Bordeaux – Mekka des Weins und heimliche Hauptstadt


Durch die Straßen von Bordeaux zu schlendern, ist gleichzeitig ein Abenteuer und unheimlich entspannend. Überall gibt es süße, kleine Gassen, in denen sich ein interessantes Geschäft an das nächste reiht. Besonders im Viertel „Quartier Chatrons“ gibt es keine typischen Ketten, sondern unzählige Antiquitäten- und Trödelgeschäfte, die teilweise schon in langer Familientradition geführt werden. Noch besser haben mir und meinen beiden Freundinnen allerdings die Cafés gefallen. Davon bietet mittlerweile fast jedes eine eigene Version der hausgemachten Limonade an. Wir haben keine probiert, die uns nicht geschmeckt hat, sodass ich euch eigentlich nur raten kann, euch von Café zu Café durchzuprobieren! 😀

Ein weiteres schönes Viertel ist „Saint Michel“. Hier verläuft die Straße, die wir während unserer Reise zu unserer Lieblingsstraße gekürt haben: Die „Rue Saint-James“. Schon alleine die wunderschön verzierten Häuser verleihen der Straße einen ganz besonderen Fair, außerdem sind die Geschäfte auch hier sehr ausgefallen und laden direkt zum Shoppen ein. Falls ihr auf der Jagd nach Stücken seid, die sonst niemand im Kleiderschrank hat, seid ihr hier auf jeden Fall richtig! Weil so eine Stadterkundung natürlich hungrig macht, sind wir dort auch in eine der vielen Wein- und Kaffeebars eingekehrt. In der Bar „L‘oenolimit an der Ecke zur kreuzenden „Rue des Ayres“ haben wir uns eine fabelhafte Käseplatte geteilt und mussten natürlich auch den ein oder anderen guten Tropfen verköstigen, schließlich ist Bordeaux nicht umsonst das Mekka des Weins. 😉

So stand ein Besuch im Weinmuseum „Cité du Vin“ natürlich schon von vornherein auf unserer „To-Do“-Liste. Dort hat es uns wirklich super gut gefallen! Lasst euch von dem Eintrittspreis von 15 Euro pro Person auf keinen Fall abschrecken, denn es lohnt sich wirklich. Das Museum ist richtig interaktiv, neben Infotafeln mit Texten gibt es auch jede Menge kleine Filme, bei denen ihr richtig viel lernen könnt. Besonders mochten wir den Teil, bei dem man sich mit sprechenden Figuren, die animiert erscheinen, an einen gedeckten Tisch setzt und alles über die Bräuche und Traditionen des Essens in Frankreich erfährt. Bevor ihr das Museum dann verlasst, solltet ihr auf jeden Fall noch in der obersten Etage vorbei schauen. Dort bekommt ihr ein Glas Wein und habt dazu einen großartigen Ausblick über die Stadt. Als wir das Museum nach circa drei Stunden wieder verließen, fühlten wir uns wie richtige Weinexperten. Ich weiß jetzt Bescheid, welche Traube wofür genutzt und wie verarbeitet wird. 😉

Aber nicht nur in Bordeaux selbst, sondern auch um die Stadt herum schmeckt der Wein einfach köstlich! Für einen unserer Reisetage hatten wir uns deshalb entschieden, bei einer Wein-Tour in die umliegenden Gebiete der Stadt mitzumachen. Zu acht, inklusive unserem Guide, waren wir in einem kleinen Bus den ganzen Tag unterwegs und besuchten drei verschiedene Weingüter. In der zauberhaften, mittelalterlichen Kleinstadt Saint-Émilion gab es zur Mittagspause ganz typisch ein kleines Picknick mit Baguette und Käse auf dem Stadtplatz. Besonders interessant fanden wir, dass die drei Weingüter sehr unterschiedlich waren, auch was ihre Größe und ihren Bekanntheitsgrad betrifft. So haben wir viel gelernt und konnten einen kleinen Familienbetrieb direkt mit einem großen Unternehmen der Weinbranche vergleichen. Falls ihr ein bisschen mehr Zeit in Bordeaux verbringen möchtet, dann macht doch noch einen zweiten Ausflug und besucht das benachbarte Weingebiet „Medoc“ – auch dort ist es sehr, sehr schön!

Neben dem Wein ist die Sehenswürdigkeit schlechthin in Bordeaux der „Miroir d’Eau“. Das ist ein 2 cm tiefes Wasserbecken auf einer Granitplatte, in dem sich die Gebäude rund herum auf magische Art und Weise spiegeln. Tagsüber halten sich hier sehr viele Menschen auf. Vor allem Kinder sieht man im Sommer so gut wie immer auf der riesigen Fläche planschen. Wenn es besonders heiß ist, tut es aber auch wirklich gut, einfach mal kurz die Füße ins kalte Nass stecken zu können. Kühl ist es an warmen Tagen übrigens auch in den unzähligen Museen der Stadt und weil es davon so viele gibt, wird Bordeaux oft auch als die heimliche Hauptstadt Frankreichs bezeichnet. Wenn ihr vor eurer Reise recherchieren möchtet, welche Museen die Stadt zu bieten hat, solltet ihr unbedingt mal auf der offiziellen Bordeaux Tourismus Webseite vorbei schauen.

Zum Schluss möchte ich euch noch ein einmaliges Highlight ans Herz legen, das etwa 60 Kilometer südwestlich von Bordeaux liegt, und zwar die „Dune du Pilat“ – die größte Wanderdüne Europas. Mit dem Mietwagen seid ihr in knapp einer Stunde da und seht erst einmal einen riesigen Sandberg vor euch. 😀 Um die tolle Aussicht von der Spitze der Düne genießen zu können, müsst ihr erst einmal hoch kommen. Wer eine kleine Herausforderung sucht und sich körperlich betätigen möchte, sollte definitiv versuchen den Weg nach oben durch den Sand zu bestreiten – alle anderen nehmen die Treppe! 😉 Oben angekommen könnt ihr dann die beeindruckende Aussicht genießen. Auch mein Kollege Marcus Knüppel hat in seinem Blogbeitrag von der „Dune du Pilat“ erzählt, schaut doch mal vorbei, um zu erfahren, welche Tipps er noch für euch hat.

Wenn euch mein Reisebericht gefallen hat, und Bordeaux nun auch ganz oben auf eurer Agenda steht, dann schaut doch mal bei folgender Reiseidee vorbei.

Bis bald,

Sarah Rode | Länderprofi für Frankreich