Hüttenzauber in Berlin


Meine Familie und ich haben eine Tradition, einmal im Jahr sind wir mit einer Busgruppe unterwegs und genießen völlig unbekümmert ein paar Tage Urlaub. Meine Mama, zwei Cousinen, ein Cousin und ich sind zusammen eine lustige Truppe und letzten Winter ging es für drei Tage zum „Advent in Berlin“. Bei „unserem Busunternehmen“ sind wir schon Stammgast – und besonders gerne sind wir mit unseren Lieblings-Begleitern „Detlev und Johanna“ unterwegs. Die beiden kümmern sich immer richtig klasse um uns. Dieses Jahr konnte Johanna leider nicht an der Reise teilnehmen, dafür war Azubi Pascal mit von der Partie. Eine Abfahrt in den frühen Morgenstunden ist natürlich nicht unbedingt das Schönste, dafür wurde für uns bereits beim ersten Halt ein Frühstück mit verschiedenen Schnittchen und Croissants für uns vorbereitet. So haben wir uns direkt pudelwohl gefühlt und waren gleich bestens versorgt.

Mein letzter Besuch in Berlin lag zwar erst rund ein halbes Jahr zurück, aber diese Stadt ist einfach toll und bietet im Winter eine ganz andere Stimmung als in den Sommermonaten! Allein die Dekoration der Hauptstadt hat mich sofort in Adventsstimmung versetzt, denn überall waren Lichter und Tannen aufgestellt. Gleich nach unserer Ankunft erkundeten wir die Stadt bei einer grossen Stadtrundfahrt. Das war besonders toll, denn unsere Stadtführerin war natürlich eine echte Berlin-Expertin und erzählte uns tolle Geschichten, die man sonst nirgendwo nachlesen kann. Die Läden hatten ihre Schaufenster feierlich hergerichtet und aus jeder Ecke blitzte und blinkte es. Da könnt ihr nur in Weihnachtsstimmung kommen! Am besten hat mir das überdimensionale Weihnachtsdekor gefallen, mit dem viele Straßen und Plätze geschmückt waren. Für den Abend ging es dann mit der Gruppe in ein tolles Restaurant an der Spree, das Brauhaus Georgbraeu und die Kellner waren so schlau, uns noch mal nach Unverträglichkeiten und Essensvorlieben zu fragen. So konnte ich das vorbestellte Eisbein mit Sauerkraut und Erbsenpüree noch in ein Schnitzel mit Bratkartoffeln umändern. Das hat mich sehr gefreut! Ansonsten hätte ich an dem Abend wohl gehungert. 😀

Im Anschluss wollten wir auf eigene Faust noch ein paar Weihnachtsmärkte erkunden, sind dann aber doch gleich beim Ersten hängen geblieben. Der kleine Markt direkt an der Brücke Bahnhof Friedrichstraße ist einfach zu traumhaft gewesen und konnte mit seiner Gemütlichkeit bestechen. Mitten im Großstadtgetümmel bildete dieser niedliche „Hüttenzauber“ mit einer sehr guten Feuerzangenbowle einen schönen Kontrast. 😉 Kurzerhand, wir sind einfach dort geblieben und haben uns gefreut, diesen tollen Markt entdeckt zu haben. Am nächsten Tag hatten wir ohnehin noch genügend Zeit, weitere Weihnachtsmärkte auszukundschaften. Der riesige Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz und der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche bieten viele kleine Buden, an denen man den ganzen Tag gemütlich beisammen sein kann. Wenn ihr Mitbringsel für eure Liebsten oder etwa Weihnachtsschmuck ergattern wollt, dann seid ihr auf den beiden Märkten genau richtig! Von klassischen Ornamenten, über außergewöhnliche Figuren, bis hin zu einer riesigen Auswahl von Schals, Mützen, Hausschuhen gibt es alles, was das Herz begehrt.

