns auf einer der tollen Treppen des Gebäudes. Ihr solltet außerdem auf jeden Fall einen der Balkone besuchen, von hier aus hatten wir einen atemberaubenden Blick auf die „Bulevardul Unirii“, die rumänische Champs-Élysées, die allerdings nur wenig belebt ist. Wenn ihr in Shoppinglaune seid, müsst ihr euch auf den Weg in eine der vielen großen Shoppingzentren begeben, die jedoch meist etwas außerhalb gelegen sind. In der Innenstadt gibt es nur sehr wenige Läden.

Wir sind allerdings nicht zum Shoppen nach Rumänien gekommen, sondern wollten uns an unserem verlängerten Wochenende die Burgen und Schlössern rund um die Hauptstadt anschauen. Zuerst ging es in den Ort Sinaia. Dort stehen die beiden Schlösser Pelisor und Peles. Das Schloss Peles ist das größere von beiden. Wir konnten es jedoch nicht besuchen, da es gerade renoviert wird und somit nicht für Besucher zugänglich ist. Im kleineren Schloss, dem Pelisor, konnten wir dafür umso mehr pompöse Wohnräume und auch Schlafzimmer bestaunen. Obwohl alle Räume unterschiedlich waren, konnten wir doch eine Gemeinsamkeit feststellen: Von überallher funkelten goldene Verzierungen und strahlte weißer Mamor. Das war richtig atemberaubend. Während der einstündigen Führung hat uns allerdings einer der Räum ganz schön verschreckt! Hier wurden Knochenreste von einem ehemaligen Bewohner ausgestellt – definitiv nichts für schwache Nerven!

Unser absolutes Highlight war aber die Besichtigung der Dracula Burg. Sie steht in Bran, wo ihr erst einmal mit einem Gruselmarkt begrüßt werdet. Obwohl es neben den kleinen Souvenirständen und der Geisterbahn auch viele Schausteller gab, die – verkleidet als Gespenster und Vampire – alles gegeben haben, um uns zum Schaudern zu bringen, haben wir uns nicht erschrecken lassen. Dazu kam es dann erst auf der Dracula Burg selbst. Bei unserer circa einstündigen Führung wurden wir durch zahlreiche kleine Räume und Gänge geführt. In einem der sogenannten „Geheimgänge“ hat unsere Reiseleiterin uns verraten, wo sich der Lichtschalter befindet, und so konnten wir einige unserer Kolleginnen ganz schön erschrecken! 😀 Zum Schluss sind wir dann noch die Treppen bis auf die Spitze der Burg hinauf gestiegen, um von dort aus den traumhaften Blick in die – echte, nicht metaphorische 😉 – Walachei zu genießen. Wenn ihr Lust habt die Dracula Burg mit eurer Gruppe zu besuchen, dann schaut doch mal bei folgender Reiseidee vorbei.

Nach soviel Grusel und Action brauchten wir erstmal etwas deftiges zum Essen. Das könnt ihr in Rumänien überall finden. Typisch für die Region sind Polenta und Mici. Bei den Mici handelt es sich um pikant gewürzte, kleine Hackröllchen, die den kroatischen Cevapcici sehr ähneln. Außerdem haben wir uns oft mit einem heißen Teller Suppe aufgewärmt, denn der Novemberwind ist uns ziemlich um die Ohren gepfiffen. Die riesigen Portionen Suppe beinhalten meistens Kartoffeln, Fleisch und viel Gemüse und machen euch definitiv satt. Richtig lecker wird es allerdings erst mit dem passenden Bier dazu! Wir empfehlen euch das Restaurant „Caru cu Bere“ in der Altstadt von Bukarest. Hier wird das für Rumänien typisch milde und süffige Bier selbst hergestellt und schmeckt einfach klasse! Am Wochenende gibt es hier sogar Tanzshows, bei denen Tänzer in traditionellen Trachten die Folklore wieder aufleben lassen. Da ist man im wahrsten Sinne des Wortes mittendrin im Geschehen, so wie Nicole, die prompt zum Mittanzen aufgefordert wurde. Neben dem Bier schmeckt natürlich auch der Bukarester Wein ausgezeichnet – genauso wie der typisch rumänische Pflaumenschnaps und der Palinka, von dem wir euch schon in einem unserer letzten Blogs berichtet haben.

In und um Bukarest herum gibt es allerdings noch viel mehr zu sehen, als wir in unser verlängertes Wochenende packen konnten. Bei unserem nächsten.  Besuch wollen wir auf jeden Fall ein bisschen mehr Zeit in Brasov verbringen und auch wieder nach Sibiu fahren, das vor allem für seinen Ratturm und für seine Lügenbrücke, die 1859 in der Friedrichshütte in Hessen hergestellte wurde, bekannt ist.

Bis bald,

Nicole Utz | Länderprofi für Alpen-Adria und Natalie Schnapka | Länderprofi für Alpen-Adria und Flusskreuzfahrten