Einfach mal abschalten


Urlaub – das heißt für viele neue Orte besuchen, fremde Länder und Sitten kennen lernen sowie Sehenswürdigkeiten erkunden. Urlaub kann aber auch ganz anders sein: Manchmal möchte man einfach nur ein bisschen Ruhe haben, sich entspannen und eine Pause von dem ganzen kunterbunten Treiben nehmen, das sich täglich um einen herum abspielt. Ab und zu wünscht man sich einfach Zeit für sich selbst oder auch Zweisamkeit. Genau so ging es mir und deshalb habe ich mich dieses Mal gegen die Rundreise durch die USA, den Strand in Spanien oder den Urwald in Thailand entschieden. Eigentlich wollte ich unbedingt einmal in einem Baumhaus übernachten, deshalb bin ich dann durch den Newsletter von „Urlaubsarchitektur“ auf das Hofgut Hafnerleiten in Bad Birnbach aufmerksam geworden. Von großen Abenteuern werde ich euch heute also nicht berichten können, dafür werdet ihr einen Ort kennen lernen, an dem ich so richtig schön die Seele baumeln lassen konnte.

Das Konzept vom Hofgut ist eigentlich ganz simpel und dennoch etwas Besonderes: Ihr müsst nämlich wissen, dass es auf dem gesamten Gelände (so gut wie) keinen Handyempfang und auch kein WLAN gibt – ich musste wirklich raus aus dem Hofgut, über den Parkplatz, die Einfahrt hinauf bis zur andere Straßenseite (wenn man das ruhige Gässchen überhaupt als Straße bezeichnen kann) gehen, falls ich mal kurz telefonieren wollte. Im Haupthaus könnt ihr auf Anfrage zwar einen WLAN-Zugang bekommen, sofern ihr euch aber mal eben in der Heimat melden wollt, würde ich euch raten ganz altmodisch einfach den Festnetzanschluss des Hofguts zu benutzen. 😉 Kein Handyempfang und kein WLAN bedeutet natürlich auch, dass weniger vom sogenannten „Elektro-Smog“, also der elektromagnetischen Strahlung, um euch herum ist. Wissenschaftler arbeiten zurzeit ganz fleißig an Studien, die zeigen sollen wie gefährlich dieser „Elektro-Smog“ wirklich für den Menschen ist. Bis wir ein eindeutiges Ergebnis präsentiert bekommen hilft also nur ausprobieren und schauen ob es einem selbst guttut. 🙂

Dass man weniger elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt ist, ist aber natürlich nicht der einzige Grund, warum ich mich auf dem Hofgut des Ehepaares Rückerl so gut entspannen konnte. Das Herzstück sind die vielen kleinen und auch großen Themen- und Ferienhäuser, wie z.B. die Teichsuite oder das Wiesenhaus, die sogar schon viele Architekturpreise gewonnen haben. Wie schon gesagt wollte ich eigentlich unbedingt für ein paar Tage in das Baumhaus der Anlage einziehen – das war dann aber leider schon belegt. Aber alles halb so wild, zum Glück gibt es noch viele andere tolle Gebäude, in denen man eine schöne Zeit verbringen kann. Ich selbst war in einem der Themenhäuser, die im Unterschied zu den Ferienhäusern höchstens für zwei Personen ausgelegt sind und nur eine kleine Teeküche haben. In den Ferienhäusern, die – soweit ich weiß – als letztes zur Anlage hinzugekommen sind, gibt es eine vollausgestattete Küche und man kann dort auch mit bis zu sechs Personen wohnen. Falls ihr euch für ein Themenhaus mit der kleinen Teeküche entscheiden solltet, braucht ihr euch allerdings um das Frühstück trotzdem keine Sorgen machen, denn das bekommt ihr morgens zur gewünschten Zeit, in einem kleinen Körbchen gemeinsam mit Getränken und Geschirr, direkt ans Haus gebracht. Auch dabei gilt, gebracht wird, was schmeckt – frische Eier, O-Saft, leckerer Käse und Wurst, aber auch Marmeladen und natürlich frische Brötchen. Gut finde ich, dass viel Wert darauf gelegt wird, dass regionale Produkte verwendet werden.

