Grün, grün, grün soweit das Auge reicht!


Ein Land mit dem Auto auf eigene Faust zu bereisen ist einfach wunderschön – hinfahren wo man will, anhalten wo man will, bleiben wo man will. Genau so hatten eine Freundin und ich uns unsere Rundreise durch den Süden Irlands vorgestellt. So schön die Freiheit mit dem Auto ist, ganz ohne eine grobe Route wollten wir uns dann aber doch nicht auf den Weg machen. Also hieß es vor dem Abflug nach Dublin erst einmal Reiseführer und Internet durchforsten und natürlich auch mit Kollegen und Kolleginnen sprechen, nicht umsonst arbeite ich schließlich in einem Unternehmen, das sich tagtäglich mit Reisen beschäftigt! 😀 Aus einigen Routenvorschlägen haben wir uns dann eine ganz eigene gebaut und alle Ideen und Tipps, die uns gefallen haben, mit aufgenommen.

Begonnen hat unser „Road-Trip“ in Dublin, hier hat es uns wahnsinnig gut gefallen, denn trotz der kühleren Temperaturen im September waren viele Leute draußen unterwegs. Die Straßen waren immer belebt und so hielt sich eine sommerliche Atmosphäre bis in den Herbst hinein. Unsere beiden Nächte in der Hauptstadt haben wir in einem Hostel verbracht, in dem ihr euch jeden Morgen einer Stadtführung anschließen könnt. Das läuft so ab: Ein Guide steuert ein Hostel nach dem anderen an und holt dort die Leute ab, die an diesem Tag bei der Führung dabei sein wollen. Vorher wisst ihr übrigens nicht, welcher Guide kommt oder welche Ecken von Dublin ihr euch anschauen werdet. Ich könnte mir gut vorstellen, so eine Tour deshalb auch öfter mitzumachen, um immer wieder neue Seiten der Stadt zu entdecken.

Unseren ersten Stopp auf der eigentlichen Rundfahrt haben wir in der Tullamore D.E.W. Whiskey-Destillerie im gleichnamigen Ort gemacht. Hier werden schon seit 1829 edle Tropfen hergestellt und in die ganze Welt versandt. Bei so einer langen Geschichte könnt ihr euch sicherlich vorstellen, dass es bei den circa 90-minütigen Führungen viel zu sehen und zu hören gibt. Zum Schluss jeder Führung gehört natürlich auch eine Whiskey-Verkostung dazu. 😉

Egal an welchen Ort wir in Irland gekommen sind, kleine Pubs mit typischer irischer Live-Musik haben wir überall gefunden. Besonders sind uns die Ortschaften Doolin und Dingle in Erinnerung geblieben. Doolin ist ein sehr kleiner Ort, in dem es bis auf einige Straßen, drei Pubs und eine Hand voll Frühstückspensionen nicht viel zu entdecken gibt. Genau das macht allerdings den Charme von Doolin aus. Hier geht es ruhig und gemütlich zu und ihr könnt das irische Leben fern ab vom Touristentrubel kennen lernen, trotzdem ist es nicht weit bis zu den Cliffs of Moher, den bekannten Steilklippen Irlands. Dingle dagegen ist bekannt wie ein bunter Hund, denn die Bucht vor der Stadt ist das zuhause von Delfin Fungie, der sich hier schon seit 1984 herum treibt. Falls euch das wie eine sehr lange Zeit vorkommt – keine Sorge – Delfine haben eine Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren. Fungie wird Dingle also noch ein Weilchen erhalten bleiben. Als wir Fungie auf dem Wasser besucht haben, war in der kleinen Stadt nicht sonderlich viel los. Deshalb waren wir auch nur mit vier Personen auf einem der kleinen Boote unterwegs und da wir Fungie schon direkt gesehen hatten, schlug unser Bootsführer vor, dass wir auch mal ein Stückchen aus der Bucht herausfahren könnten. Da ging das Abenteuer dann erst richtig los, denn durch den stärker werdenden Wind hat unser kleines Bötchen sehr stark gewackelt. Für die tolle Sicht, die wir so allerdings vom Wasser aus auf die Küste bekommen haben, hat es sich allemal gelohnt. Für einen Aufenthalt in Dingle möchte ich euch außerdem noch das Murphy’s Pub Bed&Breakfast empfehlen, in dem wir übernachtet haben. Das Frühstück hier war günstig und super lecker, es gab sogar gebratenen Lachs, frische Omeletts, Spiegeleier und alles, was das Herz sonst noch begehrt.

Das schönste an Irland ist allerdings nicht der Whiskey oder die Städte, sondern die Natur. Auf unserem Weg zum Connemara-Nationalpark zum Beispiel sind wir ewig lange alleine auf der Straße unterwegs gewesen. Es waren weder andere Autos vor noch hinter uns und entgegen kam uns auch niemand. Das einzige Zeichen, dass man sich überhaupt noch in einem bewohnten Gebiet aufhält sind die vielen Kühe und Schafe, die die Straßen säumen. Aber Achtung: Die können sich auch ganz schnell mal auf die Straße bewegen, denn die Zäune erfüllen hier nicht immer ihren Sinn. 😉 Meistens haben wir uns nicht auf dem kürzesten Weg oder der am besten ausgebauten Straße bewegt, so konnten wir auch ein paar versteckte Ecken finden, denen wir sonst wohl nicht begegnet wären, wie zum Beispiel die Sky Road Route. Zufällig haben wir den Wegweiser entdeckt und uns spontan entschieden „das hört sich gut an, dem folgen wir mal.“ Für unsere Spontanität wurden wir dann auch prompt mit einer wunderschönen Aussicht über grün, grün und noch mehr grün belohnt. Besonders schade finde ich übrigens, dass Fotos gar nicht in der Lage sind, die tolle Landschaft so wieder zu geben, wie wir sie erlebt haben. Vor allem die Farben sind mit eigenen Augen immer viel leuchtender.

Fast schon am Ende unserer Rundreise durch den Süden von Irland hat es uns der Wicklow-Mountains-Nationalpark besonders angetan. Bekannt ist er vor allem für die Ansammlung von Kirchen- und Klosterruinen. Eine außergewöhnliche Attraktion ist die St. Kevin’s Road, die schon im 6. Jahrhundert, teilweise sogar gepflastert, durch den Park führte und an der sich die meisten der Überbleibsel befinden. Uns haben es allerdings die wunderschönen Berge in der Gegend angetan, die wir bei unserem nächsten Besuch unbedingt besteigen wollen, denn dafür hatten wir leider keine Zeit mehr.

Irland und seine Natur haben mich so fasziniert, dass ich meine nächste Reise in den Nordwesten Europas schon geplant habe. Diesmal wird es nach Schottland gehen, selbstverständlich berichte ich euch dann wieder ausführlich!
Bis bald,

Franziska Henning | Profi für Qualitätsmanagement

P.S.: Falls euch mein Bericht Lust darauf gemacht hat, euch von der wunderschöne Natur Irlands selbst ein Bild zu verschaffen, dann schaut doch mal bei diesem Reisetipps vorbei.