Mit dem Wetter hatten wir richtig Glück. Es war sonnig, eiskalt (wie ihr auf dem einen Foto sehen könnt, ist uns doch glatt die Linse angefroren) und kristallklar. Perfekt für einen wahnsinnig tollen Ausblick vom Bundestag. Bevor ihr das Reichstagsgebäude allerdings betreten könnt, müsst ihr mit eurer Gruppe erst durch die Sicherheitskontrolle und die ist mittlerweile so intensiv, wie an Flughäfen. Alle Teilnehmer müssen vorab angemeldet sein, sonst kommt ihr gar nicht erst weiter. Eine Dame aus unserer Gruppe hatte es besonders schwer, denn sie hörte einfach nicht auf zu piepsen. Sie musste mehrfach abgetastet werden, bis letztlich ein kleines Taschenmesserchen gefunden wurde. Sie durfte es sich sogar nach der Besichtigung wieder abholen, das ist schon mal besser als am Flughafen. 😀 Dass die Security es ernst meint, haben wir auch dann gemerkt, als die Dame auf den Letzten der Gruppe im Bereich der Sicherheitskontrolle warten wollte. Das ist natürlich hier nicht erlaubt! Die Besucher müssen sich stets weiterbewegen und so kam gleich Wachpersonal an und bat sie weiter zu gehen – die Frau hatte aber auch ein Glück! Endlich im Bundestag angekommen, hatten wir dann einen tollen Blick auf die Stadt. Wir haben zwar nicht allzu viele Politiker zu Gesicht bekommen, aber die Kuppel ist spitze. Was ein Blick über ganz Berlin! Dafür lohnt sich die Kontrolle auf jeden Fall.

Natürlich darf bei einem Berlinbesuch die gute Currywurst nicht fehlen. Direkt am Zoo gibt es den Stand „Curry 36“ mit einer der leckersten Würste überhaupt. Da wir gestern im Bus den Sektempfang für Berlin verschoben hatten, holten wir ihn jetzt ganz feierlich alle zusammen nach – Currywurst und Sektchen, das hatte ich auch noch nicht. 😀

Bei meinem Besuch im Sommer haben mich die Hackeschen Höfen sehr fasziniert. Die vielen kleinen Bars und Cafés machen sich in den alten S-Bahnbögen ganz prima und so entsteht eine sehr gemütliche Atmosphäre. Auch die Vielfalt der Lokale ist toll und lädt dazu ein immer wieder hier her zu kommen. Im Sommer könnt ihr einfach wunderbar bei einem kühlen Getränk draußen sitzen oder euch ein Eis bei „Waffel oder Becher“ genehmigen und euch die Menschen und Straßenkünstler anschauen. Im Winter ging das nicht so gut, dafür haben wir jetzt aber gesehen, wie toll die Restaurants von innen eingerichtet sind. Das ist mindestens genauso gemütlich! Und hier ist wieder ein perfekter Ort um Mitbringsel einzukaufen, denn den legendären Berliner Ampelmännchen wurde hier ein eigenes Geschäft gewidmet – passenderweise heißt es „Ampelmann“. 😀

Direkt an den Hackeschen Höfen haben sie ja vor einigen Jahren einen weiteren der typischen Berliner Innenhöfe in eine etwas andere Einkaufsmeile umgebaut – die Rosenhöfe. Der Eingang dazu ist auch durch ein Tor in einem rosafarbenen Haus mit dem verspielten Namenszug „Rosenhöfe“ direkt darüber. Ihr könnt den Eingang in der – erneut passenderweise – Rosenthaler Strasse also kaum verfehlen. Obwohl wir das ganze Ausmaß der Höfe nicht auskosten konnten, war es hier echt toll und sehr urig mit vielen kleinen Geschäften, die man so nicht an jeder Straßenecke findet. Ich kann mir gut vorstellen, dass es hier zur Rosenblüte einfach traumhaft ist!

Am Dienstag, dem Nikolaustag, mussten wir dann leider schon wieder die Heimreise antreten. Die Tour war definitiv zu kurz und beim nächsten Mal, das haben wir schon vereinbart, bleiben wir gerne einen Tag länger. Als wir in den Bus einstiegen, hatten wir sogar jeder einen Nikolaus und eine Mandarine auf unserem Platz liegen. Vor lauter guter Stimmung begannen wir in unserer kleinen Familiengruppe Weihnachtslieder zu singen. Das wurde seltsamerweise immer lauter, bis wir merkten, dass nach und nach der komplette hintere Teil des Busses mit uns mitsang. Das war klasse! Azubi Pascal schenkte dann auch noch Kaffee und Kakao mit Sahne und Schuss aus und die Stimmung wurde immer fröhlicher. Ein perfekter Ausklang für unsere Adventstour nach Berlin.

Wir haben jedoch festgestellt, dass wir noch einmal in die Hauptstadt müssen. Es sind einfach immer noch nicht alle Highlights besucht worden! Zum Beispiel fehlt meiner Mama noch der Mauerpark, und die EastSide Gallery, weil sie gern ein Foto von dem Abschnitt hätte, auf dem Honecker und Breschnew sich küssen. Ihr seht, es gibt noch viel zu sehen in Berlin. 🙂

Wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt, Berlin zu erkunden, solltet ihr euch mal folgende Reisetipps anschauen, die wir zum Erkunden der Hauptstadt, für euch zusammen gestellt haben.

 

Bis bald,

Ann-Christin Vogel | Profi für Frankreich