Egal ob Themen- oder Ferienhaus, das was mir am aller besten gefallen hat, ist, dass jede Unterkunft ganz individuell und liebevoll eingerichtet ist. Überall gibt es kleine Hingucker und Besonderheiten. Vom Wasserhaus zum Beispiel kann man direkt in den Badesee hüpfen, zum Bootshaus hin führt dagegen ein toller Bambusweg und das Gartenhaus liegt versteckt hinter Hochbeeten. Unter anderem haben mich die grasbewachsenen Dächer der Häuschen und die vielen Deko-Elemente aus Holz wahnsinnig begeistert – ich habe mich der Natur einfach ganz nah gefühlt. Außerdem hatte ich in meinen Häuschen einen eigenen Kamin mit Feuerholz, eine kleine Auswahl an Büchern zum Schmökern und eine freistehende Badewanne direkt neben dem Bett. Die freistehende Badewanne findet man in fast allen Häusern. In einigen steht sie direkt am Fenster, so dass man einen wunderschönen Blick in die Natur hat. Die Privatsphäre bleibt natürlich trotzdem gewahrt, denn alle Häuschen sind geschickt so angelegt, dass ihr euren Nachbarn nicht sehen könnt und sie euch selbstverständlich auch nicht.

Obwohl die kleinen Häuschen definitiv den Mittelpunkt der Ruhe bilden, die ihr hier finden könnt, gibt es doch auch andere Orte auf dem Gelände, die zum Verweilen einladen. Zum Beispiel die hölzernen Wellnesswürfel, in denen sich sowohl Sauna als auch Ruhe- und Massagebereiche befinden. Aber auch dem hauseigenen Kräutergarten solltet ihr unbedingt einen Besuch abstatten, denn hier könnt ihr euch nach Lust und Laune bedienen, um euch euren eigenen, ganz persönlichen Kräutertee frisch zusammen zu stellen. Im Nebengebäude des Haupthauses finden außerdem regelmäßig Koch- und auch Baristakurse statt, die man separat dazu buchen kann. Einkaufsmöglichkeiten oder andere Aktivitäten gibt es zu Fuß leider nicht zu erreichen. Da das Hofgut etwas außerhalb von Bad Birnbach liegt, kann man ausschließlich die umliegende Natur bei ein paar Spaziergängen erkunden. Sicherlich gibt es einige schöne Ziele für Tagesausflüge in der Umgebung.

 Eine weitere Besonderheit vom Hofgut Hafnerleiten kann ich euch allerdings noch berichten: Es gibt keine Speisekarte. Es mag vielleicht komisch klingen, aber wenn man länger darüber nachdenkt, ist es auch ganz spannend, sich einfach mal überraschen zu lassen. Das Drei-Gänge-„Überraschungs“-Menü könnt ihr übrigens entweder in eurem Häuschen genießen oder aber ihr trefft euch zum gemeinsamen Dinner mit den restlichen Gästen an einer großen Tafel. Je nach Wetterlage kann im Freien auch gegrillt werden. Falls die Wetterbedingungen schlechter sind, wird das Abendessen einfach in das gläserne Haus, das ein bisschen wie ein großes Gewächshaus aussieht, oder nach drinnen in das Haupthaus verlegt. Auch hier gilt keine Angst: Obwohl es keine Speisekarte gibt, wird auf Unverträglichkeiten natürlich Rücksicht genommen und durch die große Tafel habe ich viele interessante Menschen mit spannenden Geschichten kennen gelernt.

Obwohl es mir hier auf dem Hofgut sehr gut gefallen hat, steht natürlich meine Übernachtung im Baumhaus immer noch aus! Hoffentlich kann ich euch davon schon bald in einer anderen Geschichte berichten. :-)

Bis bald,

Katja Volkmann | Abteilungsleitung Quality Management